Weitester Pfeil rund 258 Meter
Deutschlandweit einzigartiger Bogenschuss-Wettbewerb hat wieder auf Schloss Eicks stattgefunden – 40 Teilnehmer in drei Disziplinen – Organisiert von „St.-Sebastianus-Schützen“ Bad Münstereifel – Ein Pressespiegel
Mechernich-Eicks – Surrende Pfeile, geschossen von Männern in Kleidung aus vergangenen Tagen an Langbögen. Ein recht ungewöhnlicher Anblick, doch nicht am Eickser Wasserschloss. Denn bereits seit 2011 findet hier ein deutschlandweit einzigartiger Bogenschusswettbewerb über zwei Tage, bestehend aus den Disziplinen „At the marks“, „Speed Shooting“ und „Cloth of Gold“ statt. Der Journalist Stephan Everling war nun für den Kölner Stadt-Anzeiger vor Ort und berichtete.

Everling: „In einer langen Reihe stellen sie sich auf, wenn der Field Captain »At the marks« ruft.“ Diesen Job übernahm Bernhard Franzen, der das Turnier mit Stephan Langen leitete. „Sorgfältig visieren sie das Ziel an, dass immerhin 180 Yards entfernt steht, bis der Captain das nächste Kommando gibt: »Drei Schuss in eigenem Rhythmus.« Und dann hagelt es Pfeile.“ Diese Entfernung entspricht etwa 164 Metern. Geschossen werde ballistisch, also schräg in den Himmel, damit der Pfeil die doch recht weite Entfernung überwinden kann und möglichst nahe des Ziels im Boden steckenbleibt.

Einmalige Stimmung statt Punktzahl
In zwei Gruppen treten die rund 40 Schützen zum Wettbewerb an. Beim „Speed Shooting“ stehen die Ziele rund 70 Meter entfernt. „Hier geht es darum, in vorgegebener Zeit so viele Schüsse wie möglich auf ein Ziel abzugeben – und nach Möglichkeit auch zu treffen“, erklärte Everling. Die Punkte werden bei beiden Wettbewerben danach vergeben, wie nah die Pfeile ihrem Ziel gekommen sind.
Beim letzten Wettbewerb des Turniers, dem „Cloth of Gold“, ging es dann „richtig weit“. Statt fand es auf einer langen Wiese im Schlossgarten. Peter Dreßen, der dortige Sieger, schoss seinen Pfeil stolze 282 Yards weit, was knappen 258 Metern entspricht.

Die „St.-Sebastianus-Schützen“ Bad Münstereifel, unter Abteilungsleiter Volker Weissenfels, veranstalten das Turnier. „Die Suche nach den Pfeilen ist ein wesentlicher Bestandteil des Sports. Das ist ein bisschen wie beim Golf“, erklärte Weissenfels.
Adrian Carney, ein Teilnehmer, betonte gegenüber Everling, er sei für den Wettbewerb sogar aus Bayern angereist – und bereits zum sechsten Mal dabei. Normalerweise seien auch mehr internationale Sportler dabei. Dabei sei die Punktzahl eigentlich egal, denn: Die Stimmung sei einmalig und darauf kommt es an.
pp/Agentur ProfiPress