Wie von Puderzucker überzogen…

Der Winter meldet sich im Stadtgebiet Mechernich mitten im Frühling für wenige Tage zurück

Mechernich – Vor einem Monat war meteorologischer Frühlingsanfang, am 1. April blickten die Menschen in den Höhenlagen der Stadt Mechernich über wie mit Puderzucker überzogene Dächer, Straßen und Wälder. Der Winter ist – zumindest für wenige Tage – zurück, melden die Meteorologen. Nur im Norden der Republik gab es heute etwas Sonne.

Weyer ist mit 525 Metern Meereshöhe (Brehberg) die höchste Dorfschaft im Stadtgebiet Mechernich. Am 1. April wirkte der langgezogene und hochgelegene Ort wie mit Puderzucker überstreut. Der Winter war zurück, mitten im Frühling. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Örtlich gab es am Freitag Temperaturen um den Gefrierpunkt. Dazu fiel aus einer von der Mitte bis in den Süden dichten Wolkendecke nicht nur Regen, sondern auch Schnee bis ins Flachland.

Schlecht für die Blüten, gut gegen Borkenkäfer

Bereits tags zuvor wurde in Obstbaugegenden die nach den warmen Tagen zuvor bereits fortgeschrittene Kirschblüte durch Übersprühen mit Wasser vor den gemeldeten Minusgraden geschützt. Beim Gefrieren des verteilten Wassers wird auf den Pflanzen Kristallisationswärme freigesetzt, die ins Innere von Blättern und Blüten ausströmt und eine bis zu drei Grad höhere Temperatur als in der Umgebung erzeugt.

Auch in Voißel (430 m) im „wilden“ Westen des Stadtgebiets Mechernich färbten sich die Dächer weiß, hier an der Kapelle St. Antonius von Padua. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Frostschutzberegnung findet insbesondere im Frühjahr während der Obstblüte und bei der Kultur frostempfindlicher Pflanzenbestände wie Erdbeeren oder Frühkartoffeln Anwendung. Den Forstbetrieben und Waldbauern kommt der Wintereinbruch nach den warmen Tagen nicht ungelegen, denn die Borkenkäfer wollten sich justament jetzt ins Fortpflanzungsgeschehen stürzen, werden aber nun durch Schnee und Frost gefrustet davon Abstand nehmen.

pp/Agentur ProfiPress