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Erschütternde Leidensgeschichte

Kultur om Dörp in Bleibuir: Autor Heinz A. Höver liest aus seinem Buch „Josef – Das vergessene Kind“ – Lesung am Freitag, 11. April, ab 20 Uhr in der Alten Schule – Einlass ab 19 Uhr, Eintritt frei(willig)

Mechernich-Bleibuir – Es ist eine Lesung der besonderen Art. Der Autor Heinz A. Höver erzählt am Freitag, 11. April, ab 20 Uhr in der Alten Schule in Bleibuir die bedrückende Geschichte des kleinen Josef, der in Wien starb. Offizielle Todesursache: Idiotie. Es ist eine eindrückliche Mahnung gegen das Vergessen.

Die Geschichte, die Heinz A. Höver in seinem Buch „Josef – Das vergessene Kind“ erzählt, ist die des kleinen Josef Brock, der noch vor seinem sechsten Geburtstag in Wien im „Spiegelgrund“ ums Leben kam. Der aus Weilerswist stammende und in Nöthen lebende Autor habe von der Geschichte des Jungen schon in den 1960ern erfahren. Es hieß, er sei ein uneheliches Kind gewesen, womöglich entstanden aus einem Inzest, während der Zeit des Nationalsozialismus in eine „Kinderfachabteilung“ gebracht und dort für die Medizin missbraucht. Josef Brock wuchs bei Großmutter und Großtante auf, verschwand und wurde vergessen.

Autor Heinz A. Höver erzählt am Freitag, 11. April, ab 20 Uhr in der Alten Schule in Bleibuir die bedrückende Geschichte des kleinen Josef, dessen Leben offiziell aufgrund von „Idiotie“ endete. Foto: privat/pp/Agentur ProfiPress
Autor Heinz A. Höver erzählt am Freitag, 11. April, ab 20 Uhr in der Alten Schule in Bleibuir die bedrückende Geschichte des kleinen Josef, dessen Leben offiziell aufgrund von „Idiotie“ endete. Foto: privat/pp/Agentur ProfiPress

In vielen Gesprächen mit noch lebenden Zeitzeugen hat Heinz A. Höver der erschütternden Lebens- und Leidensgeschichte Josef Brocks nachgespürt, dessen offizielle Todesursache „Idiotie“ so falsch ist wie sein angeblicher Vater. „Hövers Bericht nennt die Fakten und setzt sich kritisch mit der Rolle der Kirchen im Nationalsozialismus auseinander. Zugleich ist sein Text eine Aufforderung, das Schweigen zu brechen: eine eindringliche Mahnung wider das Vergessen“, heißt es in der Buchbeschreibung des Verlags Ralf Liebe.

Der Förderverein Alte Schule Bleibuir hofft auf großes Interesse an der Lesung der Reihe „Kultur om Dörp“. Der Eintritt ist frei(willig).

Jeremias Slenczka/pp/Agentur ProfiPress