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Goldzug aus Waldenburg entdeckt?

Jugendliche könnten im Bereich Bergbaumuseum Mechernich verschollenen „Goldzug“ entdeckt haben – Durch Flut entstandener Krater gibt Blick unter Tage frei – Legendärer Sonderzug der Nationalsozialisten soll 1944 Gold und Kunstschätze transportiert haben

Mechernich – Die Hochwasserkatastrophe hat in Mechernich nicht nur über, sondern auch unter der Erde große Schäden hinterlassen. Nachdem es in Folge des Starkregens zu Absenkungen an früheren Luftschächten gekommen ist, darf das frühere Bergwerksgelände nicht mehr betreten werden.

Drei Jugendliche haben im Bereich des Bergwerksmuseums scheinbar eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht: Sie könnten den legendären „Goldzug aus Waldenburg“ entdeckt haben. Mechernichs evangelischer Pfarrer Michael Stöhr berichtet: „Einer der Jugendlichen hat Vorfahren im niederschlesischen Waldenburg (heute Wałbrzych). Dort geht man schon seit Jahren Hinweisen auf den verschwundenen Goldzug nach.“

So ähnlich wie dieser Waggon, der in der Nähe von Satzvey steht, könnte der verschollene „Goldzug aus Waldenburg“ aussehen. Foto: Foto: G&F/pp/Agentur ProfiPress

Sonderzug mit Gold und Kunstschätzen

Bei dem „Goldzug aus Waldenburg“ soll es sich um einen Sonderzug gehandelt haben, mit dem die Nationalsozialisten gegen Ende des Zweiten Weltkriegs rund 300 Tonnen Gold, Schmuck und Kunstschätze transportiert haben sollen. Gerüchten zufolge soll der Goldzug im Herbst 1944 in der Nähe von Waldenburg in einem unterirdischen Stollen verschwunden sein. Trotz mehrerer Untersuchungen und Grabungen blieb der Goldzug allerdings bis heute verschollen.

Schilder im Bergschadensgebiet warnen davor, die Wanderwege zu verlassen. Nach der Flutkatastrophe wurde sogar ein Betretungsverbot für das frühere Bergwerksgelände ausgesprochen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Tatsächlich ist es möglich, dass der Goldzug nicht in Waldenburg verschwand, sondern unbehelligt seine Route beibehielt, um schließlich in einem Nebenarm der Mechernicher Untertageanlage versteckt zu werden. „In den Kriegswirren der Westfront und dem Niedergang des Bergbaus in Mechernich ist dieses Gelände unter dem Erdboden aus dem Blickfeld geraten“, sagt Pfarrer Stöhr.

Flutkrater offenbart Teile des Zuges

Nun könnte die Flutkatastrophe die Schätze im Bereich des Bergbaumuseums wieder ans Tageslicht gebracht haben. Pfarrer Stöhr, der seit dem angeblichen Fund mit den Jugendlichen in Kontakt steht, erzählt: „Einer der jungen Männer hat mir berichtet, dass sie in einem in der Folge des Hochwassers entstandenen Krater im oberirdischen Bereich des Museums Teile eines alten Zuges entdeckt hätten.

Mittelsmann zwischen Schatzfindern und Behörden: Der evangelische Pfarrer Dr. Michael Stöhr hat sich selbst ein Bild vom Glanz des „Goldzugs“ im Bereich des Bergbaumuseums gemacht. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Er habe vom Kraterrand aus verpackte Bilder und aufgesprungene Schmuckkästen erkennen können. Die Jugendlichen hätten ihren Fund gemeldet, er solle nun untersucht werden.

Gerüchte, Bundeswehr oder Stadtverwaltung wollten den Fund nun meistbietend veräußern, um Wehretat beziehungsweise Haushalt zu sanieren, wurden inzwischen dementiert. Der Fund von Mechernich nährt unterdessen neue Hoffnungen, jetzt auch das verschollene Bernsteinzimmer wiederzufinden…

pp/Agentur ProfiPress