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„Schwarze Null in der Bilanz“

Pfarrer Erik Pühringer wirft mit Jubelkommunikanten einen kritischen Blick auf die gemeinsame Nachfolge Christi: „Wir sind auf keiner Prachtstraße unterwegs, sondern auf dem Kreuzweg…“ – In Kallmuth halten Gerd Schramm und Helmut Evertz die alte Tradition der Jubiläums-Kommunionfeiern aufrecht

Mechernich-Kallmuth – Knapp 30 Gläubige begingen vergangenen Sonntag in der Pfarrkirche St. Georg in Kallmuth ihre Jubelkommunionen. Damit gedachten sie in einer Heiligen Messe mit GdG-Leiter und Pfarrer Erik Pühringer ihrer Erstkommunionfeiern vor 25, 40, 50, 60, 65, 70, 75 und 80 Jahren. Eine zweite Gruppe feiert am kommenden Sonntag, 11. September, ihr jeweiligen Jubiläen.

Ein Teil der knapp 30 Jubelkommunionkinder vom 4. September zieht hinter dem Musikverein Kallmuth unter der Leitung von Martin Stoffels zur Pfarrkirche St. Georg. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Ein Teil der knapp 30 Jubelkommunionkinder vom 4. September zieht hinter dem Musikverein Kallmuth unter der Leitung von Martin Stoffels zur Pfarrkirche St. Georg. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Organisiert wurden die Feierlichkeiten von Gerd Schramm und Helmut Evertz, engagierten Christen aus der Gemeinde Kallmuth. Insgesamt hatten die beiden 275 Gläubige aus dem Teil der Gemeinschaft von Gemeinden St. Barbara Mechernich angeschrieben, die vor mindestens einem Vierteljahrhundert in St. Georg Kallmuth zum ersten Mal zum Tisch des Herrn eingeladen waren.

Wegen Corona hatte die bislang letzte Jubelkommunion im Jahre 2019 stattgefunden. Deshalb haben Evertz und Schramm diesmal alle einstigen Kommunionkinder gebeten, zu kommen, die 2020, 2021 oder 2022 ein rundes Jubiläum begehen könnten.

„Auf dem Weg der Nachfolge schreiten wir auf keiner Prachtstraße, sondern auf einem Kreuzweg“, so Pfarrer Erik Pühringer, hier mit Gerd Schramm, dem Organisator der Kallmuther Jubelkommunionfeiern. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
„Auf dem Weg der Nachfolge schreiten wir auf keiner Prachtstraße, sondern auf einem Kreuzweg“, so Pfarrer Erik Pühringer, hier mit Gerd Schramm, dem Organisator der Kallmuther Jubelkommunionfeiern. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Vom Musikverein abgeholt

Die Jubelkommunikanten wurden und werden dabei jeweils vom Musikverein Kallmuth unter der Leitung von Martin Stoffels am Bürgerhaus „Alte Schule“ abgeholt und in Prozession zur Pfarrkirche St. Georg geleitet. Dort begrüßte Pfarrer Erik Pühringer die erste Gruppe am 4. September mit der Versicherung, dass sie alle am Tag ihrer Erstkommunion zu Freundinnen und Freunden Christi und zu Tischgenossen ihrer Mitmenschen geworden seien.

Die Jubelkommunion könne den Anlass geben, eine Art Zwischenbilanz zu ziehen, so der Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden St. Barbara Mechernich: „Bitten wir um Vergebung dort, wo es uns nicht gelungen ist, in seine Nachfolge zutreten. Und um Kraft, dass es uns in Zukunft besser gelingt…“

Die Jubelkommunionfeiern fanden und finden unter den zurzeit obwaltenden Corona-Sicherheitsvorschriften statt. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Die Jubelkommunionfeiern fanden und finden unter den zurzeit obwaltenden Corona-Sicherheitsvorschriften statt. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Auch bei sich selbst, so der frühere langjährige Eifeldekan und amtierenden GdG-Leiter, könne er Defizite entdecken: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt…“ Eine „schwarze Null“ sei in der Art Bilanz, die man als in die Nachfolge Christi eingeladener Gläubiger zu ziehen habe, schon ein recht brauchbares Ergebnis.

