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„Leben wie eine Netflix-Serie“

Mechernicher Autor und Musiker Günter Hochgürtel veröffentlicht seinen neuen Roman – Unglaubliche, aber wahre Reise einer emanzipierten Frau und ihrer Kinder von Europa bis in den Orient – Eine Story von Präsidenten und obersten Richtern, von Herrenhäusern und Obdachlosenheimen: „Zweimal Orient und zurück“

Von Henri Grüger

Mechernich/Nideggen – Günter Hochgürtel, der Journalist, Frontmann der Eifelrockband „Wibbelstetz“ und Ganove der „Eifel-Gäng“, ist bereits mehrfach unter die Buchautoren gegangen. Jetzt hat er in Nideggen seinen neuen Roman vorgestellt, die unglaubliche, aber wahre Reise- und Lebensgeschichte einer ungewöhnlichen Frau und ihrer Familie. Titel: „Zweimal Orient und zurück“. Das Buch erzählt auf über 320 Seiten eine jahrzehntelange Odyssee…

Vorgestellt wurde das Werk im Atelier der Künstlerin Muna Götze in Nideggen, einem Ort in der Eifel, der eine besondere Relevanz für die Geschichte hat, denn hier lebte die Romanheldin jahrelang. „Die Geschichte ließ sich gut und schnell runterschreiben, sie erzählte sich wie von selbst“, verriet Hochgürtel den zahlreichen Journalistenkollegen, die zur Buchpremiere kamen. Ihnen legte der gebürtige Vollemer (Stadt Mechernich) den Entstehungsprozess des Buchs vor, in dem reale Personen unter geänderten Namen agieren.

Romanautor und Musiker Günter Hochgürtel (r.) stellte in Nideggen sein neues Buch „Zweimal Orient und zurück“ vor. Ein Sohn der Hauptprotagonistin, Norbert Wolf, war eigens aus Wien angereist, um dabei zu sein. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Eine Odyssee sondergleichen

Zur Handlung: Rosina Sedlacek, eine Frau ohne weiterführende Sprachkenntnisse oder höhere Schulbildung, ließ Anfang der 1950er Jahre ihren Job samt Familie in Wien zurück, um in Italien zu arbeiten. Wie es der Zufall wollte, kehrte sie in Begleitung eines jungen Lebens in ihrem Bauch zurück, was zu familiären Spannungen in der Donaumetropole führte.

Kurze Zeit später macht sich die Romanprotagonistin wieder auf die Reise, um einen neuen Job anzutreten, der ihr in einem Krankenhaus in Kairo angeboten wurde. Nachdem ihre Familie hinterherkam und sie rasch Direktorin der Einrichtung wurde, wanderte sie nach Gaza aus, wo Rosina Sedlacek kurzerhand den obersten Richter heiratete und in einem stattlichen Herrenhaus samt Bediensteten unterkam. Eine gemeinsame Tochter wird geboren, er, der Ehemann und Richter, stirbt kurz darauf…

Das Cover des neuen Romans von „Eifel-Troubadour“, „Wibbelstetz“ und „Eifel-Gängster“ Hochgürtel. Foto: Autor/pp/Agentur ProfiPress

Aufgeben kam für Rosina nicht in Frage – und so führte ihre Reise weiter durch Palästina und Europa: „Im Kolosseum in Rom haben wir Anfang der 60er den Besuch der Queen miterlebt“, erinnerte sich Rosinas Sohn Norbert Wolf bei der Buchvorstellung. Die Odyssee führte in die Deutsche Demokratische Republik und schließlich samt jugendlichen Kindern per Fahrrad und Anhalter wieder zurück in den Orient, wo wieder neues Glück auf die Hauptdarstellerin wartete…

Anfang der 70er Jahre endete die Weltreise schließlich in der Nähe von Düren, bevor sich Rosina nach ein paar Jahren in einer Nacht- und Nebelaktion dazu entschied, eine Stelle in einem Altersheim im Westerwald zu übernehmen. Dort lebte sie über zehn Jahre lang und starb schließlich 2003.

Sie feierte Feste mit dem späteren ägyptischen Präsidenten Anwar el Sadat in den Bars von Kairo, nahm eine Stellung als Kriegsdiplomatin des Roten Kreuzes in Israel an und erlebte schier unglaubliche Dinge, die Günter Hochgürtel in seinem Roman mit der gegebenen schriftstellerischen Verfremdung wieder aufleben lässt. „Ein Leben, wie eine Netflix-Serie“, fasste der Autor bei der Buchvorstellung zusammen.

Im kleinen Rahmen erzählte der Autor einiges aus dem Leben von Hauptfigur Rosina und zur Entstehungsgeschichte des Buches. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

So verwundert es kaum mehr, dass im Lauf der Erzählung unter anderem einer der ersten, kanadischen UN-Soldaten im Einsatz, ein taubstummer Bauer in Thessaloniki (Griechenland) und ein Obdachlosenheim in der ehemaligen DDR ebenfalls Rollen in der Erzählung spielen.

Hochgürtel statt Homer

Auf die Idee gebracht, den Roman zu verfassen, hatte Günter Hochgürtel die Tochter der Hauptfigur, ihre Brüder sprachen Erinnerungen für den Autor in ein Diktafon. Für die Buchvorstellung war eigens der Sohn der Hauptprotagonistin, Norbert Wolf, aus dem fernen Wien angereist, um sich auch noch einmal persönlich zu den Geschehnissen der Vergangenheit zu äußern und einige Erinnerungen mit den anwesenden Journalisten, dem Autor und Gästen zu teilen. Er und seine Geschwister mussten im Lauf der Jahre viel über sich ergehen lassen, obwohl sie immer von ihrer Mutter versorgt wurden. Ein rastloses Leben voller Abenteuer, aber auch Gefahren und Ängste liege hinter ihnen, so die Nachkommen Rosinas zur Agentur ProfiPress.

„Es kam mir das ein oder andere Mal beim Lesen so vor, als hätten Sie in einem Busch gehockt und alles mit angesehen“, lobte Wolf die belletristische Wiedergabe Hochgürtels: „Zwar ist dies natürlich keine exakte Dokumentation der Ereignisse, doch es trifft viele Dinge genau auf den Punkt und erzählt währenddessen unterhaltsam!“

Aufnahmen einer Odyssee: Von Partys mit Präsidenten, Luxus, Pyramiden und Krankenhäusern: Das unglaubliche Leben der Rosina Sedlacek und ihrer Familie wurde Gegenstand eines Romans von Günter Hochgürtel. Collage: Günter Hochgürtel/Wolf/pp/Agentur ProfiPress

Der gebürtige Mechernicher Günter Hochgürtel: „Das ging alles nur, weil die Geschichte so viel zu bieten hat. Ihre Mutter war ihrer Zeit weit voraus, emanzipiert und wusste, wie sie mit den mächtigsten Menschen umzugehen hatte. Kurz und knapp: Sie hat stets ihr Ding gemacht, wusste ihre Stärken einzusetzen und davor habe ich tiefen Respekt.“

Autor und Ausblick

Günter Hochgürtels erstes Buch „Landlust“ erschien 2015 im Selbstverlag, davor arbeitete er 40 Jahre lang als Redakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Das nächste Buch soll bereits 2023 erscheinen, samt einer neuen „Wibbelstetz“-CD. Hochgürtel ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Günter Hochgürtel: „Zweimal Orient und zurück“; CPI books, Ebner und Spiegel GmbH, Ulm; 328 Seiten; 12 Euro (D), ISBN: 978-3-00-070668-4

pp/Agentur ProfiPress