Aktuelles

Peu à peu Richtung Süden

Streckenabschnitt Mechernich-Kall ab Sonntag, 12. Juni, wieder frei – Nach elf Monaten Pause wurde der Bahnhof der Nachbarkommune im Probebetrieb erstmals wieder angefahren – Streckenabschnitt bis Nettersheim bis Ende 2023 – Ein Pressespiegel

Mechernich/Kall – Ab Sonntag fahren alle halbe Stunde wieder Personenzüge zwischen Mechernich und Kall und weiter in Richtung Köln. Der Streckenabschnitt Euskirchen-Mechernich war bereits Ende April wieder freigegeben worden. Die Bahn AG spricht laut Tageszeitungsberichten von einem „nächsten Meilenstein“ bei der Wiederinbetriebnahme der bei der Flut am 13./14. Juli 2021 schwer beschädigten Eifelstrecke.

Nach der Eröffnung des rund zehn Kilometer langen Teilstücks entlang des Bleibergs müssen laut Wolfgang Kirfel im „Kölner Stadt-Anzeiger“ noch Restarbeiten erledigt werden. Das geschehe nach der Wiederinbetriebnahme nachts oder außerhalb der eigentlichen Gleisbereiche. Der Verkehr auf der Strecke werde nicht beeinträchtigt.

Die Flut hatte den Bahnhof Kall und den Bereich vor dem Kaller Tunnel überspült, Geröll und Ablagerungen mussten geräumt werden. Stellenweise mussten Gleise samt Untergrund erneuert werden. Im Zuge der Sanierung wurden Bahnsteige und Übergänge erneuert, schadhafte Schwellen ausgetauscht und Signale sowie die Leit- und Sicherungstechnik instandgesetzt.

Die Bahnstrecke Köln-Trier-Saarbrücken, hier von Kall kommend (unten) in Richtung Euskirchen durch Mechernich, soll nicht nur saniert, sondern auch elektrifiziert werden. Als Fertigstellungszeitpunkt wird das Jahr 2026 kolportiert. Luftbild: Manfred Lang/pp/Archiv ProfiPress

Bahnhof und Tunnel überspült

Der Redakteur Wolfgang Kirfel schreibt auch in der Kölniaschen Rundschau: „Auf dem gesamten Abschnitt zwischen Mechernich und Kall mussten die Gleise wieder in die richtige Lage gebracht und das Schotterbett stabilisiert werden. Im Bahnhof Kall wurden zudem die Bahnsteige sowie eine abgesackte Böschung im südlichen Bereich wiederhergestellt.“

Nach elf Monaten Pause fuhren am 8. Juni erste Probezüge wieder im Kaller Bahnhof ein und aus, mit deren Hilfe die Leit- und Sicherungstechnik überprüft wurde. Die Züge fuhren dabei langsamer als normal. Für die Fahrten mussten die Bahnübergänge immer wieder kurzzeitig gesperrt werden.

Der Wiederaufbau des Abschnitts von Kall bis Nettersheim ist bis Ende 2023 geplant. Das sei leider nicht schneller machbar, erklärte Bahn-Sprecher Dirk Pohlmann den in der Stadt Mechernich erscheinenden Kölner Tageszeitungen.

Auf dem Teilstück bis Nettersheim müssten zwölf Kilometer Gleise, acht Durchlässe und mehrere Brücken saniert oder erneuert werden. Eine davon sei die Urftbrücke bei Sötenich, deren Bögen bei der Flut stark in Mitleidenschaft gezogen worden seien. An vielen Stellen müssten Bahndämme wieder aufgebaut und Stellwerkstechnik erneuert werden.

Der Bahnhof Kall, hier im Zuge von Bauarbeiten auf dem Vorplatz vor der Flut, ist seit Pfingstmittwoch erstmals seit Juli 2021 wieder auf Schienen erreichbar. Foto: Thomas Schmitz/pp/Archiv ProfiPress

Züge zwischen Ehrang und Bitburg

Zwischen dem rheinland-pfälzischen Ehrang und Nettersheim müssten laut DB mehr als 20 Brücken und Stützbauwerke wieder in Schuss gebracht und knapp 25 Bahnübergänge instandgesetzt werden. Darüber hinaus müsse im Abschnitt Gerolstein-Ehrang die Stellwerkstechnik erneuert werden. Das gelte auch für rund 50 Kilometer Gleise und zehn Kilometer Bahndamm.

In Rheinland-Pfalz fahren zwischen Trier-Ehrang und Bitburg-Erdorf wieder Züge. Die Arbeiten an dem Teilstück bis Gerolstein sollen bis zum Spätsommer dauern. Die Bahn hat die Sperrung auch für vorbereitende Arbeiten für die geplante Elektrifizierung genutzt.

pp/Agentur ProfiPress