Zwei Vereine, ein Sportzentrum
Die TuS Mechernich und der VfL Kommen wollen künftig das Wälschbachstadion in Kommern gemeinsam nutzen – Um die nötige Erweiterung zu finanzieren, wird das Eifelstadion aufgegeben und das Gelände für Wohnbebauung vermarktet – Einstimmiger Beschluss im Mechernicher Rat
Mechernich-Kommern – Am Ende war es ein einstimmiger Beschluss – auch wenn sich zwei SPD-Ratsmitglieder enthielten. Um sich im Fußball-Jargon auszudrücken: Damit ist das Ergebnis höher ausgefallen, als es der Spielverlauf hätte vermuten lassen. Schließlich war die Entscheidung noch im zuständigen Planungsausschuss geschoben worden. Keiner wollte das Thema zum Politikum werden lassen. Auch im Rat wurde noch viel diskutiert und von allen Seiten die enorme Bedeutung einer einstimmigen Entscheidung beschworen.
Kein Wunder, geht es im Sport doch auch immer um Emotionen und nicht zuletzt auch um die einstigen Rivalitäten zwischen der TuS Mechernich und dem VfL Kommern. Noch vor Jahren hätten wohl die wenigsten an eine Kooperation der beiden Clubs geglaubt und auch die Aufgabe des Eifelstadions im Kernort wäre undenkbar gewesen.

Beste Innenstadtlage
Doch die Zeiten haben sich geändert und so hat der Rat jetzt die Weichen auf Zukunft gestellt. Die sieht wie folgt aus: Das Wälschbachstadion in Kommern wird ausgebaut und künftig von beiden Vereinen genutzt. Um den Ausbau zu finanzieren, soll das Gelände des Eifelstadions vermarktet werden. „Mit bester Innenstadtlage kann ich mir hier sehr gut einen mehrgeschossigen Wohnungsbau vorstellen“, betonte Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick.
Stadtplaner Thomas Schiefer hatte dazu eine erste Ideenskizze mitgebracht. Darin hatte er mit seinem Team Flächen für den Wohnungsbau ebenso eingezeichnet wie für Parkmöglichkeiten, einen Mehrgenerationenplatz, viel Grün und einer Anbindung an das angrenzende Waldstück.

Vorerst sind das nur Ideen, konkret wird es erst, wenn die Vermarktung erfolgreich verlaufen und ein Investor gefunden ist. Der Vermarktungserlös soll sodann in den Ausbau in Kommern fließen. „Ich gehe allerdings davon aus, dass wir auch noch einen Teil mit städtischen Mitteln werden finanzieren müssen“, so Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick.
Neuer Platz, mehr Umkleiden
In der Grundsatzentscheidung zur Aufgabe des Eifelstadions wird dann auch genau aufgelistet, wie die künftige Infrastruktur in Kommern aussehen soll. Neben den bestehenden Rasen- und Tennenplätzen soll ein Kunstrasenplatz mit Tartan-Laufbahn gebaut werden. Auch ein Kleinspielfeld ist geplant. Das Sportlerheim soll von vier auf acht Umkleidekabinen ausgebaut werden, Nebenräume und Lagerflächen noch dazu. Zusätzliche Parkplätze müssen ebenfalls entstehen.

Wichtig war allen Beteiligten, dass die Vereine sowie der StadtSportBund in die weiteren Detailplanungen mit eingebunden werden. Der Rat hat derweil beschlossen, die Änderung des Flächennutzungsplans sowie die Aufstellung eines Bebauungsplans einzuleiten. Die Fläche für das künftige Sportzentrum soll demnach um rund 1,6 Hektar erweitert werden.
Für die Vereine ist das ein wichtiger Schritt. „Zwischen 400 und 500 aktive Fußballerinnen und Fußballer gibt es derzeit in den beiden Vereinen VfL Kommern und TuS Mechernich“, wird Harald Hohlmeier in der Kölnischen Rundschau und im Kölner Stadt-Anzeiger zitiert. „Den Sportlern ist es am wichtigsten, vernünftige Spiel- und Trainingsmöglichkeiten zu haben“, so der Abteilungsleiter der Mechernicher Seniorenfußballer, der zudem positiv in die Zukunft blickt: „Die TuS und der VfL Kommern waren sich noch nie so nah.“
pp/Agentur ProfiPress