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„Dorfsheriffs“ kamen zusammen

Ortsvorsteher und Stadtspitze tauschten sich über aktuelle Themen und anstehende Projekte aus – Corona, Blei-Gutachten, wilder Müll und zukunftsfähige Dorfgemeinschaftshaus-Konzepte waren Themen

Mechernich-Kommern – Ortsvorsteher haben in Mechernich einen besonderen Job. Sie fungieren wie Bürgermeister ihres Heimatdorfes und sind eine wichtige Stütze. Tagein, tagaus setzen sie sich ehrenamtlich ein, um „ihren“ Ort voranzubringen und für jeden Bürger da zu sein. Meist sind Diskussionen und Ärger inklusive. Denn Recht machen kann man es beileibe nicht allen.

Die Ortsvorsteher trafen sich in der Kommerner Bürgerhalle und tauschten sich mit der Stadtspitze zu aktuellen Themen aus. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

In einer gemeinsamen Konferenz in der Kommerner Bürgerhalle saßen nun die „Dorfsheriffs“ in großer Runde zusammen, um sich auszutauschen. Die Stadtspitze hatte eingeladen und informierte bei dieser Gelegenheit auch über aktuelle Themen und anstehende Projekte.

Feiern in Corona-Zeiten

Darf man die Vereins- und Dorfgemeinschaftshäuser wieder öffnen? Falls ja, unter welchen Voraussetzungen? Und welche Schutz- und Hygienevorschriften sind zu beachten. All diese Corona-Fragen brannten besonders unter den Nägeln.

Heike Waßenhoven sprach den wilden Müll an, der immer mehr zunehme. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

„Ja, man darf wieder öffnen“, brachte Silvia Jambor, Teamleiterin im Ordnungsamt der Stadt, Licht ins „Wirr-Warr“ aktuell geltender Corona-Verordnungen. Veranstaltungen bis zu 100 Personen seien nun wieder erlaubt, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen, wie sie erläuterte. Weiterhin nicht gestattet sind dagegen große Dorffeste und Feierlichkeiten, Hochzeiten bildeten da aber eine Ausnahme.

Die Ortsvorsteher bekamen von Jambor außerdem konkrete Tipps an die Hand, wie die Verantwortlichen bei der Vermietung eines Dorfgemeinschafts- oder Vereinshauses für Veranstaltungen am besten vorgehen sollten – um auch rechtlich auf der sicheren Seite im Falle einer Corona-Infektion zu sein. „Wir helfen gerne weiter, wenn Fragen auftauchen“, signalisierte Jambor.

Die Verwaltungsspitze (hier nur ein Teil) gab Informationen weiter zu aktuellen Corona-Maßgaben, Hilfen für Vereine und geplanten Dorfgemeinschaftshäusern. Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick (2.v.l.) dankte allen Ortsvorstehern für ihre unermüdliche Arbeit. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Die große Runde der Ortsvorsteher widmete sich aber neben „Corona“ noch vielen weiteren Themen. Vorgestellt wurden zukunftsträchtige Konzepte für Dorfgemeinschaftshäuser und die dabei denkbare dorfübergreifende Zusammenarbeit. Diskutiert wurde auch, wie Vereine gerade jetzt in Krisenzeiten unterstützt werden können. Ralf Claßen, Kämmerer und Dezernent der Stadt informierte, welche Hilfsangebote es für die Vereine aktuell seitens der Stadt, des Kreises und des Landes gibt.

Blei-Gutachten am 8. Juli

Dr. Hans-Peter Schick sprach außerdem das Gutachten zur geogen gegebenen Bleibelastung im Mechernicher Boden an, welches am 8. Juli bei einer Bürgerversammlung in der Aula des Gymnasiums Am Turmhof vorgestellt werden soll. Bei der Versammlung werde auch das Konzept zum Bodenaustausch auf Spielplätzen erläutert. Demnach sollen 42 von 63 beprobten Spielplätzen saniert werden. Der Bürgermeister betonte, dass „keine akute Gefahr“ bestehe, auf keinem der Spielplätze.

Die Ortsvorsteher nutzten die Gelegenheit auch, um Verbesserungen anzuregen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Weiter macht aber auch der wilde Müll etlichen Ortsvorstehern Sorge. „Das wird immer schlimmer“, machte etwa die Satzveyerin Heike Waßenhoven ihren Nöten Luft. Der wilde Müll werde mittlerweile überall abgeladen. Zuletzt habe sie eine ganze LKW-Ladung Bauschutt mitten auf einem beliebten Wanderweg in der Heide gefunden. Der Bauhof helfe immer sofort und entsorge den ungeliebten Unrat umweltfreundlich, aber dennoch sei das auf Dauer keine Lösung, sagte sie.

Die Fälle häuften sich, so Bauhofleiter Rainer Metternich und machte das ganze Ausmaß deutlich: „Wir haben jede Woche bestimmt drei Einsätze, um wilden Müll aufzusammeln. Allein zehn Tonnen waren es bis jetzt in diesem Jahr.“ Dafür seien Kosten in Höhe von 2.600 Euro zu verbuchen, die durch Steuergelder und damit die Allgemeinheit getragen werden müssten. „Das ist kein Kavaliersdelikt“, betonte auch Dr. Hans-Peter Schick.

Silvia Jambor, Teamleiterin des Ordnungsamts, informierte über die aktuell geltenden Corona-Regeln für die Ortsvorsteher. Die sind oft Ansprechpartner vor Ort, wenn es um Vermietung von Dorfgemeinschaftshäusern geht. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Abschließend sprach der Bürgermeister allen Ortsvorstehern seinen großen Dank aus für deren wertvolle Arbeit und unermüdlichen Einsatz. Er lobte: „Sie sind wichtige Ansprechpartner vor Ort und damit ein unersetzliches Bindeglied zwischen Bürgern und Verwaltung.“

pp/Agentur ProfiPress