Getreideernte hat begonnen

Rheinischer Landwirtschafts-Verband (RLV) mahnt Bauern und Anwohner von Getreideäckern zur gegenseitigen Rücksichtnahme – Trockenheit sorgt auch am Bleiberg für unterdurchschnittliche Ernte

Mechernich/Rheinland – Die Getreideernte im Rheinland hat begonnen. Die ersten Mähdrescher in der Wintergerste wurden im Stadtgebiet Mechernich bereits Ende Juni gesichtet im Raum Firmenich/Obergartzem und Lückerath/Kalenberg.

Rund die Hälfte der Ackerfläche in NRW wird für den Getreideanbau genutzt, so der Rheinische Landwirtschafts-Verbandes (RLV). Die Anbaufläche für vierzeilige Wintergerste scheint dabei im eigentlich zur Braugerstenregion gehörenden Mittelgebirgsteil der Stadt Mechernich ungewöhnlich hoch zu sein.

Die erste Ballenpyramide am seit 20 Jahren leerstehenden Kolpingheim in Bleibuir ist errichtet – die Getreideernte am Mechernicher Bleiberg hat begonnen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Die lange und anhaltende Trockenheit hat die Ernteaussichten der rheinischen Landwirte laut (RLV) getrübt. Der ausbleibende Regen und trockene Böden machen den Bauern zunehmend zu schaffen, wenngleich Klimakatastrophen wie zurzeit in Norditalien in der Poebene bislang hierzulande ausgeblieben sind. Nach Prognose des Deutschen Bauernverbandes ist deutschlandweit mit einer unterdurchschnittlichen Getreideernte zu rechnen.

„Ernte bis in die Nacht vermeiden“

Wo gedroschen wird, ist Staubentwicklung unvermeidlich, hier auf einem Archivbild aus der Gemarkung Bleibuir. Anwohner in den Ballungsrandzonen, die ihre Freizeit im eigenen Garten in Ruhe und mit Swimmingpool verbringen wollen, reagieren laut Rheinischem Landwirtschafts-Verband (RLV) zunehmend gereizt auf die Ernteaktivitäten der Bauern. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Für viele Bauern bedeutet „der Äern“, so das rheinfränkische Wort für Erntezeit, eine schöne, aber stressreiche Zeit. Dazu gehören in den Gürteln um die Ballungsräume zunehmend auch Auseinandersetzungen mit Anwohnern, die ihre Freizeit im eigenen Garten in Ruhe genießen wollen, während es ringsum auf den Feldern staubt und laut ist.

Der RLV appelliert an beide Seiten, ein „verständnisvolles und tolerantes Miteinander“ obwalten zu lassen: „Wo es geht, versuchen die rheinischen Landwirte den Anwohnern entgegenzukommen. Wenn möglich, wird die Ernte an Wochenenden und bis in die Nacht vermieden.“

Gerstenfeld am Abzweig nach Bescheid: Rund die Hälfte der Ackerfläche in NRW wird für den Getreideanbau genutzt, so der Rheinische Landwirtschafts-Verbandes (RLV). Die Anbaufläche für vierzeilige Wintergerste scheint dabei im eigentlich zur Braugerstenregion gehörenden Mittelgebirgsteil der Stadt Mechernich ungewöhnlich hoch zu sein. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Viele Landwirte nutzten jedoch Maschinengemeinschaften und teilten sich die Maschinen mit anderen Bauern: „Müssen zur Erntezeit alle zeitgleich auf die Mähdrescher zugreifen, sind die Ausleihzeiten eng getaktet. Zudem kann auch ein Wetterumschwung eine nächtliche Ernte notwendig machen.“

Ab jetzt dauere die Erntezeit rund fünf Wochen. Wer in der Nähe eines reifen Getreidefeldes wohne, solle mit einem baldigen Erntebeginn rechnen. Bei ortsnahen Flächen bemühen sich die Bauern, nicht direkt an der Bebauung anzufangen. Anwohnern bleibe Zeit, Türen und Fenster zu verschließen und den Pool abzudecken, um einen Staubeintrag zu verringern, so der RLV.

pp/Agentur ProfiPress