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Neuer Schiedsmann im zweiten Bezirk

Schiedsmannwechsel im Bezirk „Mechernich zwei“ – Guido Bel übernimmt Amt von Bernd Nöthen – Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und Silvia Jambor (Ordnungsamt) verabschiedeten und begrüßten alten und neuen Schiedsmann im Mechernicher Rathaus

Mechernich – Jeder Abschied ist gleichzeitig ein Neuanfang – so auch in Sachen Schiedsmann für den Bezirk „Mechernich zwei“. Von Bernd Nöthen, der die Stelle 20 Jahre lang besetzt hatte, wechselt sie nun zu Guido Bel, beide wohnhaft in Gehn. Neben Nöthen und Bel waren auch Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und die Leiterin des Ordnungsamtes Mechernich, Silvia Jambor, zum Abschied und zur Begrüßung vor Ort im Mechernicher Rathaus.

Sorgen tun Schiedsmänner in ihren Bezirken sozusagen für „Recht und Ordnung“, als erste Schnittstelle zwischen Bürgerkonflikten, Stadtverwaltung und Gerichten. Der betroffene Bezirk umfasst die Orte Antweiler, Berg, Bergbuir, Bescheid, Bleibuir, Eicks, Firmenich, Floisdorf, Gehn, Glehn, Hostel, Katzvey, Kommern, Kommern-Süd, Lessenich, Obergartzem, Rißdorf, Satzvey, Schaven, Voissel, Wachendorf, Weiler am Berge und Wielspütz.

Nöthen stellte gleich zu Anfang klar: „Das Wichtigste ist gesunder Menschenverstand und Lebenserfahrung! Im Fokus war dabei immer, Probleme gemeinsam zu klären. Miteinander sprechen, nichts einfach laufen zu lassen und eben schauen, dass jeder, so gut es geht, am Ende zufrieden ist. Die Intention dahinter war dann natürlich auch, wenigstens ein paar Fälle weniger vor Gericht zu haben und sich zivilisiert auszutauschen und zu verstehen“.

„Mit Fingerspitzengefühl und Rückgrat…“

Vor rund 20 Jahre, im Jahr 2001, begann Bernd Nöthen seine Stelle bei der Stadt als bis dato jüngster Kandidat, mit 40 Jahren. Sein Vorgänger war der Kommerner und Tambour-Major Walther Schäfer, der ihn damals persönlich empfohlen hatte.

Neben Kleinigkeiten wie Parkkonflikten oder der unpassenden Rasenhöhe der Nachbarn gab es laut Nöthen auch Fälle von Beleidigung – doch schlimmeres habe er zum Glück im Laufe seiner Zeit als Schiedsmann nicht wirklich erlebt und ergänzte mit einem Schmunzeln: „Bei den meisten Fällen hat es da schon gereicht, erstmal eine kalte Dusche zu empfehlen. Dann sieht die Welt oft schon wieder viel besser aus“

Bürgermeister Dr. Schick fasste zusammen: „Man muss weiterdenken können, ganz einfach. Mit viel Fingerspitzengefühl und Rückgrat hat Herr Nöthen seine Aufgaben wirklich gut erfüllt, das muss man ganz klar bemerken. Und dafür sind wir Herrn Nöthen sehr dankbar!“

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedeten (v. l.) Silvia Jambor vom Mechernicher Ordnungsamt und Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick den „alten“ Schiedsmann des Mechernicher „Bezirks zwei“, Bernd Nöthen und begrüßten den „neuen“, Guido Bel, in seinem Amt bei der Stadt. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

„Appel und Ei“ statt Anwalt

„Mein Sohn hat immer gesagt, Papa Du bist bekloppt, dass Du das freiwillig machst. Aber ich hätte es auch noch fünf Jahre länger gemacht, es war einfach eine Herzensangelegenheit“, so Nöthen dazu und ergänzte: „Ich bin wirklich sehr froh, dass Guido Bel mein Nachfolger wird. Er hat die perfekten Vorkenntnisse als Verwaltungsspezialist und ein ähnliches Alter wie ich, als ich angefangen habe!“

Silvia Jambor und das gesamte Ordnungsamt der Stadt Mechernich betreuen seit jeher die Schiedspersonen. „Das sind wirklich super tolle und kompetente Leute, da wird sich auch Herr Bel in Zukunft bedingungslos dran wenden können, davon bin ich überzeugt und möchte Ihnen allen, besonders auch natürlich Frau Jambor, noch einmal herzlich für die gute Zusammenarbeit danken!“, so Bernd Nöthen.

Jambor antwortete: „Das kann ich so nur zurückgeben. Mit Herrn Nöthen hatte man immer einen sehr pragmatischen Menschen in der Hinterhand, der sich immer verlässlich, auch gerade in quasi aussichtslosen Situationen, erfolgreich verschiedenster Probleme angenommen hat.

Die Höchstgebühr der Schiedsmänner in den Fällen beträgt übrigens 40 Euro: „Ein »Appel und Ei«, wenn man bedenkt, was beispielsweise ein Anwalt kosten würde“, so Nöthen. „Und diese Summe habe ich bei Weitem nicht oft verlangt…“

Von Gehn nach Gehn

Auch der neue Schiedsmann des zweiten Mechernicher Bezirks und Gehner, Guido Bel, wurde von Bürgermeister Dr. Schick, Silvia Jambor und Bernd Nöthen zu seinem neuen Amt herzlich beglückwünscht und es noch einmal herausgestellt, dass er wichtige Bereitschaft zeige.

Bel ist 44 Jahre alt und heimatverbunden, studierte Verwaltungswissenschaften bis zum Erreichen des „Master“-Titels und arbeitet bei der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung, als Verwaltungsleiter am Studienort in Köln. Außerdem agiert er als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Köln und engagiert sich leidenschaftlich für den Vfl Kommern als Kassierer.

„Mein Ziel als neuer Schiedsmann wird sein, aufkommende Konflikte schnell, sozial und beidseitig verträglich zu schlichten. Wenn es nicht anders geht, auch vor Gericht, doch das wird sich dann zeigen. Ich denke, meine Berufsjahre und Erfahrungen in Sachen Recht werden mir dabei eine große Hilfe sein“, so Bel zum Mechernicher Bürgerbrief.

Bei Kontaktwünschen und weiteren Anregungen können Bürger den neuen Schiedsmann des Bezirks „Mechernich zwei“, per Mail unter guido.bel@schiedsmann.de erreichen.

pp/Agentur ProfiPress