„Hommele“ backten „Rievkooche to Go“
Karneval 2021 in Bergbuir war trotz Corona eine Wucht
Mechernich-Bergbuir – Bergbuir hat kein Vereinskartell wie andere Dörfer, sondern „nur“ einen „Vereinsbund“ mit verschiedenen Abteilungen. „Das ist bei uns fast wie die SED im ehemals real existierenden Sozialismus in der DDR“, scherzte einmal der frühere Vereinsbundvorsitzende Konrad Beul im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Theater-, Karnevals-, Tischtennis- und Tambourabteilung des Vereinbunds „De Hommele“ fällt es wegen Corona immer schwerer, „die Füße still zu halten und stereotyp sämtliche Veranstaltungen abzusagen oder zu verschieben“, schreibt Andrea Kratz vom Vorstand. Das Karnevalswochenende habe man jedenfalls in „Berpe“ nicht tatenlos verstreichen lassen können.
Das traditionelle Reibekuchenbacken wurde vom Rosenmontag auf den Karnevalssonntag vorverlegt. Andrea Kratz: „Ein Hygienekonzept, das wir mit dem Ordnungsamt Mechernich besprochen haben, machte es uns möglich, am Sonntag knapp 1200 Reibekuchen an den Mann und die Frau zu bringen.
Von Bestellungen überrollt
Die Leute aus Bergbuir und den umliegenden Orten haben gerne von unserem Angebot Gebrauch gemacht, wir sind von den Bestellungen vollkommen überrannt worden und mussten irgendwann einen Bestellstopp aussprechen.“
20 Reibekuchen haben sogar eine Reise nach Bösenrode in der Gemeinde Berga angetreten. Ein ehemaliger Bergbuirer wohnt dort und durch ihn ist eine Freundschaft zum dortigen Karnevalsverein entstanden.

Am Rosenmontag, an dem sonst der Zug durch Bergbuir, Bleibuir und Umgebung zieht, haben Vereinsbundvorsitzender Heinz-Gerd Züll und Ortsbürgermeister Markus Kratz dann gut gefüllte Kamellen-Tüten an alle Bergbuirer Kinder verteilt. „Normalerweise ziehen die Kinder am Rosenmontag morgens von Haus zu Haus, singen „Lirum Larum“ und sammeln Zutaten für Erbsensuppe und Waffeln“, berichtet Andrea Kratz.
Positives Echo
Und weiter: „Beim ältesten Kind wird dann am Veilchendienstag mit allen Kindern zusammen Suppe und Waffeln gegessen und die Senioren erhalten ebenfalls Waffeln. In diesem Jahr hätte dies eigentlich bedeutet, dass alle Kinder zu Sebastian Kratz nach Hause kommen sollten. Leider war auch das wegen Corona nicht möglich. So haben wir uns kurzerhand dazu entschieden, einfach eine »To-Go-Geschichte« daraus zu machen, um den Brauch nicht einschlafen zu lassen.“

Den Senioren wurden die Waffeln, wie gewohnt nach Hause gebracht und die Kinder oder deren Eltern konnten mit einem Kessel die Erbsensuppe, Würstchen und ihre Waffeln abholen und dann zu Hause essen.
Andrea Kratz: „Auf alle drei Aktionen haben wir positives Feedback erhalten und uns vom Verein hat es Spaß gemacht, endlich nochmal etwas in Bergbuir zu bewegen. Wir wollen jetzt sehr hoffen, dass wir bald wieder unsere anderen Veranstaltungen im Dorf planen können…“
pp/Agentur ProfiPress