Vier Tollitäten auf der Bühne
Der Hochstimmung beim traditionellen Karnevalistenempfang des Bürgermeisters in der Barbaraschule tat das keinen Abbruch – Grün behüteter Highland-Kobold Björn Wassong führt durchs bunte Programm, Bigband der Prinzengarde und die „Domstadtbande“ treffen den richtigen Ton
Mechernich – Mit Schwung und „Schmackes“ hoben die Karnevalsjecken vom Bleiberg am Freitag vor dem ersten Advent in die fünfte Jahreszeit ab. Eingeladen hatten Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und die Stadtverwaltung Mechernich. Verwaltungsmitarbeiter übernahmen die Bewirtung.

Livemusik spielten die Bigband der Prinzengarde, die Band „Domstadtbande“ und zu vorgerückter Stunde das Tambourkorps „Einigkeit“ aus Kommern ein. Die „Knöppelchesmänn“ vom Greesberg geleiteten das dortige Dreigestirn in die seit 2019 nicht mehr bespielten „heiligen Hallen“ der Barbaraschule.

Es war ein Triumphzug für Jungfrau Bärbel (Thomas Bank), Bauer Marc (Schoeller) und Prinz Jan I. (Jaeck). Zuvor hatten sich die Tollitäten samt Gefolge bereits mit dem Rotkreuz-Ortsvereinsvorsitzenden Rolf Klöcker, der Blutspende-Beauftragten Edeltraud Engelen und Sascha Suijkerland auch beim Narrenempfang in Bereitschaft stehender Sanitätsmannschaft zum Werbefoto für die Karnevalistenblutspende am Mittwoch, 17. Januar, von 16 bis 20 Uhr in der Kommerner Bürgerhalle aufgestellt.
Theaterjeck und bunter Hund
Außer dem Kommerner Dreigestirn haben die zahlreichen Karnevalsgesellschaften im Stadtgebiet in der laufenden Session 2023/24 nur eine weitere Tollität auf die Beine gestellt – und zwar den Holzheimer Prinzregenten Kalli I. (Dr. Karl-Heinz Ponsen), der auch im örtlichen Theaterverein eine tragende Rolle spielt und bekannt wie der sprichwörtliche „bunte Hund“ ist.

Ein sehr gut aufgelegter Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick begrüßte die närrischen Regenten ebenso wie die ungekrönten Narrenhäupter aus dem ganzen Stadtgebiet. „Unn datt jetz schon seit 24 Johr“, betonte der irisch gewandete und kölsch redende Moderator Björn Wassong, der sich als „Jeck em Rähn“ einen guten Namen im so genannten „großen“ kölschen Karneval gemacht hat.

„Während all überall Tannenspitzen und Glühwein auf den Weihnachtsmärkten leuchten und duften“, schreiben die „Kölnische Rundschau“ und der „Kölner Stadt-Anzeiger“, „schunkelten die Mechernicher Karnevalisten beim jecken Bürgermeisterempfang in der Mechernicher Barbara-Schule bei Kölsch und keinesfalls vorweihnachtlichen Klängen“.

Es wurde geschunkelt, gemunkelt und (nicht nur) Kölsch getrunken. Die Stimmung war gewohnt gut, nicht überbordend, und auch die drei vaterstädtischen Gesellschaften aus dem Kernort standen nahe zusammen, die bei der Sessionseröffnung am „Elften im Elften“ noch unterschiedliche Wege gegangen waren. Und – ein Novum – uniformierte Schützenhilfe aus der Kreisstadt beantragen mussten.

„Lott oss zosamme stohn unn zosamme fiere“, appellierte Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick am Freitagabend, der ebenso wie der stellvertretende Stadtverwaltungsleiter und Erste Beigeordnete Thomas Hambach, Dezernent und Kämmerer Ralf Claßen und die Teamleiterin „Bürger & Politik“, Manuela Holtmeier, von den närrischen Würdenträgern mit Orden und Ehrenzeichen dekoriert wurden.
Solomariechen Liv Lingscheidt
„Karl-Heinz Ponsen, der als Prinz Kalli I. als erste dritte Tollität des Ortes die Holzheimer Jecken mit viel Halligalli regiert, hatte keine zierlichen Weihnachtselfen im Gefolge“, schreibt der Redaktionsleiter der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft, Christoph Heup, in den in der Stadt Mechernich erscheinenden Kölner Tageszeitungen, „sondern das Männerballett der Karnevalsfreunde Holzheim, in dem er selbst Mitglied ist.“

Mit Garde- und Showtanz-Darbietungen und dem Tanz des Solo-Mariechens Liv Lingscheidt wusste auch der Karnevalsverein Vussem den Tollitäten die Ehre zu erweisen und den Abend in der Barbaraschule zu verschönern. Den Vogel der Darbietungen aber schoss einmal mehr der Musikzug der Prinzengarde unter der Leitung von Peter Blum ab, der die Aula in bestem Big-Band-Sound ausfüllte.





pp/Agentur ProfiPress