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„Für das Leben geschaffen“

Impulsabend der Communio in Christo wurde zum Glaubenszeugnis einer Augen- und Ohrenzeugin

Mechernich – Ein Glaubenszeugnis für die Gründung der Communio in Christo in Mechernich und für deren Gründerin Mutter Marie Therese legte Schwester Lidwina als Referentin eines Impulsabends in der Hauskapelle in der Bruchgasse ab. Anschließend feierte Pfarrer Patrick Mwanguhya (35) aus Uganda Heilige Messe mit den Zuhörern aus der Kommunität und von außerhalb.

Ordensschwester Lidwina sprach über die „Aktualisierung des Lebens Jesu im Leben von Mutter Marie Therese“. Einleitend zeigte sie ihren Zuhörern einen Film des Filmemachers Oskar Schunck aus Frankfurt, unter anderem mit Dokumentaraufnahmen vom Tag der Gründung der Communio in Christo am 8. Dezember 1984.

Offiziell habe es sich dabei um die Übergabe des damaligen „Unio-Zentrums“ an Mutter Marie Therese gehandelt, der eigentliche Gründungsakt habe wegen des Widerspruchs von Bischof Klaus Hemmerle bereits am frühen Morgen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden.

Schwester Lidwina: „Nach einer durchwachten und durchlittenen Nacht traf Mutter Marie Therese morgens um 5 Uhr die Entscheidung: »Ich gründe«. Sie verzichtete auf die Gründung innerhalb einer öffentlichen Eucharistiefeier, um keinen Wirbel zu verursachen und die Kirche zu schützen.“

„Mutter Marie Therese ist gegen alle Bedenken und Widersprüche stets dem Willen Gottes gefolgt, sie konnte gar nicht anders, weil sie vom Heiligen Geist dazu gedrängt wurde“, so die Referentin, die sich als Augenzeugin des Lebens und Wirkens von Mutter Marie Therese begreift.

Ein Glaubenszeugnis für die Gründung der Communio in Christo in Mechernich und für deren Gründerin Mutter Marie Therese legte Schwester Lidwina als Referentin eines Impulsabends in der Hauskapelle in der Bruchgasse ab. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Prophezeiungen erfüllen sich

Es ging Schwester Lidwina an diesem Abend nach eigenen Angaben um das „Zeugnis für die Heiligkeit ihres Lebens und für den Auftrag, den sie von Gott empfangen hatte“. Wie der in diesen Tagen gefeierte Johannes der Täufer sei die Gründerin aus Mechernich im übertragenen Sinne „Mund Gottes“ gewesen, jemand mit prophetischen Fähigkeiten. Ihr Leben und ihre mystischen Erfahrungen seien „Begegnungen mit dem Erlöser“. Vieles von dem, was sie in den achtziger Jahren kommen sah, ereigne sich heute.

Ihr Bruder Joannes Linssen hat seine 1927 im niederländischen Oud-Valkenburg geborene Schwester Josephine Theresia als „ungekünsteltes Kind mit offener Herzlichkeit“ beschrieben: „Gleichzeitig konnte sie bitterlich weinen, wenn sie einem Kreuz begegnete.“

Schwester Lidwina erzählte ihren Zuhörern, wie sie 1982 aus eigener „schwerer persönlicher Krise“ an die Mutter und die damals noch „Unio“ genannte Mechernicher Gemeinschaft kam und wie sie gegen alle eigene Skepsis und Ablehnung dort Verständnis, Heimat und Hilfe fand.

Die 1983 gemeinsam mit Schwester Dorothea im Mechernicher Mutterhaus eingezogene durchaus rebellische junge Frau („Wir haben 2023 40jähriges Wohnjubiläum!“) ist sich sicher: „Mutter Marie Therese hatte das, was man Seelenschau nennt, sie konnte in mich sehen wie in ein offenes Buch.“

Deutsche Christen hätten größere Schwierigkeiten, die mystischen Gotteserfahrungen Mutter Marie Thereses zu begreifen oder zu akzeptieren als beispielsweise polnische, indische oder afrikanische Katholiken, unter denen die Mechernicher Gründerin des Ordo Communionis in Christo eine stattliche Zahl von Anhängern und Mitgliedern hat.

Zuhörer aus der Kommunität und von außerhalb waren zum jüngsten Impulsabend in die Hauskapelle an der Mechernicher Bruchgasse gekommen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Kranke sind meine Familie“

Die Referentin berichtete von den ersten Hilfslieferungen nach und einem Besuch 1988 auf Einladung von zwei polnischen Bischöfen im vordemokratischen Polen, bei denen Mutter Marie Therese gesagt hatte: „Ich bin nach Polen gekommen, weil ich die Menschen dort liebe, aber noch mehr, weil ich Gott liebe.“

Auch ihre besondere Beziehung zu Kranken und Leidenden („Sie sind meine Familie“) sparte Schwester Lidwina nicht aus und beschrieb Art und Schwere ihrer Wunde und Schmerzen. Noch am Josefsfest 1994, drei Wochen vor ihrem Tod, habe eine äußerlich strahlende Mutter Marie Therese ihre Freunde und Mitglieder am Krankenlager empfangen. Keiner von ihnen konnte sich vorstellen, dass Gott sie 3 Wochen später, am 11. April 1994, heimberufen würde.

In ihrem letzten Gebet, das Mutter Marie Therese am 7. April, also 3 Tage vor ihrem Tod schrieb, beschreibt sie die Minute des Todes. Eine zentrale Aussage in diesem Gebet lautet: „In der Liebe erfüllt sich die Gewissheit, für das Leben und für den Himmel geschaffen zu sein.“

pp/Agentur ProfiPress