Eine Harley für die Wehr

Der Impuls zu der Aktion kam aus Glehn: 152 PS und 220 km/h schwere „Pan America“ für die bei der Flut „abgesoffene“ Kaller Feuerwehr
Kall/Mechernich-Glehn – Die Kaller Feuerwehr hat eine feuerrote, 152 PS starke und 220 Stundenkilometer schnelle Harley-Davidson „Pan America“ geschenkt bekommen. Das fast 35.000 Euro teure Einsatzkrad ist eine Spende der Harley-Davidson-Germany-GmbH, der deutschen Vertretung des legendären und weltweit bekannten amerikanischen Motorradherstellers aus Milwaukee.

Die Maschine soll als Ersatz für jenes Einsatz- und Meldekrad dienen, das bei der Hochwasser-Katastrophe in der Nacht zum 15. Juli 2021 im Gerätehaus der Kaller Wehr zerstört wurde. Den Impuls zu der einzigartigen Spende hatte das Motorradmagazin „Ride“ ausgelöst. Redaktionsleiter dieser Fachzeitschrift ist Markus Biebricher, der mit seiner als Fotografin tätigen Ehefrau Claudia Werel in Glehn wohnt.
Die beiden hatten in einer Ausgabe nach der Flut von der Zerstörung des Einsatzkrades berichtet, und zusammen mit dem Gemeindebrandinspektor und Motorradfan Frank Dreßen einen Spendenaufruf gestartet. Der Aufruf blieb auch den Verantwortlichen bei Harley-Davidson-Germany nicht verborgen.

„Nicht nur Geld und warme Worte“
„Wir wollten nicht nur Geld und warme Worte spenden“, berichtete Nils Buntrock bei der Übergabe. Man habe den Kontakt zu Frank Dreßen gesucht, um die Anfordernisse der Feuerwehr für den Umbau einer Harley „Pan America“ zum Feuerwehr-Einsatzkrad zu erkunden. „Für uns bei Harley Davidson Germany ist es ein ganz besonderer Moment“, sagte Nils Buntrock, der Marketing-Manager der deutschen Vertretung, als er das Krad im Beisein von Bürgermeister Hermann-Josef Esser und dem stellvertretenden Gemeindewehrleiter Andreas Lang an Löschzugführer Daniel Rütz und Gemeindebrandinspektor Frank Dreßen übergab.
Dass es sich bei dem Einsatzkrad um ein besonderes Motorrad handeln musste, zeigte die Anwesenheit der Journalisten deutscher Motorrad-Medien, die dafür eigens aus Leipzig und Stuttgart angereist waren. Dass es tatsächlich keine alltägliche Übergabe sei, erläuterte Nils Buntrock: „Auch wenn ihr es mir nicht glaubt, ihr seht hier eine Weltneuheit, eine Einzigartigkeit sogar“. Eine Harley Davidson „Pan America“ als Feuerwehr-Einsatzkrad gebe es bisher auf der ganzen Welt noch nicht. „Es ist die allererste, die so gebaut wurde – eigens für die Feuerwehr Kall. Ihr seid also die ersten Besitzer“, so Buntrock zu Löschzugführer Daniel Rütz.

In Kall mit dabei war auch der Konstrukteur und Erbauer des Feuerwehr-Krads, Dennis Kaulbach. Der hatte das erst im vergangenen Jahr entwickelte serienmäßige Adventure-Touring-Modell des US-amerikanischen Herstellers modifiziert, um den Anforderungen eines Feuerwehr-Einsatzfahrzeuges gerecht zu werden. Dabei gab es einige europäische Richtlinien zu beachten, wie Dennis Kaulbach am Samstag berichtete.
Mit Blaulicht und Martinshorn
Das Krad bekam neben Blaulicht und Martinshorn ein spezielles Navigationsgerät, das es ermöglicht, mit anderen Einsatzkräften zu kommunizieren. Zudem stattete Kaulbach das Zweirad mit einer Funkanlage, einer Erste-Hilfe-Ausrüstung und einem Feuerlöscher aus. Eine zusätzliche Batterie mit speziellem Ladesystem stellt sicher, dass sich die umfangreiche Sonderausstattung auch bei längeren Standzeiten des Krades nutzen lässt.

Auch die Optik des Fahrzeuges ist den europäischen Richtlinien für besondere Signalfarben angepasst. Tank, Rahmenheck, Felgen und die Kühlerverkleidung sind entsprechend lackiert. Marketing-Manager Nils Buntrock: „Wir sind stolz, dass wir das erste professionell umgebaute Pan-America-Feuerwehr-Krad der Welt geschaffen haben“. Das für die Feuerwehr Kall zu tun, sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen.
pp/Agentur ProfiPress