Eine Harley für die Wehr

Speziell auf die Bedürfnisse der Feuerwehr Kall modifiziert. Das neue Feuerwehrkrad “Pan  America” von  Harley Davidson. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Der Impuls zu der Aktion kam aus Glehn: 152 PS und 220 km/h schwere „Pan America“ für die bei der Flut „abgesoffene“ Kaller Feuerwehr

Kall/Mechernich-Glehn – Die Kaller Feuerwehr hat eine feuerrote, 152 PS starke und 220 Stundenkilometer schnelle Harley-Davidson „Pan America“ geschenkt bekommen. Das fast 35.000 Euro teure Einsatzkrad ist eine Spende der Harley-Davidson-Germany-GmbH, der  deutschen Vertretung des legendären und weltweit bekannten amerikanischen Motorradherstellers aus Milwaukee.

Eine Reportage im Motorradmagazin „Ride“ gab den Impuls für die außergewöhnliche Spende. Harley-Manager Nils Buntrock und die „Ride“-Fotografin Claudia Werel aus Mechernich-Glehn zeigen die Ausgabe mit dem Spendenaufruf. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Die Maschine soll als Ersatz für jenes Einsatz- und Meldekrad dienen, das bei der Hochwasser-Katastrophe in der Nacht zum 15. Juli 2021 im Gerätehaus der Kaller Wehr zerstört wurde. Den Impuls zu der einzigartigen Spende hatte das Motorradmagazin „Ride“ ausgelöst. Redaktionsleiter dieser Fachzeitschrift ist Markus Biebricher, der mit seiner als Fotografin tätigen Ehefrau Claudia Werel in Glehn wohnt.

Die beiden hatten in einer Ausgabe nach der Flut von der Zerstörung des Einsatzkrades berichtet, und zusammen mit dem Gemeindebrandinspektor und Motorradfan Frank Dreßen einen Spendenaufruf gestartet. Der Aufruf blieb auch den Verantwortlichen bei Harley-Davidson-Germany nicht verborgen.

Konstrukteur Dennis Kaulbach (vorne links) hat den Prototyp des Harley-Feuerwehrmotorades für die Feuerwehr Kall gebaut. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

„Nicht nur Geld und warme Worte“

„Wir wollten nicht nur Geld und warme Worte spenden“, berichtete Nils Buntrock bei der Übergabe. Man habe den Kontakt zu Frank Dreßen gesucht, um die Anfordernisse der Feuerwehr für den Umbau einer Harley „Pan America“ zum Feuerwehr-Einsatzkrad zu erkunden. „Für uns bei Harley Davidson Germany ist es ein ganz besonderer Moment“, sagte Nils Buntrock, der Marketing-Manager der deutschen Vertretung, als er das Krad im Beisein von Bürgermeister Hermann-Josef Esser und dem stellvertretenden Gemeindewehrleiter Andreas Lang an Löschzugführer Daniel Rütz und Gemeindebrandinspektor Frank Dreßen übergab.

Dass es sich bei dem Einsatzkrad um ein besonderes Motorrad handeln musste, zeigte die Anwesenheit der Journalisten deutscher Motorrad-Medien, die dafür eigens aus Leipzig und Stuttgart angereist waren. Dass es tatsächlich keine alltägliche Übergabe sei, erläuterte Nils Buntrock: „Auch wenn ihr es mir nicht glaubt, ihr seht hier eine Weltneuheit, eine Einzigartigkeit sogar“. Eine Harley Davidson „Pan America“ als Feuerwehr-Einsatzkrad gebe es bisher auf der ganzen Welt noch nicht. „Es ist die allererste, die so gebaut wurde – eigens für die Feuerwehr Kall. Ihr seid also die ersten Besitzer“, so Buntrock zu Löschzugführer Daniel Rütz.

Gruppenbild zur Schlüsselübergabe mit (v.l.) „Ride“-Fotografin Claudia Werel aus Mechernich-Glehn, Konstrukteur Dennis Kaulbach, Kalls Bürgermeister Hermann -Josef Esser, Löschzugführer Daniel Rütz,  Vize-Wehrleiter Andreas Lang, GBI Frank Dreßen und Harley-Manager Nils Buntrock. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

In Kall mit dabei war auch der Konstrukteur und Erbauer des Feuerwehr-Krads, Dennis Kaulbach. Der hatte das erst im vergangenen Jahr entwickelte serienmäßige Adventure-Touring-Modell des US-amerikanischen Herstellers modifiziert, um den Anforderungen eines Feuerwehr-Einsatzfahrzeuges gerecht zu werden. Dabei gab es einige europäische Richtlinien zu beachten, wie Dennis Kaulbach am Samstag berichtete.

Mit Blaulicht und Martinshorn

Das Krad bekam neben Blaulicht und Martinshorn ein spezielles Navigationsgerät, das es ermöglicht, mit anderen  Einsatzkräften zu kommunizieren. Zudem stattete Kaulbach das Zweirad mit einer Funkanlage, einer Erste-Hilfe-Ausrüstung und einem Feuerlöscher aus. Eine zusätzliche Batterie mit speziellem Ladesystem stellt sicher, dass sich die umfangreiche Sonderausstattung auch bei längeren Standzeiten des Krades nutzen lässt.

Die Ankunft des gespendeten Feuerwehr-Krads von Harley Davidson beim Helferfest des Löschzugs Kall in Keldenich war eine echte Überraschung. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Auch die Optik des Fahrzeuges ist den europäischen Richtlinien für besondere Signalfarben angepasst. Tank, Rahmenheck, Felgen und die Kühlerverkleidung sind entsprechend lackiert. Marketing-Manager Nils Buntrock: „Wir sind stolz, dass wir das erste professionell umgebaute Pan-America-Feuerwehr-Krad der Welt geschaffen haben“. Das für die Feuerwehr Kall zu tun, sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen.

pp/Agentur ProfiPress