Sanierungspläne für das Hallenbad

Maßnahmen sind Teil des geförderten Programms „Sonne.Klima.Kall“ – Arbeiten beginnen voraussichtlich Ende 2021 – Neue Technik, neue Fassade, neues Becken

Kall – Das 54 Jahre alte Kaller Hallenbad wird saniert. Die Arbeiten sollen voraussichtlich Ende 2021 beginnen, wie Christoph Graf vom Team Bauen/Technisches Gebäudemanagement der Gemeinde nun mitteilte. Abgeschlossen sein muss die Sanierung Ende 2022.

Denn die Maßnahme ist ein Teil des insgesamt 3,5 Millionen Euro schweren, bis Ende 2022 währenden NRW-Förderprogramms, um das sich die Gemeinde unter dem Slogan „Sonne.Klima.Kall“ erfolgreich beworben hatte. Weitere geförderte Maßnahmen aus dem Programm sind die energetische Sanierung des Rathauses, die „Klimafreundliche Mobilität in Kall“ sowie „Solar-Carports“ auf dem Park-and-Ride-Platz.

Rathausmitarbeiter Christoph Graf vor den gewaltigen Filteranlagen des Hallenbades. Diese stammen aus den 80er-Jahren und werden wohl komplett ausgetauscht. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Unter dem Titel „Sonnenbad Hallenbad Kall“ werden direkt mehrere Arbeiten aufgeführt, deren Kosten mit 1,4 Millionen Euro prognostiziert werden und von denen 80 Prozent gefördert werden. 280.000 Euro wird die Gemeinde also selbst in die Sanierung des Hallenbades investieren.

Eine der Maßnahmen ist die energetische Ertüchtigung der Fassade. Gemeint ist laut Christoph Graf eine Dämmung der Gebäudehülle. Außerdem müssen einige Fenster ausgetauscht werden. Wie viele genau, wird derzeit noch ermittelt, denn noch sind nicht alle Planungen abgeschlossen.

Vor allem im Innern des Bades wird sich viel tun. In das vorhandene Schwimmbecken wird voraussichtlich ein wärmegedämmtes Edelstahlbecken gesetzt. Auch die Duscharmaturen, die schon einige Jahrzehnte ihren Dienst verrichten, sollen erneuert werden. An den Duschen selbst soll aber wahrscheinlich nichts geändert werden. Erneuert werden auch die beiden Lüftungsanlagen, die die Schwimmhalle und die Umkleiden beheizen.

Filteranlage und Pumpen

Die wesentlichen Änderungen spielen sich unterhalb des Hallenbades ab und betreffen die gesamte Schwimmbadtechnik. „Die Filteranlagen zum Reinigen des Wassers stammen aus den 80er-Jahren und werden komplett ausgetauscht. Das gilt auch für die Umwälzpumpen, die für den Kreislauf des Wassers zuständig sind“, erklärt Christoph Graf. Statt zwei Pumpen soll es zukünftig nur noch eine geben. „Eine Pumpe hat die Leistung von zwei alten und verbraucht auch noch viel weniger Strom“, so Graf.

Zwei Umwälzpumpen halten das Wasser in einem Kreislauf. In Zukunft ist nur noch eine nötig, die auch noch deutlich weniger Strom verbraucht. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Noch unklar ist derzeit, wie das Hallenbad aufgrund der anstehenden Sanierungsarbeiten im Jahr 2022 geöffnet sein kann. „Wir werden alles versuchen, das Bad so lange wie möglich für die Besucher offen zu lassen“, sagt Graf.

Die zentrale Bereitstellung der Wärme für Heizung und Warmwasser soll über ein modernes Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt werden“, sagt Graf. Da diese Anlage auch Strom produziert, der eingespeist und vergütet wird, kann das BHKW nicht aus dem großen Fördertopf finanziert werden. Weitere Fördermöglichkeiten würden deshalb derzeit sondiert.

Der Duschbereich soll laut Christoph Graf so bleiben, wie er ist. Allerdings werden die jahrzehntealten Armaturen ausgetauscht. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Das gesamte Förderprogramm „Sonne.Klima.Kall“ soll zu deutlichen Energieeinsparungen im kommunalen Bereich führen. Gerade das Hallenbad ist natürlich ein sehr großer Verbraucher. Auch die Gesamtmaßnahme wird zu 80 Prozent vom Land NRW gefördert, sodass die Gemeinde insgesamt 700.000 Euro für alle Projekte selbst aufbringt.

Im Rahmen des Gesamtprojekts stehen weiterhin im und am Rathaus der Austausch von Fenstern, eine Dämmung und Begrünung der Fassade sowie der Einbau einer Wärmepumpe auf der Agenda. Am Rathaus, am Hallenbad und an der Alten Schule Kall sollen Fahrradabstellanlagen errichtet werden, teilweise mit Lademöglichkeiten für E-Bikes. Für den Bauhof ist bereits ein elektrisch betriebenes Nutzfahrzeug angeschafft worden. Die Planungen sehen vor, eine Fläche von 2500 Quadratmetern auf dem Park-and-Ride-Platz an der Trierer Straße zu überdachen und mit Fotovoltaik-Anlagen zu versehen, wobei die Parkplätze alle erhalten bleiben.

pp/Agentur ProfiPress