„Alles meinem Gott zu Ehren“

Mechernich gedachte beim „Bergfest“ an der Glück-auf-Halle“ der verunglückten Bergleute mit einem Feldgottesdienst – Pfarrer Pühringer: „Gott grenzt nicht ein und nicht aus, er macht uns frei“

Mechernich – Der verunglückten Bergleute und der Lebenden und Verstorbenen von Mechernich gedachten Pfarrer Erik Pühringer und eine größere Anzahl Gläubiger am Sonntag bei einem Feldgottesdienst an der Glück-auf-Halle.

Mit „Alles meinem Gott zu Ehren“, einem Kirchenlied, in dem auch der Arbeit als Ausdrucksmittel der Gottesverehrung Bedeutung zukommt, eröffnete die von Daniel Marmagen dirigierte Bergkapelle den Feldgottesdienst zum ersten Bergfest nach fast fünf Jahren Pause. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Dort wurde „nach jahrelanger Abstinenz“, so Pühringer, noch einmal das traditionelle Mechernicher „Bergfest“ gefeiert, ein aus aktiver Bergwerkszeit überkommenes Relikt, bei dem die Knappen und Familien früher einmal im Jahr im Mechernicher „Eifelstadion“ zu Wettkampf und Feier zusammenkamen.

„Durch ihn und mit ihm und in ihm“: Pfarrer Erik Pühringer bei der so genannten Doxologie, dem Lobpreis Gottes in der Eucharistie. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Heutzutage ist die ehrwürdige Bergkapelle von 1870 Veranstalterin, ebenfalls ein von Musikern aus Mechernich und Umgebung gutgehütetes Überbleibsel aus den Zeiten der Gewerkschaft Mechernicher Werke. Der „Knappen-Harmonie-Verein“, so der ursprüngliche Name der Bergkapelle, war das Vorzeige- und Grubenorchester aus der Zeit der Gebrüder Kreuser, als am Bleiberg bis zu 4500 Arbeiter im Bergbau und seinen Nebenbetrieben beschäftigt waren.

Zur Wandlung der irdischen Erntegaben Brot und Wein in die Gestalt des gegenwärtigen Gottessohnes senkten die Fahnenabordnungen der Vereine und Institutionen ihre Banner. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Zu Beginn der Feldmesse intonierte die von Daniel Marmagen dirigierte Kapelle das Kirchenlied „Alles meinem Gott zu Ehren“, in dem auch der Arbeit ihr Platz als Mittel der Gottesverehrung zugewiesen wird.

Erik Pühringer, der Pfarrer von Mechernich, predigte von der Aussendung der 72 Jünger durch Jesus, der ihnen aufgibt, ohne Schuhe, ohne Vorratstasche und ohne Geldbeutel in die Verkündigung aufzubrechen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Am Ende sang die Gemeinde „Nun danket alle Gott“, dazu bestehe auch aller Anlass, so Pfarrer und GdG-Leiter Erik Pühringer, nachdem seit 2017 kein Bergfest mehr stattgefunden hatte.

Zahlreiche Gläubige gedachten am Sonntag bei einem Feldgottesdienst an der Glück-auf-Halle der in der langen Mechernicher Montangeschichte verunglückten Bergleute. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Unbeschwert und Gott vertrauend“

Der Pfarrer von Mechernich predigte ausgehend von der Aussendung der 72 Jünger durch Jesus, der ihnen aufgibt, ohne Schuhe, ohne Vorratstasche und ohne Geldbeutel in die Verkündigung aufzubrechen. Ein Vorhaben, das nach menschlichem Ermessen zum Scheitern verurteilt zu sein scheint, das aber doch wegen seiner Unbeschwertheit und seines Gottvertrauens gelingt.

Die Fahnenabordnungen vom Roten Kreuz, der Freiwilligen Feuerwehr und der Barbarabruderschaft Mechernich. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Pfarrer Pühringer schlug den Bogen ins Hier und Heute zur Christengemeinde am Bleiberg und der kleinen Schar beim Feldgottesdienst vor der Glück-auf-Halle: Auch wir seien gesendet, die Liebe Gottes zu den Menschen zu verkünden: „Gott grenzt nicht ein und er grenzt nicht aus, er macht uns frei durch seine Liebe.“

Lektor Werner Zeyen trug einen Text des Propheten Jesaja vor. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Reich Gottes“ übersetzte der Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden St. Barbara so: „Die Liebe Gottes ist nahe, sie ist mitten unter Euch lebendig…“ Diese Liebe sei der Kern der Botschaft Christi, und ohne diese Liebe sei es schwer, Frieden zu halten, so Erik Pühringer.

Neben zahlreichen Gläubigen und der Bergkapelle beteiligten sich auch Fahnenabordnung von Rotem Kreuz und Feuerwehr, Barbarabruderschaft und Kolpingfamilie sowie der TuS und der vaterstädtischen Karnevalsgesellschaft, die da sind Festausschuss Mechernicher Karneval, Prinzengarde und KC Bleifööss. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Neben zahlreichen Gläubigen und der Bergkapelle beteiligten sich auch Fahnenabordnung von Rotem Kreuz und Feuerwehr, Barbarabruderschaft und Kolpingfamilie sowie der TuS und der vaterstädtischen Karnevalsgesellschaften, die da sind Festausschuss Mechernicher Karneval, Prinzengarde und KC Bleifööss.

Pfarrer Pühringer schlug den Bogen vom See Genezareth vor 2000 Jahren ins Hier und Heute zur Christengemeinde am Bleiberg und der kleinen Schar beim Feldgottesdienst vor der Glück-auf-Halle: Auch wir seien gesendet, die Liebe Gottes zu den Menschen zu verkünden: „Gott grenzt nicht ein und er grenzt nicht aus, er macht uns frei durch seine Liebe.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Nach der Feldmesse wurde weitergefeiert. Es spielten die Bergkapelle selbst, der Musikzug der Mechernicher Prinzengarde und der Musikverein St. Martin Eicks. Für das leibliche Wohl der Gäste war reichlich und gut gesorgt.

pp/Agentur ProfiPress