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Wieder ganz dicht

Kanäle in Voißel, Wielspütz, Bescheid und Strempt werden mit Hilfe von Robotern saniert – Straßen müssen nicht aufgerissen werden – Das spart Kosten und reduziert die Einschränkungen im Straßenverkehr 

Mechernich – Abtauchen, fräsen, Harz verpressen. Das ist im Schnelldurchlauf das, was die Spezialroboter aktuell in den Kanalsystemen von Voißel vollführen – gesteuert von den Katec-Mitarbeitern Waldemar Werbach und Viktor Ruppel.

Arbeit vorerst erledigt: Die Katec-Mitarbeiter Waldemar Werbach (r.) und Viktor Ruppel holen den Roboter aus dem Kanalschacht in Voissel. Die Maschine hatte zuvor eine Schadstelle mit Epoxid-Harz verpresst. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Arbeit vorerst erledigt: Die Katec-Mitarbeiter Waldemar Werbach (r.) und Viktor Ruppel holen den Roboter aus dem Kanalschacht in Voissel. Die Maschine hatte zuvor eine Schadstelle mit Epoxid-Harz verpresst. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Die Jünkerather Firma ist von der Stadt Mechernich beauftragt worden, Schäden in der Kanalisation von Voißel, Wielspütz, Bescheid und Strempt zu beheben.

Bauleiter Ingo Heitmann zeigt den Roboter mit einem Fräskopf. Damit werden Schadstellen zunächst bearbeitet, bevor abgedichtet werden kann. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Bauleiter Ingo Heitmann zeigt den Roboter mit einem Fräskopf. Damit werden Schadstellen zunächst bearbeitet, bevor abgedichtet werden kann. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Das Gute daran: Die Straße muss nicht aufgerissen werden, die Einschränkungen im Straßenverkehr werden auf ein Minimum reduziert. Denn mit den Robotern gelingt eine Sanierung in geschlossener Bauweise.

Besprechung am Sprinter: Gregor Scheld (v.r.) vom Ingenieurbüro Gotthard & Knipper, Bauleiter Ingo Heitmann und Katec-Mitarbeiter Waldemar Werbach tauschen sich über die anstehenden Arbeiten aus. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Besprechung am Sprinter: Gregor Scheld (v.r.) vom Ingenieurbüro Gotthard & Knipper, Bauleiter Ingo Heitmann und Katec-Mitarbeiter Waldemar Werbach tauschen sich über die anstehenden Arbeiten aus. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

„Die Kommunen sind dazu angehalten, ihre Kanäle regelmäßig zu untersuchen und Schäden zu beheben“, erläutert Gregor Scheld vom Schleidener Ingenieurbüro Gotthard & Knipper. Der Umweltschutzaspekt spiele dabei eine entscheidende Rolle. Einerseits soll kein Schmutzwasser aus dem Kanal in den Boden gelangen. Andererseits soll kein Niederschlagswasser in den Kanal laufen, damit es nicht unnötigerweise in die Kläranlagen gelangt.

Auf den Kamerabildern ist zu sehen, wie der Stutzen in den Kanal hineinragt. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Auf den Kamerabildern ist zu sehen, wie der Stutzen in den Kanal hineinragt. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Schalung, Blase und Harz

Die Kanäle müssen also wieder ganz dicht sein. Dafür sorgen Bauleiter Ingo Heitmann und seine Teams von der Firma Katec. „Mit einem Fräsroboter werden zunächst Risse aufgeweitet oder Stutzen abgefräst, die in den Kanal hineinragen“, erläutert Ingo Heitmann. Die Risse werden anschließend von den Robotern verspachtelt, bei den Stutzen kommt eine etwas aufwendigere Technik zum Einsatz.

Der Fräsroboter hat ganze Arbeit geleistet. Stutzen und Kanal sind präpariert für den nächsten Arbeitsschritt. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Der Fräsroboter hat ganze Arbeit geleistet. Stutzen und Kanal sind präpariert für den nächsten Arbeitsschritt. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Der Roboter bringt an der Schadstelle punktgenau eine Schalung. Im Zusammenspiel von Schalung und einer speziellen Blase wird dann Epoxid-Harz verpresst, um die Stelle abzudichten. Die Roboter können aber noch mehr. Mit ihren Kameras nehmen sie die Situation vorher und nachher auf, so dass der Erfolg der Maßnahme begutachtet werden kann.

Alles dicht: Mit dem blauen Epoxidharz wurde die Schadstelle nach dem Abfräsen abgedichtet. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Alles dicht: Mit dem blauen Epoxidharz wurde die Schadstelle nach dem Abfräsen abgedichtet. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Per Kamera untersucht

„Auch im Vorfeld der Maßnahme kamen Kameras zum Einsatz, mit denen die gesamte Kanalisation in den vier Orten untersucht wurde“, sagt Roland Huppertz von den Mechernicher Stadtwerken.

Der Roboter in seinem Einsatzgebiet. Zu sehen ist hier die Schalung und die orangefarbene Blase. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Der Roboter in seinem Einsatzgebiet. Zu sehen ist hier die Schalung und die orangefarbene Blase. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Neben den Schäden, die mittels Roboter-, Fräs- und Spachteltechnik sowie Kurzlinern saniert werden können, müssen einige Kanalhaltungen mit einem sogenannten Inliner renoviert werden. „Hier wird mittels eines Spezialverfahrens ein neues Rohr eingestülpt“, erläutert Roland Huppertz. Insgesamt würden in den vier Orten knapp drei Kilometer Kanal und rund 180 Schächte mit einer Bausumme von 425.000 Euro saniert.

Nach erfolgreichem Einsatz im Kanal wird der Roboter von Waldemar Werbach gereinigt. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Nach erfolgreichem Einsatz im Kanal wird der Roboter von Waldemar Werbach gereinigt. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Die Arbeiten haben kürzlich begonnen und werden in den vier Orten noch bis Mitte 2023 ausgeführt. Die Stadt weist daraufhin, dass die Firma Katec die Anwohner informiert, sollten durch die Arbeiten die Nutzung der Abwasserleitungen zeitweise eingeschränkt sein.

pp/Agentur ProfiPress