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Folie aus Maisstärke

Bauer Theo Bieger setzt für die Krewelshöfe in Obergartzem und Lohmar auf biologisch abbaubare Folie aus Maisstärke für den Kürbisanbau – Folie fördert Erhalt von Feuchtigkeit und hemmt Unkrautbildung – Zersetzung durch UV-Strahlen und Wasser

Mechernich-Obergartzem/Lohmar – Manch einer mag sich wundern, dass auf den Kürbis-Feldern des Krewelshofes in Zülpich-Enzen nicht nur die Kürbispflanzen nach der Ernte zerhäckselt und untergegraben werden, sondern auch die auf den Feldern liegende schwarze Folie. Dabei sind die vermeintlichen schwarzen Plastikfetzen tatsächlich Teile einer biologisch abbaubaren Folie aus Maisstärke, die sich im Zusammenspiel mit UV-Strahlen und Wasser zersetzen.

Der Schlepper fährt die abgeernteten Reihen der Kürbisfelder ab und zerkleinert mithilfe der Bodenfräse Erde und Pflanzen – und die Folie aus Maisstärke. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
Der Schlepper fährt die abgeernteten Reihen der Kürbisfelder ab und zerkleinert mithilfe der Bodenfräse Erde und Pflanzen – und die Folie aus Maisstärke. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Theo Bieger, Betreiber der Krewelshöfe in Obergartzem und Lohmar, setzt schon seit drei Jahren ausschließlich auf Folie aus Maisstärke, wenn es um den Kürbisanbau geht. „Die Folie soll den Damm von Unkraut freihalten, damit der Kürbis sich alleine entwickeln kann“, erklärt Theo Bieger.

Bauer Theo Bieger setzt bereits seit drei Jahren auf die Folie aus Maisstärke für seine Kürbisfelder. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Zwar ist die Folie im Vergleich zur herkömmlichen Plastikfolie etwa doppelt so teuer, doch dafür muss sie nach der Ernte nicht eigens vom Feld geholt und entsorgt werden. Insgesamt 75 Kilometer Folie wurden dieses Jahr auf den Krewelshofer Kürbis-Feldern ausgelegt. Alle 60 Zentimeter wurde dann ein Loch in die Folie gemacht und die vorgezogene Kürbispflanze dort in die Erde gesetzt.

Der Damm, auf dem die Kürbispflanzen wachsen, ist mit Folie bedeckt. Diese unterstützt zum einen, dass Feuchtigkeit möglichst lange im Boden bleibt, zum anderen soll sie verhindern, dass Unkraut die volle Entwicklung der Kürbispflanzen erschwert. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

125.000 Setzlinge

Insgesamt 125.000 Setzlinge wurden so eingepflanzt – schließlich braucht man die Kürbisse nicht „nur“ für den Verkauf in den beiden Hofläden, sondern auch rund 100.000 Kürbisse für Nordrhein-Westfalens größte Kürbisschau ab September auf dem Krewelshof Eifel in Obergartzem. Dort werden die Kürbisse mit Holz und Draht zu kunstvollen Figuren – dieses Jahr mit dem Thema „Wundersame Waldwesen“.

Im Feld sieht man noch Reste der Folie aus Maisstärke. Bis zum Herbst wird sie sich bereits größtenteils zersetzt haben. Dieser Prozess läuft schneller ab, je kleiner die Folienteilchen sind. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
Im Feld sieht man noch Reste der Folie aus Maisstärke. Bis zum Herbst wird sie sich bereits größtenteils zersetzt haben. Dieser Prozess läuft schneller ab, je kleiner die Folienteilchen sind. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Aktuell werden die Kürbisse für die Ausstellung geerntet. Trotz des trockenen Sommers ist noch eine Restfeuchte unter der Folie erhalten geblieben. „Unser Ziel ist es, in Zukunft mit Hilfe der Folie sogar die Winterfeuchte im Boden behalten zu können“, erklärt Theo Bieger.

125.000 Setzlinge von rund 30 Kürbissorten wurden in diesem Jahr eingepflanzt – jetzt wird geerntet. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
125.000 Setzlinge von rund 30 Kürbissorten wurden in diesem Jahr eingepflanzt – jetzt wird geerntet. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Indessen fährt ein Schlepper über die abgeernteten Reihen des Kürbisfeldes. Mit der Bodenfräse wird die Erde – mitsamt Pflanzen und Folie – aufgebrochen und zerkleinert. Bereit für die nächste Runde.

pp/Agentur ProfiPress