Fast zwei Millionen im Plus

Vorläufiger Jahresabschluss 2021 im Mechernicher Stadtrat vorgestellt – Siebter Jahresüberschuss in Folge – Ergebnis bei 1.928.000 Euro im Plus – Pandemie belastet spätere Haushalte – Flut im Abschluss spürbar, weitere Soforthilfen beantragt – Zukunft birgt Risiken wie hohe Energiekosten oder Zinsentwicklungen im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg

Mechernich –Kämmerer und Stadtdezernent Ralf Claßen hat dem Mechernicher Stadtrat den vorläufigen Jahresabschluss von 2021 vor der Prüfung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „Dornbach“ präsentiert. Obwohl es dank hoher Steuereinnahmen der mittlerweile siebte Jahresüberschuss in Folge sei, gilt es dabei laut den Zuständigen bei der Stadtverwaltung, Ralf Claßen, Stefan Mannz und Steffi Wefers, noch einiges zu beachten.

Mit einer positiven Abweichung von ca. 3,4 Millionen Euro auf rund 1.928.000 Euro im Plus: Der vorläufige Jahresabschluss der Stadt Mechernich für das Jahr 2021. Screenshot: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

War der Überschuss 2019 noch 3.891.000 Euro, lag er 2020 bei rund 3.059.000 Euro und 2021 schließlich bei ca. 1.928.000 Euro. Der Schuldenstand im „Kernhaushalt“ lag 2019 noch bei 71.884.000 Euro, 2020 bei 76.857.000 Euro und 2021 schließlich bei 81.830.000 Euro. Durch die positiven Ergebnisse der letzten Jahre hat sich die Ausgleichsrücklage deutlich erhöht (Ende 2021 rund 16.096.000 Euro). Mit dieser kann der Haushalt in wirtschaftlich schlechteren Zeiten ausgeglichen werden.

Die größten Erträge erreichte 2021 der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer von rund 14.225.000 Euro und Schlüsselzuweisungen vom Land von rund 11.390.000 Euro. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer beliefen sich auf 10.062.024 Euro. Im Gegensatz dazu lagen die größten Aufwendungen bei den Kreisumlagen von rund 21.897.000 Euro sowie beim Personal von rund 8.068.000 Euro.

Stadtkämmerer und Dezernent Ralf Claßen stellte die von ihm, Stefan Mannz und Steffi Wefers erarbeiteten Ergebnisse im Rat der Stadt (Kommerner Bürgerhalle) vor. Archivbild: Kirsten Röder/pp/agentur ProfiPress

So ließen die Zuständigen eine Mehrbelastung durch die Corona-Pandemie von insgesamt 588.000 Euro, beispielsweise für Desinfektionsmittel, Plexiglas, Sonderzahlungen, mehr Schülerverkehr etc., nicht außer Acht. Diese müssen aus dem Ergebnis heraus gerechnet werden, belasten dann aber zukünftige Haushalte.

Flut deutlich spürbar

Die Auswirkungen der Hochwasserkatastrophe auf den städtischen Haushalt zeigten sich folgendermaßen: In den Soforthilfen für Betroffene (3.304.500 Euro; ausgezahlt und vom Land erstattet), in Aufwendungen von 2.224.068 Euro (Instandsetzung des städtischen Vermögens, Containerkosten, Verdienstausfall für Feuerwehreinsätze etc.). Dem gegenüber stehen erhaltene Landesmitteln und Kostenerstattungen (754.000 Euro Soforthilfe für kommunale Aufgaben, 18.974 Euro pauschale Entschädigungen und Kostenerstattungen). Weitere Mittel sind im Rahmen der Wiederaufbauhilfe beantragt worden.

Zum letzten Mal 2014 im Minus, zeigt sich hier sehr gut die Entwicklung der städtischen Haushaltsergebnisse in den letzten Jahren. Screenshot: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

„Vernünftig und nachhaltig wirtschaften!“

Aber auch Risiken für folgende Jahre, die von der Stadtverwaltung quasi nicht zu beeinflussen sind, waren Thema. So zum Beispiel die konjunkturelle Entwicklung in Form der Gewerbesteuer, dem Anteil an der Einkommensteuer und der Umsatzsteuer, aber auch die Kreisumlagen der Folgejahre, Grundstücksverkäufe und die Entwicklung der Energiekosten und Zinsen vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine.

Durch die positiven Ergebnisse steigt auch die Ausgleichsrücklage weiter, mit der der städtische Haushalt in wirtschaftlich schwachen Jahren ausgeglichen werden kann. Screenshot: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Das Fazit: Zwar ist es der siebte Jahresüberschuss in Folge und die pandemischen Auswirkungen waren 2021, insbesondere bei der Gewerbesteuer, nicht so hoch wie erwartet. Belastet werden hingegen, durch die Isolierung der Corona-Auswirkungen, die Haushaltsjahre ab 2025. Die Inflation sowie steigende Zinsen werden die kommenden Haushaltsjahre ebenfalls maßgeblich beeinflussen.

So betonte das Team zum Abschluss der Präsentation: „Daher müssen wir jetzt erst recht vernünftig und nachhaltig wirtschaften sowie die Entschuldung weiterhin vorantreiben!“ Ab August soll die Prüfung durch den Wirtschaftsprüfer erfolgen, im November die Beratung im Rechnungsprüfungsausschuss und im Dezember die Feststellung im Rat der Stadt Mechernich.

pp/Agentur ProfiPress