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AllgemeinCommunio in ChristoStadt Mechernich

„Unbedingt sehenswert“

Kapelle der Communio in Christo ist jetzt „Sehenswert“ in der Stadt Mechernich – Was viele (noch) nicht wissen: Andachtsstätte des renommierten Kölner Architekten Kaspar Kraemer ist täglich von 8 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet – Zuversicht spendende Bronzeskulptur „Geborgen im Licht“ von Bildhauerin Maria J. Fernandez

Mechernich – „Sehenswert“ ist die Kapelle der Communio in Christo schon seit ihrer Fertigstellung im Sommer 2016. Nun hat sie auch einen eigenen Eintrag in der Rubrik „Sehenswert“ auf der Homepage der Stadt Mechernich bekommen.

Der Weg ins Innere der Andachtskapelle folgt einer eckigen Spirale. Wie in ein Schneckenhaus werden die Besucher zu einem Ort der Geborgenheit geleitet. Foto: Annika Feuss/pp/Agentur ProfiPress

Für Besucher ist die Kapelle, die von dem renommierten Kölner Architekten Kaspar Kraemer gebaut wurde, täglich von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Eindrucksvoll sind sowohl das puristische Bauwerk als auch die von der Bildhauerin Maria J. Fernandez geschaffene Bronzeskulptur einer Pietà.

Im Zentrum des Geschehens: Die Kapelle der Communio in Christo zwischen den Gebäuden des Ordos, der Langzeitpflege und des Hospizes Stella Maris. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Besucher aller Nationen und Religionen sind eingeladen, diesen Ort der Stille und Besinnung für sich zu entdecken, dort zu verweilen, zu beten und Zuversicht in einer Zeit der Unsicherheit zu erfahren.

Während die Besucher beim Betreten der Kapelle einen Schritt aus der Weite ins Innere, in die Geborgenheit erfahren, eröffnen hohe Fenster eine Perspektive in die Weite. Foto: Annika Feuss/pp/Agentur ProfiPress

Als ein Ort des Rückzugs und der Kraft entstand die Kapelle auf Wunsch von Bewohnern und Angehörigen der Langzeitpflegeeinrichtung und des Hospizes der Communio in Christo. Für die Architektur des puristischen, würfelförmigen Bauwerks zeichnet der Kölner Architekt Kaspar Kraemer verantwortlich. Einen Namen machte er sich unter anderem mit den Bauwerken zum Domaufgang auf dem Kölner Roncalliplatz sowie mit dem Bau des Odysseums und des Hochwasserpumpwerkes der Kölner Stadtentwässerungsbetriebe am Rheinufer, das je nach Wasserstand des Rheins in unterschiedlichen Farben beleuchtet wird.

Symbolik der biblischen Zahlen

Für die Gestaltung hat man auf biblische Zahlensymbolik gesetzt. Das Grundquadrat misst zwölf mal zwölf Meter. Es greift damit die Zahl der Apostel auf und steht für Stabilität und Kraft des Bauwerks. Gleichzeitig stehen die zwölf Leuchten, die den Weg in das Innere der Kapelle erhellen, symbolisch für die Jünger Jesu. Die Kapelle selbst ist sechs mal sechs Meter groß. Sie versinnbildlicht die sechs Tage, in denen Gott die Welt schuf und steht somit für das Wirken Gottes. Ebenfalls in der christlichen Symbolik mit der Zahl sechs verbunden sind die Werke der Barmherzigkeit, angelehnt an Jesus Rede zum Weltgericht im Matthäus-Evangelium.

In Mechernich dreht sich das Bauwerk in einer Spiralform aus der Landschaft hinein in den Andachtsraum. Besucher gelangen, geführt wie durch ein Schneckenhaus, in das Innere der Kapelle. Dort eröffnen hohe Fenster eine Perspektive in die Weite, während die Besucher beim Betreten der Kapelle den Schritt aus der Weite ins Innere, in die Geborgenheit erfahren.

„Geborgen im Licht“

Von oben flutet Naturlicht in den Raum. Genau in der Lichtsäule steht die von der Engelsdorfer Bildhauerin Maria J. Fernandez geschaffene Bronzeskulptur der Gottesmutter mit dem toten Jesus (Pietà). „Geborgen im Licht“ lautet der Titel der Bronzearbeit, die durch die Geborgenheit bei der Mutter Gottes die Verbindung zum Himmel(reich) herstellt. „Es geht um die Gesamtheit als Kunstwerk“, erklärt die Bildhauerin. Dabei komme es zum Beispiel auf Proportionen und Symmetrie, aber auch auf die Natur an. Die Skulptur bildet mit den beiden Körpern ein Kreuz, das durch die Gliedmaßen allerdings nicht starr, sondern in Bewegung erscheint.

