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„Keine Kirche der Kleriker“

Gemeindereferentin Maria Jentgen (64) unter anderem auch von Bischof Dr. Helmut Dieser und Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick in den Ruhestand verabschiedet

Mechernich – Eine Kirche, in der sich alle auf Augenhöhe begegnen, ohne Unterschiede in Geschlecht und Weihegrad, das war sozusagen der letzte Wunsch, den die Mechernicher Gemeindereferentin Maria Jentgen am Sonntag im kirchlichen Dienst äußerte.

Gott habe sicher „keine Kirche der Kleriker“ haben wollen, wie sie sich einige alte „Männer in Rom vorstellen“. Nach der Heiligen Messe, die von ihrem nunmehrigen Ex-Chef, Pfarrer Erik Pühringer, zelebriert und von Pfarrer Dr. Innocent Dim konzelebriert und von Diakon Manfred Lang assistiert wurde, spendete Maria Jentgen der Gemeinde den Schlusssegen.

GdG-Leiter Pfarrer Erik Pühringer überreicht „seiner“ scheidenden Gemeindereferentin Maria Jentgen (64) die Osterkerze des Vorjahres. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

In den Corona-bedingt seit Monaten eher dürftig besetzten Kirchenbänken der Pfarrkirche St. Johannes Baptist hatten unter anderem Hedwig Rekers, die Personalreferentin für Pastorales Personal des Bistums Aachen, Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und Ralf Claßen, der Vorsitzende der Mechernich-Stiftung, Platz genommen, um sich mit Dank und Anerkennung von der Mechernicher Gemeindereferentin Maria Jentgen zu verabschieden.

DRK-Krisenintervention

Außerdem Ehemann Alo Jentgen, die Töchter Sylvia und Jutta, die Enkel, zahlreiche Katechet/inn/en, Lektoren und Kommunionhelfer, Wortgottesdienstleiter und Mitglieder des Trauercafés „Oase“ und des Familienmesskreises, der Caritas und des Kriseninterventionsdienstes im Roten Kreuz, die allesamt in den vergangenen 17 Jahren von Maria Jentgen geleitet und/oder begleitet wurden.

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick duzte die Seelsorgerin bei der Verabschiedung und erklärte der Gemeinde: „Maria und ich kommen fast aus dem gleichen Dorf und kennen uns seit Jahrzehnten“. Er dankte auch im Namen seines Dezernenten Ralf Claßen, der ebenfalls zur Verabschiedung gekommen war, für Maria Jentgens Einsatz für die Menschen in der Stadt Mechernich. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Sie sei „Seiteneinsteigerin“ gewesen, als sie sich vor einem Vierteljahrhundert bei ihrem damaligen Chef meldete und ihm eröffnete: „Ich möchte in die Krankenhausseelsorge.“ Und der antwortete: „Dann werden Sie erst mal Gemeindereferentin.“ Und sie wiederum entgegnete: „Ich will nicht Gemeindereferentin werden, ich möchte in die Krankenhausseelsorge.“

In ihrer Abschiedspredigt wünschte sich die scheidende Mechernicher Gemeindereferentin eine „Kirche, in der sich alle auf Augenhöhe begegnen, ohne Unterschiede in Geschlecht und Weihegrad…“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Maria Jentgen wurde Gemeindereferentin, war lange Zeit Krankenhausseelsorgerin und mit 50 Prozent ihres Beschäftigungsumfangs in der Gemeinde St. Johannes Baptist Mechernich unter anderem für den Familienmesskreis, die Pfarrcaritas, die Firmkatechese und die Schulseelsorge sowie Trauerbegleitung zuständig.

Erste Frau im Beerdigungsdienst

Als erste Frau in der Aachener Bistumsregion Eifel und eine der ersten in der Diözese überhaupt versah sie den Beerdigungsdienst. Ihre Begleitung von Kranken und Sterbenden brachte sie vor zehn Jahren mit dem Kriseninterventionsdienst des Roten Kreuzes in Berührung, den sie heute leitet.

Das zurzeit 18köpfige Team ist speziell geschult, Menschen in traumatischen Situationen beizustehen – insbesondere Angehörige zu besuchen und zu begleiten, die durch Unfälle plötzlich nahe Angehörige verloren haben.

Die Entpflichtungsurkunde verbunden mit einem langen persönlichen Schreiben von Aachens Diözesanbischof Dr. Helmut Dieser überbrachte Hedwig Rekers, Personalreferentin für Pastorales Personal im Aachener Generalvikariat. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Familienpastoral, Caritasarbeit, Kranken- und Trauerseelsorge sowie eigene spirituelle Angebote lagen mir“, sagte Maria Jentgen. Vor dem Theologie-Studium und den Praktika im Gemeindedienst war die in Bleibuir lebende und in Weiler am Berge geborene Christin Erzieherin mit Schwerpunkt Sonderpädagogik. Sie stammt aus einem betont christlichen Elternhaus, wie sie am Sonntag in der Predigt erzählte: „Das hat mich geprägt!“.

Dr. Schick dankt im Namen der Bürger

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick dankte auch im Namen seines Dezernenten Ralf Claßen, der ebenfalls zur Verabschiedung gekommen war, für Maria Jentgens Einsatz für die Menschen in der Stadt Mechernich, besonders für diejenigen, denen es temporär oder grundsätzlich nicht so gut geht wie der großen Mehrheit.

Erik Pühringer dankte für eine intensive Zeit mit vielen Berührungs- und vielen Reibungspunkten. Es sei nie langweilig geworden, meinte auch die Verabschiedete selbst, der die Kollegin Rita Pehl Blumen und Grüße der Kolleginnen überbrachte. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Die Entpflichtungsurkunde verbunden mit einem langen persönlichen Schreiben von Aachens Diözesanbischof Dr. Helmut Dieser überbrachte Hedwig Rekers. Maria Jentgen scheidet nach 24 Jahren im kirchlichen Dienst, davon 17 in Mechernich, aus. Erik Pühringer dankte für eine intensive Zeit mit vielen Berührungs- und vielen Reibungspunkten. Es sei nie langweilig geworden, meinte auch die Verabschiedete selbst, der die Kollegin Rita Pehl Blumen und Grüße der Kolleginnen überbrachte.

Die stellvertretende Vorsitzende der gemeinnützigen Mechernich-Stiftung und Leiterin des Kriseninterventionsteams im Roten Kreuz behält ihre ehrenamtlichen Aufgaben einstweilen bei – in der Hoffnung, Zeit genug für ihre Familie  und Kurzurlaube in Zeeland zu behalten.

pp/Agentur ProfiPress