Generalsuperior Haus ist tot

Ordo Communionis in Christo, die Stadt Mechernich und viele Christen weltweit trauern um einen menschenfreundlichen und liebenswürdigen Gottesmann – Nach dem Besuch bei Papst Franziskus im November hatte der Priester und Obere Tag für Tag mehr abgebaut – Exequien am Samstag, 22. Januar, feierliche Beisetzung ab 11.30 Uhr auf dem Mechernicher Friedhof

Mechernich – Karl-Heinz Haus (88), erster Generalsuperior des am 8. Dezember 1984 in Mechernich gegründeten Ordo Communionis in Christo, ist tot. Der 1961 in St. Anna in Düren zum Priester geweihte Pfarrer und Ordensobere schlief am Montagmorgen gegen 7 Uhr in der Langzeitpflege Communio in Christo in Mechernich im Kreis von Mitgliedern der Kommunität friedlich ein.

Generalsuperior Karl-Heinz Haus vor dem Petersdom. Hier traf er die Päpste Johannes-Paul II. und Benedikt XVI., in der Audienzhalle übergab er vor wenigen Wochen Papst Franziskus die Gründung des Ordo Communionis in Christo. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Noch an Allerseelen, 2. November 2021, war Generalsuperior Karl-Heinz Haus mit einer zwölfköpfigen Communio-Delegation nach Rom aufgebrochen, um Papst Franziskus am 3. November in einer Spezialaudienz das Gründungskreuz und die Ordensregel des Ordo Communionis in Christo zu übergeben und damit die Gründung Mutter Marie Thereses ausdrücklich in die Hände des Heiligen Vaters zu legen.

Nachdem der jahrzehntelange geistliche Begleiter und Seelenführer der Gründerin diesen letzten irdischen Auftrag erfüllt hatte, verschlechterte sich sein gesundheitlicher Zustand von Tag zu Tag. Am Gottesdienst zum Gründungsgedenktag am 8. Dezember und an der Christmette konnte er noch im Rollstuhl teilnehmen, seit dem Jahreswechsel war er bettlägerig.

Aufgewachsen am Niederrhein

Der von vielen Menschen verehrte und geliebte Pfarrer Karl-Heinz Haus, der eine große Menschenfreundlichkeit, Gottesliebe und Liebenswürdigkeit ausstrahlte, hatte noch am 25. Juli sein Diamantenes Weihejubiläum begangen und 2018 seinen 85. Geburtstag gefeiert. Geboren wurde er am 12. August 1933 in Nettetal-Lobberich am Niederrhein. 1955 machte er am Thomaeum in Kempen Abitur, danach studierte Haus bis 1959 Theologie in Bonn.

Dem Wunsch von Mutter Marie Therese entsprechend führte Pfarrer Karl-Heinz Haus bis zuletzt das geistliche wie karitative Vermächtnis ihrer Gründungen. Dafür stellte er sein ganzes priesterliches Sein, sein Ego als Mensch sowie seine Geltung als Prediger und Theologe weit hintan. Foto: Archiv Communio in Christo

Auf dem Primizbild von Kaplan Karl-Heinz Haus fand sich vor 60 Jahren der Heilige Christopherus, der „Christusträger“ mit dem Jesuskind auf den Schultern. Das war das Bild der Arbeiterjugend damals. Darüber stand: „Ihr seid alle Christusträger“. Und darunter sein persönlicher Wahlspruch: „Christus allein!“ Und ein Stoßgebet: „Heilige Maria, bete für junge Arbeiterapostel.“

„Es kommt darauf an, Christus nachzufolgen“, war der Weihespruch der fünf Diakone, darunter Karl-Heinz Haus, die im Juli 1961 in St. Anna in Düren von Bischof Johannes Pohlschneider zu Priestern geweiht wurden. „Ich habe diese Nachfolge sehr ernst genommen“, sagte Pfarrer Karl-Heinz Haus in einem Interview: „In aller Bescheidenheit so ernst, dass ich ihn auch gegen alle Widerstände befolgt habe, die mir im Zusammenhang mit der Leidens- und Gründungsgeschichte von Mutter Marie Therese und der Communio in Christo widerfahren sind“.