In einer Lichtsäule steht die Bronzeskulptur der Gottesmutter mit dem toten Jesus (Pietà) von Bildhauerin Maria J. Fernandez. Die Skulptur trägt den Titel „Geborgen im Licht“. Foto: Annika Feuss/pp/Agentur ProfiPress

„Die Gottesmutter Maria mit ihrem getöteten Sohn Jesus auf dem Schoß besitzt eine alles Leid und allen Schmerz ausdrückende Symbolik, die von Menschen aller Religionen und Kulturen verstanden wird“, sagt Communio-Generalsuperior Karl-Heinz Haus. So sieht es auch sein Stellvertreter, Father Jaison Thazhathil: „Die Pietà möchte uns in die Tiefe und Mitte der menschlichen Existenz hineinführen. Leid gehört zum menschlichen Dasein. Mitleid ist das Wichtigste, das die Menschen befähigt, das Leid anderer mitzutragen und selber den Sinn des Lebens zu verstehen.“

„Ich habe bei meiner Arbeit so viel an die kranken Menschen hier gedacht“, erzählt Maria J. Fernandez. Die Figur der Gottesmutter mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß ist ein Bild von Menschlichkeit und gleichzeitig von tiefem Leid. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Die Bildhauerin und Künstlerin Maria J. Fernandez hatte die Position der Bronzeskulptur genau ausgewählt. Ausschlaggebend war dafür der Lichteinfall in der Kapelle. „Das Licht, das auf die Gestalten fällt, kommt von oben und strahlt die Hoffnung aus, dass in der Dunkelheit des Leids der Weg zum Licht offen ist“, fasst der Communio-Generalsuperior die Wirkung auf die Besucher zusammen.

Im Sommer 2016 segneten Communio-Generalsuperior Karl-Heinz Haus (vorne) und Father Jaison Thazhathil, inzwischen sein Stellvertreter, die Pietà ein. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Erfahrung mit allen Sinnen

Norbert Arnold, Geschäftsführer der Communio in Christo, erlebt die Kapelle mit allen Sinnen: „Es ist eine beeindruckende Atmosphäre, wenn man sich auf das Bauwerk, die Architektur, die Steine, den Lichteinfall, die Pietà einlässt. Auch die Temperatur und die Luft sind immer neu und anders. Im Frühjahr ist der schneckenförmige Weg in das Innere durch die aufgestauten Sonnenstrahlen wohltuend warm. In den heißen Sommern bietet der Innenraum eine erfrischende Abkühlung. Der jeweilige Sonnenstand wirft stündlich ein anderes Licht von oben auf die Pietà. Letztendlich berührt mich die Puristik, die die gesamte Konzentration dann auf die Pietà lenkt.“

Communio-Geschäftsführer Norbert Arnold erlebt die Kapelle mit allen Sinnen: „Es ist eine beeindruckende Atmosphäre, wenn man sich auf das Bauwerk, die Architektur, die Steine, den Lichteinfall, die Pietà einlässt.“ Foto: Annika Feuss/pp/Agentur ProfiPress

Vor der Pietà haben Besucher die Möglichkeit, Kerzen auf einem breiten Messingtisch aufzustellen und Einkehr zu halten. So entstand mit der Kapelle ein Raum der Stille und Geborgenheit, der allen Besuchern barrierefrei zugänglich ist. Mit dem Standpunkt in der Mitte des Geländes zwischen dem Ordo Communionis in Christo, dem Gebäude der Langzeitpflege und dem Hospiz Stella Maris steht die Kapelle sozusagen im Zentrum des Geschehens. Für alle Besucher von außerhalb ist die Kapelle über eine Zufahrt vom Kiefernweg in die Adolf-Meyer-Straße in Mechernich erreichbar. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Besucherparkplatz.

Als Raum der Stille und Geborgenheit ist die Kapelle allen Besuchern barrierefrei zugänglich. Gleichzeitig scheint das Licht der Kapelle ein Zeichen in den gegenüberliegenden Wald zu senden, so der Architekt Kaspar Kraemer. Foto: Annika Feuss/pp/Agentur ProfiPress

Die Kapelle wird täglich morgens um 8 Uhr geöffnet und kann bis 17 Uhr besucht werden. Das ist auch die Zeit, in der die gegenüberliegende Cafeteria der Langzeitpflegeeinrichtung der Communio in Christo für Bewohner und Besucher geöffnet ist. „Die Kapelle, unsere Pflegeeinrichtungen und das Hospiz sind ein Teil von Mechernich und des Kreises Euskirchen – wir freuen uns daher über jeden Besucher“, betont Norbert Arnold. Für Gruppen werden nach vorheriger Anmeldung sogar Führungen angeboten.

