Aktuelles

„Bleiben wir offen und mutig“

Barbaramesse der Mechernicher Bundeswehr mit Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick im Bergbaumuseum – Gedenken an Schutzpatronin der Bergleute und all derjenigen, die mit Schießpulver arbeiten

Mechernich – Zum Barbaratag am 4. Dezember hatte die Mechernicher Bundeswehr zu einer Messe im oberirdischen Teil des örtlichen Bergbaumuseums „Grube Günnersdorf“ eingeladen. Ursprünglich wurde die Barbaramesse immer im Bleiberginnern in der so genannten Untertageanlage (UTA) begangen.

Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und der Standortälteste Dirk Hagenbach (1. Reihe, v.l.) bei der Barbaramesse mit Angehörigen der Bundeswehr und des Mechernicher Bergbaumuseums. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und der Standortälteste Dirk Hagenbach (1. Reihe, v.l.) bei der Barbaramesse mit Angehörigen der Bundeswehr und des Mechernicher Bergbaumuseums. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Nun gedachten Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und Standortältester Dirk Hagenbach zusammen mit Soldaten und Freunden des Bergbaumuseums der Heiligen Barbara. Sie ist die Schutzpatronin sowohl der Bergleute, als auch der Artilleristen und derjenigen, die mit Schießpulver zu tun haben.

Die Heilige Barbara ist die Schutzpatronin für alle, die mit Schießpulver arbeiten – zum Beispiel Soldaten der Artillerie oder der Luftabwehr. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
Die Heilige Barbara ist die Schutzpatronin für alle, die mit Schießpulver arbeiten – zum Beispiel Soldaten der Artillerie oder der Luftabwehr. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

„Die Barbaramesse der Bundeswehr im Mechernicher Bergbaumuseum hat für uns viel mit Tradition zu tun“, sagte Oberstleutnant Dirk Hagenbach, „aber eben auch damit, dass die Heilige Barbara den Mitarbeitern hier in der Untertageanlage Schutz gewähren soll wie auch unseren Soldaten, beispielsweise in Artillerie, Kampfmittelbeseitigung, Munitionsfachpersonal oder Flugabwehr.“

Legenden der Heiligen Barbara

Die Barbaramesse hielten die für Mechernich zuständige katholische Militärseelsorgerin Sylvia vom Holt und Dr. Uwe Rieske, der evangelische Militärdekan. Pastoralreferentin Sylvia vom Holt erzählte zwei Legenden über die Heilige Barbara. Eine besagt, wie Gott die junge Barbara vor der Wut ihres Vaters schützte, indem er ihr bei der Flucht eine Felsspalte auftat, in der sie sich verstecken konnte. Auf diese Weise wurde Barbara Schutzpatronin der Bergleute.

Die katholische Militärseelsorgerin Sylvia vom Holt und der evangelische Militärdekan Uwe Rieske hielten gemeinsam Gottesdienst am Barbaratag – und zwar im oberirdischen Teil des Mechernicher Besucherbergwerks „Grube Günnersdorf“. Hinter ihnen eine Vase frisch geschnittener Barbarazweige. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
Die katholische Militärseelsorgerin Sylvia vom Holt und der evangelische Militärdekan Dr. Uwe Rieske hielten gemeinsam Gottesdienst am Barbaratag – und zwar im oberirdischen Teil des Mechernicher Besucherbergwerks „Grube Günnersdorf“. Hinter ihnen eine Vase frisch geschnittener Barbarazweige. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Die andere Legende berichtet, wie Barbara nach ihrer Taufe von ihrem Vater ins Gefängnis gesteckt werden sollte. Auf dem Weg dorthin blieb sie an einem Zweig hängen, den sie ins Wasser stellte. Am Tag ihrer Hinrichtung blühte dieser Zweig, der Vater aber wurde vom Blitz getroffen, was Barbara offenbar als Patronin der Sprengmeister und aller qualifizierte, die professionell mit Schießpulver zu tun haben.

„Mehr auf die Frauen hören“

In jedem Fall, so die Nörvenicher Seelsorgerin, sei die Heilige Barbara eine Frau gewesen, die für ihren Glauben einstehen musste. „Und noch heute müssen starke Frauen für ihre Werte und Ideen einstehen, werden ins Gefängnis geworfen oder gefoltert“, behauptet die Pastoralreferentin mit Blick auf die Protestwelle im Iran.

Das Bergbaumuseum präsentierte sich vorweihnachtlich geschmückt und auch im ökumenischen Barbara-Gottesdienst stimmte man sich mit dem Lied „Macht hoch die Tür“ auf die Adventszeit ein. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
Das Bergbaumuseum präsentierte sich vorweihnachtlich geschmückt und auch im ökumenischen Barbara-Gottesdienst stimmte man sich mit dem Lied „Macht hoch die Tür“ auf die Adventszeit ein. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Es gelte, Augen und Ohren offen zu halten und solche Frauen nicht zu vergessen. Auch in der katholischen Kirche sei es womöglich langsam an der Zeit, dass Frauen mehr zu sagen hätten und eher gehört würden. Sylvia vom Holt: „Bleiben wir offen und mutig.“

Für Glück und Hoffnung steht seit jeher der „Barbarazweig“, der auch bei der Messe im Bergbaumuseum seinen besonderen Platz hatte. Die am Barbaratag geschnittenen Zweige von Obstbäumen wurden ins Wasser gestellt, damit sie an Weihnachten blühen. „Glück und Hoffnung können wir in dieser Zeit gut gebrauchen“, betonte die Militärseelsorgerin, bevor Militärdekan Uwe Rieske mit den Anwesenden für Frieden auf Erden und Brücken zwischen verfeindeten Menschen betete.

pp/Agentur ProfiPress