Auf dem Weg der Nachfolge schreite man auf keiner Prachtstraße, so Pfarrer Erik Pühringer, sondern auf einem Kreuzweg. Aber auf diesem dornen- und steine-reichen Lebensweg seien wir nicht alleine unterwegs: „Gott ist bei uns – und wir sind als Gemeinschaft aufeinander angewiesen und verwiesen“.

Wie bei allen weltlichen und kirchlichen Feiern ist der Musikverein Kallmuth unter der Leitung von Martin Stoffels (vorne l.) auch bei den Jubelkommunionsfeierlichkeiten musizierend mit von der Partie. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Wie bei allen weltlichen und kirchlichen Feiern ist der Musikverein Kallmuth unter der Leitung von Martin Stoffels (vorne l.) auch bei den Jubelkommunionsfeierlichkeiten musizierend mit von der Partie. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Neu von ihm packen lassen“

„Lassen wir uns auch im fortgeschrittenen Alter noch einmal von ihm packen und begeistern“, forderte der Pfarrer seine Gemeinde auf: „Was bin ich bereit für die Nachfolge einzusetzen? Kann ich die Mittel aufbringen oder sollte ich die Finger davonlassen?“

Normalerweise finden nach den in Kallmuth seit Jahrzehnten gefeierten Jubelkommunionen gemütliche Zusammenkünfte im Bürgerhaus statt, bei denen auch Kaffee und Frühstück serviert werden. Darauf habe man 2022 aber wegen der Hochwasserschäden an der ehemaligen Kallmuther Schule verzichten müssen, so Gerd Schramm.

Gerd Schramm (r.) versprach dem am 18. März verstobenen Pfarrer Kurt Hoberg, als er in den Ruhestand ging, dass er die Tradition der Jubelkommunion in Kallmuth weiterführen wolle. Helmut Evertz (l.)  unterstützt ihn seit 2014. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Gerd Schramm (r.) versprach dem am 18. März verstobenen Pfarrer Kurt Hoberg, als er in den Ruhestand ging, dass er die Tradition der Jubelkommunion in Kallmuth weiterführen wolle. Helmut Evertz (l.)  unterstützt ihn seit 2014. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Dafür sprang die Dorfgemeinschaft Lorbach ein. Die Bewirtung im dortigen Dorfgemeinschaftshaus übernahmen und übernehmen Margret Schneider, Alexandra Schmitz, Gabi Schramm, Rita Breuer und Andrea Suermann.

Wie lange es in Kallmuth bereits Jubelkommunionen gibt, kann Gerd Schramm nicht sagen. Er erinnert sich aber, dass sie früher einmal zusammen mit den Erstkommunionen gefeiert worden sind. Pfarrer Kurt Hoberg habe die Daten für Erst- und Jubelkommunion irgendwann getrennt, weil sonst nicht alle Gläubigen in der Kirche Platz gefunden hätten. Seither finde die Jubelkommunion am ersten oder zweiten September-Wochenende statt.

Auch Bergbaumuseumsleiter Günter Nießen und der Lorbacher Kapellenvereinsvorsitzende Helmuth Vogelsberg und seine Frau sowie viele andere Persönlichkeiten wurden bei den Kallmuther Jubelkommunionfeiern gesehen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Auch Bergbaumuseumsleiter Günter Nießen und der Lorbacher Kapellenvereinsvorsitzende Helmuth Vogelsberg und seine Frau sowie viele andere Persönlichkeiten wurden bei den Kallmuther Jubelkommunionfeiern gesehen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Gerd Schramm versprach dem am 18. März verstobenen Kurt Hoberg, als er in den Ruhestand ging, dass er die Tradition der Jubelkommunion in Kallmuth weiterführen wolle. Helmut Evertz unterstützt ihn seit 2014.

pp/Agentur ProfiPress