Nach wie vor sehr aktiv
Weihnachtsfeier der Flüchtlingshilfe Kall im Saal Gier – Integrationsbeauftragte zog positive Jahresbilanz –Zuweisungen ab Ende 2020?
Kall – Voller Stolz über das Geleistete in den vergangenen zwölf Monaten aber auch mit einer Prise Ungewissheit, was 2020 kommen wird, blickte die Flüchtlingshilfe Kall bei ihrer Weihnachtsfeier zurück und in die Zukunft. 45 Menschen waren in die Gaststätte Gier gekommen, darunter erstmals auch Vorstandsmitglieder der Kaller Tafel. „Wir haben ganz viele Schnittpunkte, einige der Geflüchteten sind Kunden der Tafel“, erläuterte Alice Gempfer, Integrationsbeauftragte der Gemeinde Kall.

Stolz ist die Flüchtlingshilfe darauf, dass nur 14 der 206 Geflüchteten in Kall ohne Beschäftigung sind. „Einige dieser 14 würden gerne etwas tun, haben aber keine Arbeitserlaubnis“, relativiert Alice Gempfer diese ohnehin schon geringe Zahl noch einmal. Etwa die Hälfte der in Kall lebenden Geflüchteten stammt aus Syrien, gefolgt von Menschen aus Afghanistan und dem Irak.
Auch ansonsten war die Flüchtlingshilfe alles andere als untätig. Das Haus der Begegnung – mittlerweile auch online erreichbar unter www.hdb-kall.de – wurde Anfang des Jahres eröffnet, seitdem finden die Begegnungscafés dort statt. Es gab zahlreiche Veranstaltungen, darunter Erste-Hilfe-Kurse für Frauen, einen Fachtag „Geschlechterrollen im Wandel“, monatliche Ehrenamtstreffen oder Vorträge zum Thema Gewaltprävention. Dabei kooperiert die Flüchtlingshilfe seit Jahren mit verlässlichen Partnern wie dem Kommunalen Bildungs- und Integrationszentrum sowie dem Jugendamt des Kreises, dem Deutschen Roten Kreuz, der Caritas, dem Jugendmigrationsdienst und dem Verein „Wirkstatt“.

„Wir haben etliche Familiennachzüge gehabt und Familien zusammengeführt“, freute sich Bürgermeister Hermann-Josef Esser, der es sich nicht nehmen ließ, die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer zu begrüßen. Es seien Wohnungen für Geflüchtete gefunden worden, es gab in Kall Geburten und Einschulungen. „Und es freut mich, dass Sie nach wie vor sehr aktiv sind“, sprach er die Ehrenamtler direkt an.
Gleichwohl seien die Aussichten für 2020 noch nicht ganz absehbar. Die Zentrale Unterbringungseinrichtung in Kall werde geschlossen. Das bedeute, dass es Ende 2020 wieder mehr Zuweisungen in die Gemeinde geben könnte. Nicht vorhersehbar sei außerdem die „politische Großwetterlage“, sagte Esser und meinte unter anderem die unklare Situation in der Türkei, die die Grenzen nach Europa öffnen könnte.

Einen Blumenstrauß überreichte der Bürgermeister an die ehrenamtliche Flüchtlingshelfern Helga Weckmann, die unmittelbar nach ihrer Genesung wieder bei den Begegnungscafés in der Küche stand. Weckmann hat ebenso wie Flüchtlingshelfer Bruno Lang das 80. Lebensjahr schon überschritten, dennoch sind die beiden unermüdlich im Einsatz.
Caterer Ludwig Werle und sein Team versorgten die Gäste mit einem feinen Menü. Mit einer großzügigen Spende trug Werle außerdem zur Finanzierung bei. Das Team der Gaststätte Gier um Monika Sauerbier hatte alle bestens bewirtet und für den festlichen Rahmen gesorgt.

pp/Agentur ProfiPress