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Mechernichs Sirenen stumm

Bundesweiter Warntag am Donnerstag, 8. Dezember, bedient sich aber auch neuartiger Warn-Apps und erstmals dem Cell Broadcast

Mechernich – Am Donnerstag, 8. Dezember, will das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) um 11 Uhr im ganzen Bundesgebiet Probealarm auslösen. Gewarnt werden soll auf verschiedenen Wegen, über WarnApps wie „NINA“ und „KatWarn“, über Sirenensignale und erstmals über das so genannte Cell Broadcast.

Constantin Hochgürtel von der Stadtverwaltung Mechernich an der Sirene auf der Asylunterkunft in der Friedrich-Wilhelm-Straße. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress
Constantin Hochgürtel von der Stadtverwaltung Mechernich an der Sirene auf der Asylunterkunft in der Friedrich-Wilhelm-Straße. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Hinter diesem „Warnmix“ steht die Absicht, verschiedene Vorwarnwege und Systeme zu testen, um damit im Ernstfall möglichst viele Menschen zu erreichen. „Die Entwarnung ist für 11.45 Uhr vorgesehen“ schreibt Kreispressesprecher Wolfgang Andres an die Mechernicher Ordnungsamtschefin Silvia Jambor.

Doch im Stadtgebiet Mechernich bleiben die Sirenen stumm, beziehungsweise sind die neuen Warnanlagen nach Abbau der alten Nachkriegssirenen noch nicht wieder betriebsbereit – wie auch bereits der NRW-landesweite Probealarm vor einigen Wochen im Stadtgebiet Mechernich geräuschlos verlief.

„Gerade wir im Kreis Euskirchen wissen nach der Flut-Katastrophe 2021, wie wichtig es ist, dass man im Notfall die Menschen schnell warnen kann“, wird Landrat Markus Ramers zitiert. Besonders gespannt sei er auf Cell Broadcast – ein für Deutschland neues Warnmittel.

Radio Euskirchen strahlt Warnungen aus

Daneben sollen die Menschen im Stadt- und Kreisgebiet über die WarnApps informiert und – da, wo es möglich ist – über Sirenen gewarnt werden – allerdings nur dort, wo sie installiert und einsatzbereit sind. Radio- und Fernsehsender wollen ebenfalls Warnmitteilungen ausstrahlen. „Radio Euskirchen“ soll bereits kurz vor 11 Uhr eine Warnmeldung bringen, dann in den 11-Uhr-Nachrichten und im laufenden Programm bis 11.45 Uhr.

Sirenen gibt es nicht mehr überall in Deutschland, da sie nach dem Ende des Kalten Krieges abgebaut worden sind. Viele Städte und Gemeinden installieren sie zurzeit wieder. Noch ist die Abdeckung lückenhaft, so auch in der Stadt Mechernich, in Hellenthal, Kall, Nettersheim und Zülpich.

Mit diesem Icon wirbt das Bundesamt für Katastrophenschutz für neue Warn-Apps und den bundesweiten Warntag am 8. Dezember. Repro: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Mit diesem Icon wirbt das Bundesamt für Katastrophenschutz für neue Warn-Apps und den bundesweiten Warntag am 8. Dezember. Repro: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Warn-Apps: Wer NINA und/oder KATWARN auf seinem Handy installiert hat, sollte am Donnerstag eine Probe-Warnmeldung erhalten. „Wir raten dringend dazu, diese beiden Apps auf das jeweilige Smartphone zu laden“, sagt Martin Fehrmann, der Leiter der Abteilung Gefahrenabwehr bei der Kreisverwaltung. „Der große Vorteil gegenüber Sirenen: Über die Apps kann man nicht nur warnen, sondern auch konkrete Handlungsempfehlungen übermitteln.“

Alle Warn-Apps bündeln Informationen, die über das Modulare Warn-System des Bundes (MoWaS) gesammelt werden. Verteilt werden diese Meldungen dann beispielsweise über die regionalen Leitstellen. Die Warn-App NINA leitet (Katastrophen-)Warnungen von nationaler Bedeutung unmittelbar auf das Smartphone oder Tablet weiter.

Derzeit nutzen mehrere Millionen Menschen diese App. Die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelte App lässt sich mit wenigen Klicks auf die individuellen Bedürfnisse einstellen. Man bekommt dann nur die Warnungen, die auch wirklich relevant sind, zum Beispiel für den Wohn- oder Arbeitsort. Ähnlich funktioniert die regionale Warn-App KATWARN, die vom Fraunhofer-Institut entwickelt wurde.  KATWARN hat ebenfalls eine Schnittstelle zum MoWaS-System. Alle Meldungen, die in NINA gesendet werden, werden auch in KATWARN veröffentlicht.

Cell Broadcast: Erstmals soll am Donnerstag bundesweit die Warnung über das Cell Broadcast getestet werden. Dieses Verfahren läuft bereits in vielen Ländern. Dabei erhalten alle Handynutzer, die sich in einer bestimmten Funkzelle aufhalten, eine Warnung, die wie eine SMS aussieht und von einem Alarmton angekündigt wird. Allerdings können nicht alle Handys diese Nachricht empfangen. Informationen unter www.bbk.bund.de

pp/Agentur ProfiPress