Aktuelles

ProfiPress

Agentur für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, journalistische und redaktionelle Dienstleistungen.

AllgemeinStadt Mechernich

Sportvereine in Corona-Zeiten

Wie geht die TuS Mechernich und der TSV Feytal mit der Lage um? – Fußball und Handball mit unterschiedlichen Vorgehensweisen

Mechernich – Während in der Fußball-Bundesliga schon in Kleingruppen der Trainingsbetrieb aufgenommen wurde und die Saison im Mai wieder weiterlaufen soll müssen sich die Vereine des Stadtgebiets noch gedulden, falls es in dieser Spielzeit überhaupt noch zum Spielbetrieb kommen sollte.

Dass es im Moment keinen Fußball gibt musste auch dieser Bürger feststellen. Foto: Mirco Meuser/pp/Agentur ProfiPress

Bei der Fußballabteilung der Turn- und Sportvereinigung Mechernich ist es beispielsweise noch nicht klar, wie es weitergehen soll. Der Fußballverband Mittelrhein, Ausrichter der Bezirksliga in der die TuS spielt, hat noch keine klare Aussage zur Weiterführung der Saison gemacht.

Ungewissheit und „Fifa-Kreismeisterschaft“

„Wir warten tagtäglich darauf, dass der Fußballverband Mittelrhein, kurz FVM, endlich eine Entscheidung fällt, in welche Richtung auch immer“, sagte der Geschäftsführer der Seniorenfußballabteilung Rocco Bartsch. Die Spieler halten sich während dieser Zeit mit Läufen und Kraftübungen individuell fit. Dazu Bartsch: „Der einzige Vorteil ist, dass der FVM ausgesprochen hat, dass man dem Verein mindestens zwei Wochen Vorlaufzeit gibt falls es wieder losgeht.“

Er wünscht sich eine Orientierung am Bayrischen Fußballverband. Dieser hat den Spielbetrieb bis zum ersten September ausgesetzt. „In welcher Form man dann weiter spielt sollen andere entscheiden.“ Sollte die Saison abgebrochen werden, wünscht sich Bartsch eine Annullierung, also ein Beenden der Saison, bei der die bisherigen Ergebnisse nicht gewertet werden, und einen Neustart in der selben Zusammensetzung, sprich den selben Mannschaften, zu einem späteren Zeitpunkt. „Es ist noch nichts entschieden“, sagte Stadtmitarbeiter Peter Dierichsweiler in seiner Funktion als Vorsitzender des Spielausschusses für den Kreis Euskirchen im FVM über eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes. Das Präsidium und der Beirat des FVM ließen am Donnerstag mitteilen, den Spielbetrieb analog zum Bayrischen Fußballverband am 1. September fortsetzen zu wollen und damit die Saison auf dem Rasen zu Ende zu führen, sofern das die staatlichen Vorgaben ermöglichen. Dieser Vorschlag wird jedoch zuerst mit den Vereinen abgesprochen.

Der Leiter der Handballabteilung des TSV Feytal Christoph Dasburg unterstützt die Entscheidung des Handballverbandes Mittelrhein, die Saison abzubrechen. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Ganz auf Fußball verzichten muss der Verein aber nicht, auch wenn der Ball nur virtuell rollt. Die TuS nimmt nämlich mit den Senioren an der „Fifa-Kreismeisterschaft EU“ teil. Hier zocken Mannschaften aus dem Kreis Euskirchen an der Konsole die Fußballsimulation „FIFA 20“ in Vierer-Teams gegeneinander. Neben der TuS sind aus dem Stadtgebiet auch der SSC Firmenich und der SSC Satzvey vertreten. Zudem spielen auch die U17 und U16 der Jugendspielgemeinschaft Mechernich/Feytal/Weyer mit.

TSV Feytal spielt diese Saison keinen Handball mehr

Im Gegensatz zur unklaren Lage bei der TuS Mechernich herrscht bei den Handballern des TSV Feytal schon länger Gewissheit. Hier wird die Kreisliga auf keinen Fall fortgesetzt, der Handballverband Mittelrhein (HVM) hat in Übereinstimmung mit den angeschlossenen Kreisen den Verbandsspielbetrieb für die Saison 2019/2020 eingestellt.

„Das wissen wir schon seit ungefähr acht Wochen“, sagte der Handballabteilungsleiter des TSV Christoph Dasburg. „Die Gesundheit der Mitmenschen ist das Wichtigste“, befürwortet er den Schritt der Absage. Im Amateursport steht schließlich der Spaß im Vordergrund, da sollte man kein Risiko eingehen. „Da es keine Absteiger geben wird, hat auch kein Verein einen Nachteil.“ Der HVM teilte nämlich mit, das für die aktuelle Saison auf Absteiger verzichtet wird.

Zudem sind finanzielle Einbußen für den Verein nicht zu befürchten: „Wir nehmen zu den Spielen generell keinen Eintritt und für die Halle zahlen wir nur, wenn wir sie nutzen.“ Die Spieler betreiben wie auch bei der TuS zuhause Übungen, ein Trainingsplan wurde vom Verein aber nicht herausgegeben. Planungen wie es weitergeht, gibt es kurzfristig nicht. Es gäbe in dieser Hinsicht noch keinen Terminplan, so Dasburg. Die kommende Saison 2020/2021 wäre auch unabhängig der aktuellen Situation erst im Juli und August geplant und gestaffelt worden.

Die aktuellen Entwicklungen sind also auch für die Sportvereine eine noch nie dagewesene Herausforderung, eine einheitliche Lösung ist nicht abzusehen. Sollte man jedoch irgendwann wieder zum Spielbetrieb zurückkehren, werden es Spieler und Fans wahrscheinlich ähnlich wie Christoph Dasburg sehen: „Dann wird die Freude umso größer sein!“

mm/pp/Agentur ProfiPress