Sympathie zwischen Orchester und Publikum
Drittes Dreikönigskonzert im ausverkauften Mechernicher Ratssaal gipfelte in stehenden Ovationen – Jungmusiker von Weltklasseniveau um Prof. Benjamin Bergmann spielten für die Bewohner der Schwerst- und Langzeitpflege der Communio in Christo Werke von Mozart, Vivaldi, Mahler und de Sarasate
Mechernich – Ein ausverkauftes Haus, phantastisch vorgetragene klassische Musik und am Ende stehende Ovationen eines restlos begeisterten Publikums: Das war die Bilanz des dritten Dreikönigskonzertes der Mainzer Musici im Mechernicher Ratssaal zugunsten der Bewohner der Schwerst- und Langzeitpflege der Communio in Christo.

Norbert Arnold, der Geschäftsführer des Sozialwerks der Communio in Christo, begrüßte die Konzertbesucher im Beisein von Generalsuperior Karl-Heinz Haus, dem Oberen der Communio, die 1984 in Mechernich von der charismatischen Mutter Marie Therese gegründet worden war.

Gegeben wurden Mozarts kleine Nachtmusik, Vivaldis Vier Jahreszeiten, das Adagietto aus Gustav Mahlers 5. Sinfonie und Pablo de Sarasates „Navarra“ für zwei Violinen. Letzteres mit den Solisten Ashley L. Bartel und Stefan Besan, der mit teilzerfranstem Bogenhaar unbeirrt und virtuos weiterspielte. Besan hatte schon zuvor in Vivaldis „Winter“ minutenlangen Applaus für sein Solo bekommen.

Zum Gesamtensemble aus Studenten und Ehemaligen des Mainzer Musikhochschulprofessors Benjamin Bergmann gehörten außer den bereits Genannten Friderike Kampick, Gufeng Wu, Anna-Liese Siemens (1. Violine), Marta Kovalova, Anna Steinmeier, Maya Fabry (2. Violine), Tim Düllberg, Felipe Cardoso Kircher, Jinsil Muschinski-Choi (Viola), Lucija Rupert, Agnese Menna (Violoncello), Joonsoo Lee (Kontrabass) und Leonid Dorfmann (Cembalo).
Spielfreude und Pepp
Das Kammerorchester Mainzer Musici, das für sein Programm 2020 in Mechernich ausgesprochen populäre Kompositionen ausgesucht hatte, war 2006 gegründet worden. Die Geiger kommen aus Professor Benjamin Bergmanns Violinklasse. Professor Bergmann studierte unter anderem bei Prof. Hedwig Pahl, als Stipendiat in New York bei Rony Rogoff, dem langjährigen Violinsolisten von Sergiu Celibidache, und im Hauptstudium bei Helmut Zehetmair am Mozarteum in Salzburg.

„Lebendigkeit, Inspiration, Klangsinn und stilistisches Feingefühl“ werden als „Unternehmensphilosophie“ der von ihm gegründeten und geleiteten Mainzer Musici angegeben. Spielfreude, Pepp und technische Brillanz waren beim Mechernicher Konzert spürbar und wirkten ansteckend. Die Sympathie zwischen Publikum und Musikern war zum Knistern spürbar. Hinzu kam Professor Bergmanns lebendige und gestenreiche Moderation – zum Teil mit Originalkommentaren Antonio Vivaldis zu seinen jahreszeitlichen Realbildern vor Augen, die er in Töne und Harmonien umsetzte.

Als Solisten brillierten dabei neben Ashley L. Bartel und Stefan Besan auch Frederike Kampick, Gufeng Wu und Marta Kovalova. Bartel war regelmäßig Preisträgerin des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ und leitete das Landesjugendorchester Mecklenburg-Vorpommern als Konzertmeisterin.

Gufeng Wu, eine gebürtige Chinesin, gewann mehrere Violin- und Kammermusikwettbewerbe in Hongkong und der Inneren Mongolei, wo sie Musik studierte. Zu Professor Benjamin Bergmann kam die Gastsolistin der Staatlichen Russischen Hochschule für Musik, um in dessen Masterklasse an der Johannes-Gutenberg-Universität ihre Fertigkeiten zu vervollkommnen.
Dank an Prof. Knapstein
Das tut auch Friederike Kampick, die mehrfach „Jugend musiziert“ gewann und das Puchheimer Jugendkammerorchester als Konzertmeisterin leitete, das 2015 den Bayerischen Staatspreis für Musik erhielt. Marta Kovalova und Stefan Besan, die weiteren Solisten des Mechernicher Dreikönigskonzerts, haben sich trotz ihres jungen Alters bereits ebenfalls Meriten erworben.

Erstere spielt neben ihrem Studium bei Professor Bergmann im Philharmonischen Staatsorchester Mainz. Sie errang den 1. Preis beim Internationalen Wettbewerb „Krim Frühling Yalta“ in der Ukraine und war 2019 als Primaria des Glücksklee-Quartetts Preisträgerin des Gerhard-Vogt-Kammermusikwettbewerbs.

Stefan Besan, der aus Moldawien stammt und schon als Fünfjähriger Geige bei seiner Mutter Elena Baltaga lernte und von bedeutenden Violinisten weiter ausgebildet wurde, hat über 20 erste und große Preise in internationalen Wettbewerben gewonnen.

Er spielt als Solist in Orchestern in Deutschland, Österreich, Italien, Griechenland, der Slowakei, Rumänien, Serbien, Kroatien und Slowenien. Er war und ist Inhaber mehrerer Stipendien und Förderpreise, unter anderem auch des Rotary Clubs Mainz-Churmeyntz, der auch das Benefiz-Gastspiel der Mainzer Musici in Mechernich 2020 einmal mehr sponserte.
Norbert Arnold, der Geschäftsführer des Sozialwerks des Ordo Communionis in Christo, so der offizielle Name der Communio nach der kirchlichen Anerkennung vor einem Jahr, war erkennbar glücklich über den großartigen Konzertabend. Das Publikum würdigte das grandiose Zusammenspiel der größtenteils jungen Musiker und ihres springlebendig moderierenden und mitspielenden Professors mit stehenden Ovationen.

Arnold bedankte sich bei Professor Paul-Georg Knapstein, der das Dreikönigskonzert Mechernich nun bereits im dritten Jahr mit dem Rotary Club Mainz-Churmeyntz ermöglicht und gefördert hat. Norbert Arnold versprach im Abspann eines unvergesslichen Abends, Professor Benjamin Bergmann und die Mainzer Musici würden der Communio und Mechernich treu bleiben: „Auch im Jahr 2021 soll es im Mechernicher Rathaus wieder ein Dreikönigskonzert geben!“
pp/Agentur ProfiPress