Sich und anderen was Gutes tun
Karnevalistische Blutspende des Roten Kreuz in Kommern der Renner – Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf – Martina Ernst und Günter Schmitz sind überzeugte Blutspender
Kommern – Das Blut läuft langsam aber stetig in den dafür vorgesehenen Beutel. Günter Schmitz liegt völlig entspannt auf der Liege, die die Helfer vom Roten Kreuz, Ortsverein Mechernich, in der Kommerner Bürgerhalle aufgestellt haben. Der Karnevalist der „Greesberger“ ist nicht nur ein erfahrener, sondern ebenso überzeugter Blutspender: „Seitdem ich regelmäßig Blut spenden gehe, fühle ich mich tatsächlich besser und habe weniger Kopfschmerzen.“

Günter Schmitz, der an der 40er-Marke kratzt, was die Zahl der Blutspenden angeht, war jedoch nicht allein. Mit ihm und innerhalb von drei Stunden kamen 118 Blutspender in die Bürgerhalle Kommern. Die Wartezeiten waren kurz, das Helferteam hatte alles gut organisiert. Gemeinsam mit Ärzten, Krankenschwestern, Pflegern sowie Arzthelfern betreuten sie die Spendenwilligen und freuten sich über den Andrang.

Zur karnevalistischen Blutspende hatte die Kommerner Jugendprinzessin Barbara I. (Elschenbroich) zuvor gerne aufgerufen: „Blutspenden sind wichtig!“, weiß sie auch aus dem Schulunterricht. Sie selbst durfte aus Altersgründen noch nicht spenden, weil sie mit 15 Jahren noch zu jung ist, hielt aber treu das Händchen von „Greesbergerin“ Nicole Reipen, der Jungfrau der Session 2018/2019. Nötig war es allerdings nicht, sondern mehr aus Spaß an der Freude.
„Es tut auch dem Körper gut“, berichtet Rolf Klöcker, Ortsvereinsvorsitzender und Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuz im Kreis Euskirchen. Nach der Blutspende baue der menschliche Organismus neue Blutkörperchen auf, der Stoffwechsel werde außerdem angeregt. Auch Martina Ernst ist überzeugte Blutspenderin: „Es ist eine einfache Sache zu helfen. Und man tut sich was Gutes und auch anderen.“

Dennoch sind es immer noch zu wenig Menschen, die zur Blutspende kommen, wie die bundesweite Statistik aufzeigt und Klöcker deutlich macht: „Einmal im Leben benötigen mindestens 80 Prozent der Bundesbürger eine Blutspende. Doch nur etwa 5 Prozent der möglichen Spender gehen tatsächlich.“ Mehr Menschen müssen mobilisiert werden, um den tatsächlichen Bedarf zu decken und Engpässe in der Versorgung zu vermeiden.“
Durch nichts zu ersetzen
Blut könne trotz allen medizinischen und technischen Fortschritts nicht künstlich hergestellt werden. Das menschliche Blut sei durch nichts zu ersetzen. Das Fatale: Der Bedarf steige mit dem medizinischen Fortschritt stetig weiter. Das meiste Blut werde inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt, es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten als auch Sport- und Verkehrsunfälle.

Zum Glück entwickele sich die karnevalistische Rotkreuz-Blutspende in Mechernich wie auch Kommern zum Renner und zur Tradition. Klöcker lobt deshalb die „hervorragende Zusammenarbeit“ der Vereine im ländlichen Raum. Auf diesem Wege könne man daher viele Menschen erreichen. Profitieren tun am Ende beide Seiten, denn die Rotkreuzler geben auch genauso gerne viel zurück: „So sind wir ehrenamtlich für die Greesberger natürlich auch bei der Sanitätsbetreuung beim Zoch und anderen Veranstaltungen im Einsatz.“
Mit der Bürgerhalle habe man schon länger einen guten Standort in Kommern gefunden. „Die Blutspender kommen gerne hierhin“, so Klöcker: „Die Räumlichkeiten sind wie in Mechernich auch ideal für uns.“ Belohnt werden alle Teilnehmer am Ende mit einem reichhaltigen Büffet, das der Ortsverein als Dank bereithält.

Eine App vom DRK-Blutspendedienst West liefert außerdem Informationen über Blutspendetermine in der Nähe und wann man wieder spenden darf oder wie oft man schon gespendet hat. In dem dazugehörigen Forum kann man sich mit Blutspendern aus ganz Deutschland austauschen. www.spenderservice.net
pp/Agentur ProfiPress