Uschi Regh, Pressesprecherin der Eifel Tourismus GmbH (Mitte) besuchte die Andachtskapelle zusammen mit Communio-Geschäftsführer Norbert Arnold (links) und Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick (rechts) im Herbst 2017. Gemeinsam möchte man die Kapelle mehr ins Bewusstsein religiös-motivierter Wanderer, Architekturinteressierter und von Kulturfreunden rücken. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Ort der Zuversicht

Als besondere Herausforderung empfand es Communio-Geschäftsführer Norbert Arnold, bei der Gestaltung der Kapelle die katholischen Wurzeln einerseits nicht zu verleugnen, aber andererseits einen Ort zu schaffen, an dem sich auch Andersgläubige wohlfühlen Foto: Annika Feuss/pp/Agentur ProfiPress

Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick ist stolz, dass seine Kommune Standort von gleich zwei Kapellen bekannter Architekten ist: der Communio-Kapelle von Kaspar Kraemer und der Bruder-Klaus-Feldkapelle des renommierten Schweizer Architekten Peter Zumthor. Bei der Einsegnung der Kapelle im Rahmen des Gründungsgedenktages der Communio in Christo im November 2015 sagte Bürgermeister Dr. Schick: Manche Menschen bräuchten nicht nur „die Kapelle im Herzen“, sondern auch „eine besondere Atmosphäre, einen Ort des Friedens und des Gebets, von dem eine gewisse Mystik ausgeht, um ein inniges Gespräch mit Gott führen zu können“.

Der Kölner Architekt Kaspar Kraemer hatte es sich zum Ziel gesetzt, mit der Kapelle etwas Besonderes auszudrücken: „Man merkt auf den ersten Blick, dass der Kubus noch eine andere Dimension hat.“ Foto: Paul Düster/pp/Agentur ProfiPress

Norbert Arnold zeigt sich zu Recht stolz auf das eindrucksvolle Bauwerk, das ausschließlich aus Spenden finanziert wurde. In Zeiten der Unsicherheit und Angst habe man die Kapelle als Ort der Geborgenheit und Zuversicht errichtet, an dem Menschen aller Religionen und Nationen Zuflucht finden können. Als besondere Herausforderung empfand der Communio-Geschäftsführer bei der Gestaltung der Kapelle, die katholischen Wurzeln einerseits nicht zu verleugnen, aber andererseits einen Ort zu schaffen, an dem sich auch Andersgläubige wohlfühlen – seien es Besucher oder Bewohner und Mitarbeiter aus anderen Ländern, Religionen oder Konfessionen.

Das Symbol der Communio in Christo am Tor der Kapelle. Archivfoto: Paul Düster/pp/Agentur ProfiPress

Norbert Arnold: „Die Grundlage der Communio in Christo und der Gründung von Mutter Marie Therese ist das Zweite Vatikanische Konzil, (1962 – 1965) das letztlich die Liebe und Barmherzigkeit Gottes in den Vordergrund stellt. Das ist nicht auf Christen beschränkt, sondern gilt für alle Menschen. Alle sollten die Möglichkeit haben, die Kapelle als Rückzugsort, als Ort der Stille und Besinnung für sich zu entdecken. Das ist nicht so einfach, wenn der Ort voller traditioneller katholischer Symbolik ist. Deswegen haben wir uns für die Pietà entschieden, die als Mutter den Sohn in den Armen hält. Diese Situation ist für alle Menschen Trost und Hoffnung.“

pp/Agentur ProfiPress

Buch-Tipp:

Trost – Die Pietà der Communio in Christo

Begleitend zur Einsegnung der Pietà in der Communio-Kapelle erschien das Buch „Trost“ bei der Edition Communio im Echter-Verlag (). Die beiden Autoren Rudolf Ammann (Schönstatt-Pater und Assistent des Communio-Generalsuperiors Karl-Heinz Haus) und Rowitha Dockendorff (Psychoanalytikerin und Fachärztin für psychosomatische Medizin) skizzieren auf 48 Seiten psychologische und theologische Wege zur Mutter der Schmerzen. Maria mit ihrem toten Sohn Jesus auf dem Schoß steht bildhaft für den leidenden Menschen, aber gleichzeitig vermittelt sie Geborgenheit, Trost und Hoffnung. Abgerundet werden die Ausführungen von Fotografien und Detailansichten der Pietà sowie einer Auswahl an Gebeten.

Echter-Verlag, gebundene Ausgabe, 48 Seiten, 9,90 Euro

ISBN 978-3-429-04327-8