Sozialwerk aufgebaut

Pfarrer Karl-Heinz Haus wurde von Mutter Marie Therese als Generalsuperior auf Lebenszeit eingesetzt, sein Stellvertreter ist der aus Indien stammenden Father Jaison Thazhathil. Mit Mutter Marie Therese und Helmut Weber, dem Geschäftsführer des Sozialwerks Communio in Christo, und dessen Nachfolger Norbert Arnold sowie unter Begleitung eines auch mit externen Experten besetzten Kapitels baute Karl-Heinz Haus Pflegeeinrichtungen für Schwerstpflegebedürftige, alte und sterbende Menschen in Mechernich und Blankenheim auf.

Ein zupackender Priester und ein Oberer mit offenen Armen, offenen Ohren und offenem Herzen für jeden… Foto: Archiv ProfiPress

Zu seinem 85. Geburtstag schickten der Aachener Bischof Dr. Helmut Dieser ebenso wie sein Vorgänger Dr. Heinrich Mussinghoff Glückwunschschreiben. Beide waren auch schon zu Gast im Mutterhaus und den Pflegeinrichtungen in Mechernich, in denen nach den Grundsätzen christlicher Nächstenliebe Gott gesucht und verehrt wird. Das liebevolle Miteinander auch mit Gästen und Bewohnern steht unter dem Motto „Caritas est vivere in Deo“.  

Karl-Heinz Haus war zunächst 1961 bis 1968 Kaplan in Anrath und Mönchengladbach, 1968 bis 1975 Regionalpfarrer der Region Düren, 1975 Pfarrer und von 1976 bis 1981 Dechant des Dekanates Mechernich und Pfarrer von St. Lambertus, Holzheim. 1982 stellte der damalige Bischof Prof. Dr. Klaus Hemmerle ihn für die Gründungen von Mutter Marie Therese frei.1973 bis zu ihrem Tod 1994 war Pfarrer Haus Beichtvater und Seelenführer von Mutter Marie Therese, seit 1985 Generalsuperior des Ordo Communionis in Christo.

Beisetzung 22. Januar, 11.30 Uhr, Friedhof Mechernich

Dem Wunsch von Mutter Marie Therese entsprechend führte er bis zuletzt das geistliche wie karitative Vermächtnis. Er hat, darin sind sich alle einig, die ihn kennen, sein ganzes priesterliches Sein, sein Ego als Mensch, seine Geltung als Prediger und Theologe weit hintangestellt, um Mutter Marie Therese und ihrem Werk mit ganzem Einsatz und aller Kraft zu dienen.

Seine Konturen sind nun verschwommen wie auf diesem Bild, auf dem er im Park von „Haus Effata“ in Blankenheim winkt wie zum Abschied… Doch seine Mitgläubigen im Ordo Communionis in Christo sind davon überzeugt, dass er sich nun im Himmel befindet und sich damit nicht weiter von ihnen entfernen wird wie die Gründerin selbst. Foto: Archiv ProfiPress

Nicht nur Kommunität und Kapitel, die Ordo-Mitglieder weltweit und die 300 Mitarbeiter des Sozialwerks der Communio in Christo trauern um einen großartigen Menschen und aufrechten Geistlichen, sondern auch viele Menschen in der Stadt Mechernich, in der polnischen Partnerstadt Skarszewy, im Kreis Euskirchen und in vielen Ländern der Erde. Die feierliche Beisetzung auf dem Mechernicher Friedhof findet am Samstag, 22. Januar, um 11.30 Uhr statt. Totenwache, Exequien und Seelenämter sind wegen der Corona-Pandemie nicht öffentlich.

pp/Agentur ProfiPress