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„Freunde“ blieben Museum treu

Mitgliederversammlung des Fördervereins Rheinisches Industriemuseum Euskirchen in Kuchenheim entlastete den Vorstand nach zwei Pandemiejahren einstimmig – Kaum Aktionen, aber trotzdem kein Mitgliederschwund – Museumsdirektor Detlef Stender hört im März auf – Japanische Ton- und Lichtkünstler verzaubern das Museum

Euskirchen-Kuchenheim/Mechernich-Kommern – Mit dem Rheinischen Freilichtmuseum in Kommern (Stadt Mechernich) und dem Industriemuseum Kuchenheim, Tuchfabrik Müller, gibt es gleich zwei bedeutende Museen des Landschaftsverbandes Rheinland im Raum Mechernich. Letzteres hatte jetzt Jahreshauptversammlung.

Unter Pandemiebedingungen nach 2G-Eingangstests und mit Maskenpflicht hielt der von Heinz-Otto Koch (r.) geführte Verein der Freunde und Förderer des LVR-Industriemuseums Euskirchen jetzt seine Mitgliederversammlung in der „Mottenburg“ des Museums, einem modernen Kongress- und Vortragsgebäude. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Dabei konnte der Förderverein des Rheinischen Industriemuseums Euskirchen im Gästehaus „Mottenburg“ des Museums auf zwei in jeder Hinsicht bemerkenswerte Jahre zurückblicken. Bemerkenswert nicht unbedingt im positiven Sinne, denn es ist wegen der Corona-Pandemie fast alles seit 2020 an Ausflügen, Exkursionen, Lesungen und Sonderveranstaltungen ausgefallen, was der Vorstand um Heinz-Otto Koch zuvor mühevoll geplant und arrangiert hatte.

Der im kommenden März in den Ruhestand zu verabschiedende Museumsdirektor Detlef Stender sagte: „Wir haben das fast 30 Jahre gut und nach unseren kreativen Potenzialen gemacht, aber jetzt müssen neue Leute mit neuen Ideen und Ansätzen kommen…“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Das gleiche galt für das Museum selbst – bis auf die Ausstellung „Mode 68“ aus den „Revolutionsjahren“ der Studenten gegen das Establishment der jungen Bundesrepublik Ende der 60er Jahre. Und: Seit Anfang November nun läuft die Sonderausstellung „Must Have“ zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Konsums, durch die Museumsleiter Detlef Stender die Fördervereinsmitglieder vor Beginn der Versammlung führte.

Stabile Kassenlage

Trotz der vielen Museumsschließungen wegen Corona und Hochwasser und der erst organisierten und dann wieder abgesagten Veranstaltungen ist die Zahl der Vereinsmitglieder seit 2019 nahezu konstant geblieben, im Gegenteil: Ende 2019 waren 322 Museumsfans im Förderverein, Ende 2020 sogar 325, so Schatzmeister Karl-Heinz Daniel. Er konnte folgerichtig eine stabile Kassenlage melden, denn die Beiträge und Spenden flossen kontinuierlich, Chancen, Geld auszugeben, hatte der Förderverein hingegen kaum.

Hauptförderer des von Heinz-Otto Koch erst als zweitem Vorsitzenden in der fast 25jährigen Vereinsgeschichte geführten Fördervereins – der erste war sein KSK-Vorstandskollege Hans Bösch – sind die Kreissparkasse Euskirchen und die e-regio. Die größte Rolle aber spielen die Mitglieder selbst, die trotz Coronabedingungen auch wieder zahlreich zur Mitgliederversammlung in der „Mottenburg“ erschienen waren.

Noch ein weiteres Jahr im Amt bleibt der Fördervereinsvorstand, hier bei einer Fahrradkartenvorstellung (v.l.): Karl-Heinz Daniel (Schatzmeister), Dr. Reinhold K. Weitz (Beisitzer), die stellvertretende Vorsitzende Dr. Maria-Regina Neft, Revisor Wolfgang H. Picard, Vereinschef Heinz-Otto Koch, Museumsdirektor Detlef Stender, Ehrenmitglied Walter Pröpper und Beisitzerin Nadja Ginster-Hügele. Archivfoto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Vorsitzender Heinz-Otto Koch begrüßte sie mit dem Hinweis: „Niemand sollte sich verpflichtet fühlen, heute teilzunehmen. Wem nicht ganz wohl bei dem Gedanken ist, sollte sich melden oder gehen.“ Koch war sogar bereit, die gesamte Versammlung zu verschieben, aber alle, die gekommen waren und ihren 2G-Status Detlef Stender nachgewiesen hatten, wollten auch bleiben.

So konnte in großer Harmonie getagt und gewählt werden. Dem amtierenden Vorstand wurde nach zwei Jahresberichten und dem beanstandungsfreien Testat der Revisoren Christa Thelen und  Wolfgang H. Picard einstimmig bei Enthaltung der Betroffenen Entlastung erteilt. Damit bleiben die Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern, das Führungsgremium des Fördervereins wird für die Dauer von drei Jahren gewählt, erneut in 2022. Die Revisoren wurden per Akklamation für ein weiteres Jahr wiedergewählt.

Rezitation und Gespräch

Dr. Maria-Regina Neft ist die Stellvertreterin des Vorsitzenden Heinz-Otto Koch, Karl-Heinz Daniel Schatzmeister, Museumsleiter Detlef Stender ist geborenes Mitglied und wird im März, wenn seine berufliche Laufbahn endet, nicht nur verabschiedet, sondern im Vorstand durch seine/n namentlich noch nicht bekannte/n Nachfolger/in ersetzt.

Beisitzer in der Führungsmannschaft um Heinz-Otto Koch sind Nadja Ginster-Hügele, Dieter Kabatnik und Dr. Reinhold Weitz. Koch dankte den Vorstandsmitgliedern und Revisoren für ihre Unterstützung und Solidarität in den vergangenen Jahren.

Im Rahmen der Kunstaktion „Welche Zukunft hat die Zukunft?“ der Rheinischen Industriemuseen kommt im Frühjahr eine japanische Künstlergruppe nach Kuchenheim, um das Museum zu sphärischen Klängen zu illuminieren. Grafik: LVR/pp/Agentur ProfiPress

Die Planungen für das kommende Jahr werden in der Vereinszeitscrift „Transmission“ 2022 bekanntgegeben, die im Februar den Mitgliedern zugestellt wird. Unter anderem können sich die Mitglieder auf ein Highlight im Mai im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Rezitation und Gespräch“ mit Ex-Regierungssprecher Klaus Vater und Manfred Lang freuen. Die nächste Mitgliederversammlung soll zunächst im März 2022 das neue Jahr eröffnen.

Im Rahmen der Kunstaktion „Welche Zukunft hat die Zukunft?“ der Rheinischen Industriemuseen, so kündigte Detlef Stender an, kommt im Frühjahr eine japanische Künstlergruppe nach Kuchenheim, um das Museum zu sphärischen Klängen zu illuminieren.

Fördervereinsvorsitzender Heinz-Otto Koch begrüßte die Mitglieder mit dem Hinweis: „Niemand sollte sich verpflichtet fühlen, heute teilzunehmen. Er war sogar bereit, die gesamte Versammlung wegen Corona zur Disposition zu stellen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Überhaupt brauche das Museum jetzt neue Ideen und Konzepte: „Wir haben das jetzt fast 30 Jahre gut und nach unseren kreativen Potenzialen gemacht, aber wir dürfen nicht glauben, dass das alles war. Jetzt müssen neue Leute mit neuen Ideen und Ansätzen folgen…“

pp/Agentur ProfiPress