Hochwasserschutz fängt zu Hause an

Jeder Grundstückseigentümer kann Beitrag zum Schutz vor Hochwasser leisten – Bereichen an Gewässern von Hindernissen freihalten – Objektschutz an Gebäuden vornehmen – Beratung im Infomobil am Sonntag, 12. Juni, 11 bis 15 Uhr am Kommerner Arenbergplatz

Kreis Euskirchen/Mechernich – Nach der Flutkatastrophe im vergangenen Sommer stellt sich die Frage, wie man sich zukünftig gegen Hochwasser schützen kann. Tatsächlich könne jeder seinen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten, erklärt Marcel Schneider von der Unteren Wasserbehörde der Kreisverwaltung Euskirchen.

Zwar gibt es vor einem „Jahrhundertwasser“, wie es die Menschen in der Region im vergangenen Juli erlebt haben, keinen hundertprozentigen Schutz. Allerdings können sich die Menschen gegen kleinere Hochwässer oder auch Starkregenereignisse schützen, vor allem aber das Ausmaß der Schäden verringern.

„Der zukünftige Hochwasserschutz wird sich aus vielen unterschiedlichen Maßnahmen zusammensetzen. Neben den erforderlichen übergeordneten Maßnahmen, an denen aktuell die Städte und Gemeinden gemeinsam mit den sondergesetzlichen Wasserverbänden und dem Kreis Euskirchen bereits intensiv arbeiten, ist insbesondere aber auch jeder Gewässeranlieger aufgerufen, seinen Beitrag zum Hochwasserschutz zu leisten“, sagt Marcel Schneider.

Einen hundertprozentigen Schutz vor solch einem „Jahrhunderthochwasser“ wie im vergangenen Juli gibt es nicht – aber um sich vor kleineren Hochwasserereignissen und Starkregenfällen zu schützen, kann jeder Grundstückseigentümer Maßnahmen ergreifen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Gewässer von Hindernissen freihalten

Da die Gewässer im Hochwasserfall mehr Raum benötigten und jedes Hindernis in Gewässernähe zu einer Veränderung des Abflusses oder im schlimmsten Fall zu einem Rückstau führen könne, sei es von Bedeutung, die Bereiche unmittelbar am Gewässer und in den bereits festgesetzten Überschwemmungsgebieten in Zukunft möglichst freizuhalten. Und hier sei jeder Grundstückseigentümer gefragt, so der Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde.

Konkret heiße das: „Nach dem derzeit gültigen Wasserrecht sind an den Gewässern innerhalb der Ortslagen ein Bereich von drei Metern, gemessen von der Böschungsoberkante, von jeglicher Bebauung (Gebäude, Mauern, Zäune etc.) und Ablagerung (Holz, Grünschnitt etc.) freizuhalten. Im Außenbereich ist ein Abstand von fünf Metern zum Gewässer einzuhalten. In den festgesetzten Überschwemmungsgebieten ist jegliche Bebauung, Ablagerung oder Veränderung des Geländes grundsätzlich verboten.“

Darüber hinaus kann auch der Objektschutz an den Gebäuden selbst eine effiziente Möglichkeit sein, Schäden zu vermeiden oder zu verringern. Wirkungsvollen Schutz können zum Beispiel „Rückstauklappen“ in der Abwasserleitung, die Sicherung von Kellerschächten, wasserdichte Fenster und Türen oder auch mobile Schutzwände bieten.

Marcel Schneider von der Unteren Wasserbehörde der Kreisverwaltung Euskirchen erklärt, welche Maßnahmen zum Objektschutz von Gebäuden wirkungsvoll sein können. Foto: Kreis Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress

Infomobil des HochwasserKompetenzCentrums

Beratungsmöglichkeiten für Bürger bietet der Kreis Euskirchen mit dem HochwasserKompetenzCentrum e.V. aus Köln in Form eines Infomobils an zentralen Stellen im Kreisgebiet. Im Raum Mechernich macht das Infomobil am Sonntag, 12. Juni, von 11 bis 15 Uhr am Kommerner Arenbergplatz Halt.

Das Infomobil hält Anschauungsmaterial zum allgemeinen Hochwasserschutz, aber auch viele weitere interessante Informationen bereit. Die Beratung durch ausgewiesene Fachexperten umfasst auch Tipps für den hochwassersicheren Objektschutz von Wohn- und Geschäftshäusern. Neben Empfehlungen für bauliche Maßnahmen an Gebäuden werden auch Hinweise für die Verhaltensvorsorge ausgesprochen.

Weitere Informationen zum Thema Hochwasserschutz gibt es im Serviceportal des Kreises Euskirchen (unter https://serviceportal.kreis-euskirchen.de). Unter dem Stichwort „Bauen am Gewässer“ sind weitere Informationen, auch zu einem möglichen wasserrechtlichen Genehmigungsantrag, eingestellt.

pp/Agentur ProfiPress