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„Weniger Trinkwasser verschwenden“

Limitierung von 25.000 Litern pro Jahr und Gartenwasserzähler hat in den meisten Fällen funktioniert – Dennoch Appell der Stadtwerke, auf Regenwassernutzung umzusteigen

Mechernich – Trinkwasser ist ein kostbares Gut. Die Bürger sollten sorgfältig damit umgehen, das heißt sparsam. Keinesfalls sollte man „gutes Trinkwasser für den grünen Rasen“ ver(sch)wenden, so die Devise von Mario Dittmann, dem Ersten Betriebsleiter der Stadtwerke Mechernich, in einer Sitzung des städtischen Betriebsausschusses. Durch Gartenwasserzähler fließe im Stadtgebiet zu viel kostbares Wasser, das mit großem Aufwand ge- und befördert werden müsse und so im Boden versickere.

In Spitzenzeiten der übertriebenen Gartenbewässerung könnte sogar die Löschwasserversorgung gefährdet sein, weil die Vorratsbehälter für solche Fälle nicht ausreichend Volumen hätten und der nötige Leitungsdruck nicht erreicht werde, so Dittmann.

Aus diesem Grunde seien für den Einbau und Betrieb der Gartenwasserzähler vor einem Jahr weitreichende Vorgaben gemacht worden, die von den Ausschussmitgliedern begrüßt wurden. Sie gelten  für Neuanlagen und Altbestand in gleichem Maß. Wichtigstes Ziel war die Reduzierung des jährlichen Wasserverbrauchs über Gartenwasserzähler von maximal 25 Kubikmetern pro Jahr.

Rasensprenger verbrauchen eine Menge wertvolles Trinkwasser: Stadtwerkeleiter Mario Dittmann zieht die Sinnhaftigkeit von Gartenwasserzählern in vielen Fällen in Frage: „Regenwassernutzung ist in vielen Fällen möglich und weitaus sinnvoller.“ Die Limitierung von maximal 25 Kubikmetern Wasser pro Gartenwasserzähler und Jahr hat sich unterdessen bewährt – und wird von der Mehrzahl der Nutzer auch eingehalten. Foto: Kirsten Röder/pp/Archiv Agentur ProfiPress

Diskussionen und Einsicht

Das sorgte zwar 2021 zunächst für heftige Diskussionen, hat sich aber bewährt, so Mario Dittmann: „Die Botschaft ist angekommen!“ Die Abnahmemengen über Zwischenzähler für den Garten seien zurückgegangen. „Sehr viele der Betreiber sind unter der Obergrenze geblieben“, so der Stadtwerkeleiter zum Mechernicher „Bürgerbrief“.

Allerdings gebe es bedauerlicher Weise noch einige „Ausreißer“, die die Verbrauchsobergrenze von 25.000 Litern Trinkwasser zum Rasensprengen ignorieren. Dafür habe er keinerlei Verständnis, so Mario Dittmann. Andererseits hätten die Stadtwerke mit den neuen Regeln viele „wachgerüttelt“, wie Gespräche mit Nutzern solcher Zähler belegten.

In diesem Zusammenhang zitieren die Stadtwerke den Nutzer eines Gartenwasserzählers, der vorher weit über dem Verbrauch von 25 cbm Verbrauch lag und über die Limitierung zunächst empört war: „Ich habe das jetzt einmal bewusst im Auge behalten und den Rasen nicht mehr wie in der Vergangenheit bewässert. Er ist nicht eingegangen und jetzt wieder schön grün. Ich habe es in der Vergangenheit einfach übertrieben und der von den Stadtwerken eingeschlagene Weg ist doch der Richtige.“

Stadtwerkeleiter Mario Dittmann hofft jetzt, dass sich der Trend fortsetzt und sparsam mit Trinkwasser für die Gartenbewässerung umgegangen wird. In vielen Fällen sei ein Zwischenzähler auch nicht sinnvoll. Vor der Beauftragung einer Firma zur Installation solle zunächst Kontakt mit den Stadtwerken aufgenommen werden. „Anhand der Verbrauchszahlen können wir ein wenig einschätzen, inwieweit ein solcher Zähler sinnvoll ist oder nicht“, so Dittmann. In vielen Fällen sei die Nutzung von Regenwasser möglich und weitaus sinnvoller.

pp/Agentur Profipress