„Zoch“ der „Morreköpp“ en miniature
Virtueller Karnevalszug aus Floisdorf bleibt auch über Aschermittwoch hinaus im Netz – Auf YouTube unter #KGFideleMorreköpp1946Floisdorf #Fastelovend #Floisdorf
Mechernich-Floisdorf – In Vussem war am Samstagabend der Bär los – und zwar so ausgiebig wie in alten Zeiten, auch die „Greesberger“ und jede Menge sich selbst organisierende und unorganisierte Narren bevölkerten Rosenmontag die Kommerner City. Die Floisdorfer „Fidele Morreköpp“ beteiligten sich hingegen wie auch der Eiserfeyer „Lichterzoch“ an digitalen Experimenten.

Während die Eiserfeyer „Feytaljecke“ am Projekt „Dr schönste Zoch“ der Tageszeitungen „Kölnische Rundschau“ und „Kölner Stadt-Anzeiger“ mitwirkten, stellten die Floisdorfer „Morreköpp“ wie bereits 2021 ihren eigenen digitalen „Zoch“ ins Netz. Was unter Beweis stellte, dass man coronakonform Trubel, Heiterkeit, Alaaf und Helau begehen kann.

Wie schon bei der Premiere im vergangenen Jahr stoßen sie dabei bei den Vereinen in der Umgebung auf viel Resonanz. Mit Spielszenen, Modellen, Karnevalsmusik und sogar einer Moderation soll das Video die Jecken in der Region über die karnevalslosen Tage hinwegtrösten“, schreibt der Journalist Stephan Everling in „Rundschau“ und „Stadt-Anzeiger“.
28 Wagen, 220 Menschen machten mit
Esther Lorbach ist mit ihrem Bruder Marcel Schoddel für die Moderation zuständig. Ein eingespieltes Duo, denn die beiden sind als Bütten-Zwiegesprächs-Redner „Nüll und Nies“ von der Floisdorfer Karnevalssitzung nicht wegzudenken. Insgesamt 28 Wagen, mehr als das Doppelte von 2021, beteiligten sich 2022. Und zwar im Miniaturformat mit einer Besatzung aus Playmobil-Männchen.

Im Film ziehen die Wagenmodelle und Spielzeugfiguren an der Kulisse des Floisdorfer Ortskerns vorbei. Nicht nur die der Kindergärten aus Schwerfen, Hofen und Bürvenich beteiligten sich mit dem Bau von Wagenmodellen, sondern auch Vereine. „220 Menschen beteiligten sich an der Entstehung des Videos“, so Esther Lorbach.
So hat sich das Tambourcorps Bürvenich selbst als Playmobil-Musikzug verewigt. Die Karnevalsgesellschaft „Greesberger“ aus Kommern, die die Coronapause zur Konstruktion eines neuen Wagens genutzt hatte, haben gleich noch ein kleines Modell von dem neuen Fahrzeug gebaut, um auch im virtuellen „Zoch“ der „Morreköpp“ mitfahren zu können.

Als Nachbau ist die Lok mit dabei, die 1976 den Floisdorfer Karnevalszug anführte. „Das Original ist erst vor fünf Jahren weggeworfen worden“, verriet Marcel Schoddel. Bis dahin sei sie noch in einer Scheune aufbewahrt worden.
Eine gewisse Konstanz der Themen fiel Judith Drügh beim Sichten der alten Aufnahmen der Karnevalszüge von einst auf. „Die alten und die neuen Themen ähneln sich: Energiekrise, Strom zu teuer, das kommt alles wieder…“
Szenen auch aus dem echten Leben
Realisiert wurde das Video wie im vergangenen Jahr von Judith und Tobias Drügh. Mit viel Musik haben sie ihren Film unterlegt. „Alle Bands haben uns ohne Probleme die Genehmigung gegeben, ihre Musik zu verwenden“, sagte Tobias. 3260 Menschen haben 2021 den Virtuellen „Zoch“ im World Wide Web besucht. Da habe er den Film aber nach Karneval von der Seite nehmen müssen, da die Musikrechte Aschermittwoch ausgelaufen seien. „In diesem Jahr haben wir die Rechte länger“, freute er sich.

Auch Spielszenen werden in das Video integriert. Fred Habrich, normalerweise Präsident der Sitzung der „Morreköpp“, ist als Außenreporter unterwegs und interviewt verschiedene Menschen, die er im lustigen Karnevalstreiben trifft.
So startete er seine Recherche vor der Frittenbude, an der auch Marcel Schoddel und die auch als Floisdorfer Büttenrednerin bekannte Johanna Schröder ihre Statements abgeben. „Damit übertragen wir einige Szenen aus dem Video in das richtige Leben“, so Lorbach. Auch Thomas Voiß, als „Berger Jong“ von den Floisdorfer Sitzungen bekannt, wurde interviewt.
pp/Agentur ProfiPress