„Energisch und streitbar“

Dr. Franz-Josef Zumbé (77) nach 35 Jahren Kreisstellenvorsitz von der Kassenärztlichen Vereinigung ausgezeichnet

Mechernich/Kreis Euskirchen – Mit der ersten Dankesurkunde dieser Art zeichnete die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein den Euskirchener Kreisstellenvorsitzenden seit 30 Jahren, Dr. Franz-Josef Zumbé (77) aus.

An der Ehrung durch den stellvertretenden Landesvorsitzenden Dr. Carsten König (Düsseldorf) und den Bezirksstellenratsvorsitzenden Dr. Frieder Hutterer im Elisabethsaal des Mechernicher Kreiskrankenhauses „gedreht“ hatte Zumbés Vorstandskollege Frank Gummelt, Mitstreiter während der Corona-Pandemie und Ärztlicher Leiter des Impfzentrums Marmagen.

„Es geht um Deine Lebensleistung“, unterstrich Dr. Carsten König (r.) bei der Urkundenverleihung an Dr. Franz-Josef Zumbé: „Ich bin nicht als hoher Besuch nach Mechernich gekommen, sondern als Freund.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Es geht um Deine Lebensleistung“, unterstrich Dr. Carsten König: „Ich bin nicht als hoher Besuch nach Mechernich gekommen, sondern als Freund.“ Er habe Zumbé während eines Moderatorentrainings kennen gelernt, ebenso Hutterer – und alle drei seien ein verschworenes Team geworden, das sich unter anderem für die Anwerbung von Ärztenachwuchs auf dem Land stark eingesetzt habe.

Der in der Stadt Mechernich geborene und aufgewachsene Franz-Josef Zumbé war 1980 als Vertreter der Jungärzte in den Kreisstellenvorstand gewählt worden, wo er seinen Ziehvater Dr. Egon Wegmann keine acht Jahre später als Vorsitzenden ablöste.

Blumen für die funktionsärsbedingt häufig alleingelassene Arztfrau und Studienrätin Agnes Zumbé hatte KV-Vorstandskollege Frank Gummelt mitgebracht. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Begleiter im Hospiz „Stella Maris“

Seine letzte Amtszeit geht noch bis Ende des Jahres, dann will der inzwischen 77-jährige Zumbé als Ärztefunktionär aufhören. Als Arzt, Palliativ-Mediziner und seelsorgerisch wohlmeinender Begleiter unter anderem im Hospiz „Stella Maris“ der Communio in Christo in Mechernich will er weitermachen.

Zumbé sei streitbar und energisch für die Belange seiner Berufskollegen eingetreten und so zur Symbolfigur für den Stand der Mediziner in der Eifel und weit darüber hinaus geworden, konstatierte Dr. Manfred Wolter von der Ärztekammer Nordrhein.

Franz-Josef Zumbé wurde 1944 in Mechernich geboren, die ersten Lebenswochen verbrachte er wie eine Reihe anderer Sektio-Kinder im Untertagebereich des Krankenhauses Mechernich im Bleibergwerk. Es folgten acht Jahre Volksschule im Bergarbeiterdorf Strempt, 1965 Abitur am Pius-Gymnasium in Aachen, das damals als sogenanntes Aufbaugymnasium in sechs Jahren zur Reifeprüfung führte. Internatszeit im Bischöflichen Konvikt Haus Eich, Aachen.

Eigentlich wollten die Kassenärzte über die Notdienstregelung reden, aber die Vollversammlung im Elisabethsaal des Kreiskrankenhauses wurde erst einmal zur Ehrung des jahrzehntelangen Kreisstellenvorsitzenden Franz-Josef Zumbé genutzt. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Theologie, Philosophie und Medizin

Im damals noch zum Abitur notwendigen Curriculum vitae gab Zumbé als Berufswunsch „Pastor oder Landarzt“ an. Tatsächlich nahm er ein Studium der Theologie und Philosophie in Frankfurt und Bonn in Angriff, 1968 traf er den Entschluss, doch noch Medizin zu studieren, besuchte parallel weiterhin Seminare und Vorlesungen in der theologischen Fakultät bis 1971.

Nach dem Physikum widmet sich Zumbé ganz der Medizin bis zum Staatsexamen 1974.  Im Frühjahr 1975 erhielt er den Doktortitel. Vier Jahre klinische Aus- und Weiterbildung in den Krankenanstalten der Diakonie in Düsseldorf-Kaiserswerth und im Marienhospital Mühlheim/Ruhr – wegen Ehefrau Agnes, die in dieser Region ihre erste Stelle als Studienrätin bekam.

Im November 1977 übernahm Dr. Franz-Josef Zumbe auf intensives Drängen von Dr. Egon Wegmann die beinahe zwei Jahre verwaiste Landarztpraxis in Tondorf. 1980 wurde er Kreisstellen-Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung des Kreises Euskirchen.

pp/Agentur ProfiPress