Von sechs Pfählen getragen
Anbau an der katholischen Grundschule Mechernich soll der OGS mehr Platz bieten – Zwei Räume mit einer Gesamtfläche von 200 Quadratmetern entstehen – Gebäude in Holzbauweise soll zu Ostern fertig werden
Mechernich – Als Uli Lindner-Moog vor knapp zehn Jahren seine Stelle angetreten hat, waren es gerade einmal 40 Kinder, die in der Offenen Ganztagsschule (OGS) betreut wurden. „Heute sind es um die 180“, sagt der Schulleiter der katholischen Grundschule Mechernich – und mehr Kinder bedeutet eben auch mehr Platzbedarf.

Daher entsteht aktuell der inzwischen dritte Anbau an dem Gebäude in der Feytalstraße. „Durch den schwierigen Baugrund dort, ein ehemaliges Auengebiet, war eine aufwendige Pfahlgründung notwendig“, erläutert Frank Hecker, zuständiger Mitarbeiter bei der städtischen Gebäudewirtschaft. Insgesamt wurden daher sechs rund zehn Meter tiefe Pfähle in die Erde eingelassen.

Innenausbau im Winter
Von diesen wird der Bau getragen, der schon recht weit fortgeschritten ist. Allerdings haben auch hier die Hochwasserkatastrophe und die Materialknappheit den Bauzeitenplan komplett durcheinandergewirbelt. „Weil zum Beispiel keine Nagelplatten mehr zu bekommen waren, mussten wir vom Holzrahmenbau umschwenken auf eine komplette Holzbaukonstruktion“, so Hecker. Die hat den Vorteil, dass sie recht schnell aufgestellt ist, wenn die Teile denn dann fertig produziert sind.

Das war vor Kurzem soweit, so dass der Rohbau inklusive Dach nun steht. Die Lieferung der Fenster ist ebenfalls angekündigt, so dass über den Winter mit dem Innenausbau weiter gemacht werden kann. Aktuell sind die Wände gedämmt worden. Insgesamt werden rund 680.000 Euro in das Gebäude investiert, wovon rund 290.000 Euro vom Land gefördert werden. „Wenn alles gut läuft, dann kann der Anbau nach den Osterferien genutzt werden“, sagt der städtische Projektleiter Frank Hecker.
„Ein schönes Ostergeschenk“
„Das wäre ein schönes Ostergeschenk“, knüpft Schulleiter Uli Lindner-Moog daran an. Denn die OGS freut sich schon sehr auf die beiden Räume mit einer Gesamtfläche von rund 200 Quadratmetern. Die Gruppenräume werden deutlich mehr Möglichkeiten bieten, um mit den Kindern in Ruhe Hausaufgaben zu machen, AGs durchzuführen oder Spiele zu spielen, ohne dass dort auch gegessen werden müsste.

Aber Flexibilität ist ohnehin der zweite Vorname von Schule und OGS. Daher sind auch die neuen Möbel auf unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten ausgerichtet. Multifunktionalität lautet dann auch das Zauberwort für die Zukunft. Denn ab 2026 wird es einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung geben. Vermutlich werden damit auch die Zahlen der betreuten Kinder steigen, doch der Raum ist endlich. Für Schulleiter Uli Lindner-Moog ist klar: „Wir werden Schule neu denken müssen, weg von starren zu sehr flexiblen Raumkonzepten.“
pp/Agentur ProfiPress