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Herzensangelegenheit des Großvaters

Gelbe Streetbuddies sollen Autofahrer bremsen – Johannes Hein und Carsten Vogel hatten fleißige Mitstreiter – Nach Vorbild aus Lessenich und Satzvey gefertigt

Mechernich-Vussem – Das Telefonat war kurz, aber wirkungsvoll. Der vierfache Großvater Johannes Hein klingelte beim Vussemer Ortsbürgermeister Carsten Vogel durch und brachte sein Vorhaben an: „Streetbuddies sind eine sinnvolle Sache, kannst Du die Vorlagen zum Nachmachen besorgen?“ Klar, konnte Carsten Vogel – schließlich ging es um die Sicherheit auf Vussems Straßen.

Die Rosenweg-Gäng mit Großvater Johannes Hein (2.v.l.) und Vussems Ortsbürgermeister Carsten Vogel (2.v.r.): Gemeinsam hatten sie sich für die Streetbuddies stark gemacht. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Nora, Nele, Mia, Leni und Paula ziehen an diesem Tag das schmucke Ergebnis der Aktion, die fertigen, signalgelben Streetbuddies, auf dem eigens dafür organisierten Anhänger hinter sich her, um die kindsgroßen Figuren an den richtigen Stellen zu positionieren. Den ersten stellt das Team an der Trier Straße auf, eine breite Hauptstraße mitten durch Vussem, wo sehr häufig schneller als erlaubt gefahren würde, wie der Ortsbürgermeister berichtet: „Das ist das Problem. Wie in vielen Dörfern im Stadtgebiet.“

Großartiges „Gemeinschaftsprojekt“

Aussitzen war keine Option, sondern Handeln gefragt. „Jetzt wäre Vussem ja nicht Vussem, wenn das nicht wieder ein Gemeinschaftsprodukt wird“, berichtet Carsten Vogel vom hervorragenden Teamwork, das mit der Anfrage Heins ins Rollen kam. Der Großvater hatte inzwischen das Holz besorgt und die fünf Figuren ausgesägt. Er zog einmal am Spielplatz vorbei und rief: „Wer möchte die Figuren mit anmalen?“ Schnell waren genug fleißige Helfer im Alter zwischen sechs und zehn Jahren gefunden.

Nele (v.l.) und Leni (v.r.) sind wie alle ihre Mitstreiter stolz auf die Aktion und hoffen, dass die Streetbuddies Wirkung zeigen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Die „Rosenweg-Gäng“, wie sie sich nennen, wirbelten und werkelten emsig. „Jaaa“, rufen sie im Chor aus als Antwort auf die Frage, ob es Ihnen Spaß gemacht hat. Paula erklärt stolz: „Wir hatten jeder eine Figur. Die haben wir erstmal alle weiß angemalt und dann umgedreht und auf der anderen Seite weiter.“ Später wurden die Holzvorlagen dann noch mit gelber Farbe überzogen, damit sie weithin sichtbar sind und die Autofahrer animieren, langsamer zu fahren und auf Kinder im Straßenverkehr achtzugeben.

„Wir hoffen auf jeden Falls, dass sie Wirkung zeigen“, so eine Mutter, die froh ist, wenn die Unfallgefahr für ihren und allen anderen Nachwuchs gesenkt werden kann.

Prototypen

Die Vorlagen für die Vussemer Variante hatte Hein im Mechernicher Bürgerbrief entdeckt. Ortsbürgermeister Marco Kaudel hatte zuerst solche Prototypen entwickelt und in Lessenich und Satzvey aufgestellt und das Mitteilungsblatt berichtet. Kaudel hatte ähnliche Figuren auf seiner Fahrt zur Arbeitsstätte quer durch die Eifel entdeckt, für gut befunden und die Maße anderen Ortsbürgermeistern angeboten, damit sie Duplikate unkompliziert anfertigen können.

Johannes Hein (l.) und Carsten Vogel während des Aufstellens an der Trierer Straße, die vielbefahrene Hauptstraße durch Vussem. Die Streetbuddies sollen zum langsamen Fahren animieren. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

An der Straße blicken die Verantwortlichen zufrieden auf die frisch aufgestellten „Verkehrswächter“. Doch nicht nur das Ergebnis zählt, sondern auch der Entstehungsprozess. „Es war ein schöner Tag“, so das Resüme von Johannes Hein, der die Streetbuddies für die Kinder fachmännisch aus großen Holzplatten ausgeschnitten hatte.

Die Kinder transportieren die gelben kindergroßen Figuren zum Einsatzort an Vussems Straßen. Auch der Kleinste, Jona, wird von den Streetbuddies profitieren. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

„Eine Herzensangelegenheit“, sagt er, sei es für ihn gewesen. Nämlich darauf hinzuwirken, dass die Autofahrer mehr auf die Sicherheit der Kinder Acht geben und in Vussem und anderen Dörfern langsamer fahren. Vogel fügt hinzu: „Als Ortsbürgermeister bin ich sehr dankbar, dass viele Leute in Vussem einfach anpacken und machen“. Auch beim Aufstellen der fertigen Exemplare sind Mütter und Väter zahlreich mit von der Partie.

pp/Agentur ProfiPress