Zu Hause lernen für die Schule
Schulpsychologische Beratungsstelle gibt Tipps und Empfehlungen, wie Familien den ungewohnten Alltag meistern können – Bewegung sollte nicht zu kurz kommen und sich jeden Tag was Gutes tun
Mechernich – Die Corona-Pandemie stellt Familien vor neue Alltagsaufgaben. Es braucht Regeln, wie sich Erwachsene, Kinder und Jugendliche häusliche Pflichten teilen und ihre eigenen Arbeiten, auch Schulaufgaben, bewerkstelligen. Es stellt sich auch die Frage völlig neu und anders, wie und wo man „Freizeit“ verbringen kann.

„Es hilft, gemeinsam einen sinnvollen für die betreffende Familie individuellen Ablauf zu planen, in der diese Dinge einen festen Platz haben“, rät Benedicte Remmert, die Leiterin der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises. Die augenblickliche Situation biete immerhin den Vorteil, dass die Kids ihre Lern- und Arbeitsphasen dem individuellen Biorhythmus anpassen und flexibel über den Tag verteilen könnten.
Bewegen zwischen Lerneinheiten
Pausen zwischen einer Lerneinheit am Vor- und einer am Nachmittag sollten am besten mit Bewegung überbrückt werden. Wenn keine neuen Aufgaben da sind, sollten die Schüler das wiederholen und üben, was schon ganz gut klappt. Wichtig sei, dran zu bleiben, so Benedicte Remmert.
Internet-Tutorials, aktuell neu gestaltete Fernsehangeboten oder Apps könnten auch für Lernstoff-Input sorgen. Die Schulpsychologische Beratungsstelle des Kreises: „Vergessen werden sollte nicht, sich jeden Tag für das Geschaffte mit etwas Schönem zu belohnen.“
Kontakt zur Schule halten
Ganz wichtig sei, dass Eltern nicht den Ehrgeiz entwickeln, die Lehrkräfte ihrer „Pänz“ ersetzen oder gar toppen zu wollen. Remmert: „Die Eltern begleiten und unterstützen ihre Kinder bei den durch die Schule vorgegebenen Aufgaben für zu Hause. Sie können ermutigen, jeden Fortschritt feiern, für Rückfragen zur Verfügung stehen mit Zuwendung und Geduld. Denn Nähe und guter Kontakt sind im Moment wichtiger denn je – für Eltern und Kinder.“

Auch der Kontakt zu den Mitschülerinnen und Mitschülern sowie Freunden über soziale Medien gehörten dazu. Sollten Eltern unsicher sein oder sollte es Konflikte geben, können sie, aber auch ihre Kinder, sich bei der Schule erkundigen, was erwartet wird. Die Schulen seien weiterhin erreichbar.
„Lehrkräfte können für Familien im Moment eine wichtige Stütze sein“, so die Schulpsychologin. „Schule ist für die meisten Kinder ein stabilisierender Teil des Lebens, der Normalität. Jetzt weiter in Kontakt zu sein, zu wissen, dass die Lehrkräfte sich kümmern, mit Arbeitsmaterial versorgen, nachfragen und ansprechbar sind, ist sehr wertvoll – für Kinder, Jugendliche und auch die Eltern.“
Schulpsychologie gibt Rat
Auch die Schulpsychologische Beratungsstelle ist erreichbar für Familien, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte, die sich Beratung, Austausch oder Unterstützung wünschen: montags bis donnerstags 8:30 – 15:30 Uhr, freitags 8:30 – 12:30 Uhr unter Tel: (0 22 51) 15 730, schulpsychologie@kreis-euskirchen.de
pp/Agentur ProfiPress