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Schreiambulanz: Hilfe für junge Eltern

Kostenlose, niedrigschwellige Unterstützung für Eltern mit Babys und Kleinkindern im Alter von bis zu drei Jahren mit Schrei-, Schlaf- und Fütterungsproblemen für den gesamten Kreis Euskirchen – Wird durch das Land und das Familienbüro des Kreises gefördert – DRK Euskirchen ist sehr dankbar – Alle Angebote des Zentrums unter www.henrys-weilerswist.de

Weilerswist – „Ein Ort für Klein und Groß im Herzen von Weilerswist“. So beschreibt die Familienbildung des Rotkreuz-Kreisverbandes Euskirchen „Henrys Eltern-Kind-Kompetenzzentrum“ (Kölner Straße 160, 53919 Weilerswist) unter Leitung von Heike Iven, in dem zahlreiche niedrigschwellige Kurs- und Unterstützungsangebote verschiedener Dozenten für Familien im Kreis angeboten werden. Das Ziel des Zentrums: Beratung mit möglichst wenigen Hürden.

„Wir begleiten Eltern ab Beginn der Schwangerschaft“, so Miriam Nachtkamp, Leiterin der Schreibabyambulanz und zertifizierte Kursleiterin. Hier wird jeder unterstützt, der eine Familie gründen will. Eines der Angebote ist die „SchreiBabyAmbulanz“, welche ab sofort durch die Abteilung Jugend und Familie des Kreises mit dem Landesförderprogramm „Aufholen nach Corona“ unterstützt wird und somit kostenlos in Anspruch genommen werden kann.

„Sanfte, körperorientierte Methoden“

„In dieser begleiten wir Familien mit Babys und Kleinkindern bis zu drei Jahren die viel schreien, wenig schlafen und sich schlecht beruhigen lassen, beziehungsweise an Ess- oder Entwicklungsstörungen leiden“, wie die Leiterin der Familienbildung, Heike Iven, betonte. Mit ihr waren Maryam Schlösser vom Familienbüro des Kreises und Miriam Nachtkamp vor Ort, um dieses und weitere Angebote einmal vorzustellen. Übrigens: Das Familienzentrum feierte am 1. August bereits seinen ersten „Geburtstag“.

Stellten gemeinsam die durch das Land und den Kreis geförderte „SchreiBabyAmbulanz“ für überforderte Eltern mit Kind in Weilerswist vor: (V. l.) Maryam Schlösser (Abteilung für Jugend und Familie des Kreises), Miriam Nachtkamp (Leiterin von „Henrys Eltern-Kind-Kompetenzzentrum“) und Heike Iven (Leiterin der Rotkreuz-Familienbildung im Kreis). Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Eine Beratung ist auch für Mütter möglich, die eine schwere Geburt erlebt haben und darunter noch leiden: „Wir unterstützen die Familien mit sanften, körperorientierten Methoden, um die psychischen und körperlichen Spannungszustände zu begreifen, die eigenen Kräfte und Ressourcen zu entdecken und so die Spannungssituation gemeinsam zu lösen.“

Terminvereinbarungen sind bei Miriam Nachtkamp per Mail unter hilfe@meinbabyschreit.de oder telefonisch unter 01 77 68 29 11 7 möglich.

Individuelle Hilfe für junge Familien

Zu den Schreibabys erzählte Nachtkamp: „Jedes Baby hat einen anderen Start ins Leben, aber auch die Eltern wachsen ganz unterschiedlich in Ihre Elternrolle hinein. Schreit ein Baby dann mehrere Stunden am Tag und aber auch in der Nacht, werden die Eltern zusätzlich gefordert. Jede Familie bringt unterschiedliche Ressourcen mit. Daher schauen wir bei jedem Fall ganz genau hin und helfe Ihnen aus dieser Stressspirale herauszukommen, damit wieder eine liebevolle Verbindung zum Kind hergestellt wird.“

Heike Iven dazu: „Wir versuchen so, Familien in belastenden Situationen die Möglichkeit zur individuellen Hilfe zu geben, sich zu öffnen und ihr Baby besser zu verstehen.“

Miriam Nachtkamp war auch selbst schon von derartigen Problemen betroffen: „Es gibt quasi nichts, in das ich mich nicht hineinversetzen kann.“ Denn als Krisenbegleiterin ist es sehr wichtig, sich in die Lage der Eltern hineinzuversetzen zu können. So kann man sie dann optimal unterstützen. Auch wies sie auf die Gefahren hin, dass sich Wunsch und Wirklichkeit der Schwangerschaft oftmals unterscheiden könnten, was auch einer guten Bindung zum Kind im Weg stehen kann. In dieser Stressspirale kämen schnell Selbstzweifel und Vorwürfe bei Eltern auf, die natürlich auch das Kind in seiner weiteren Entwicklung, möglicherweise auch im späteren Kitaleben und Ähnlichem beeinflussen. Dies versuche das Zentrum mit der gezielten Bindungsarbeit zu verhindern.

Mit diesem Flyer wirbt die Familienbildung für das geförderte Angebot. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Sie ergänzte: „Selbst, wenn nach Monaten gleiche oder andere Probleme wieder auftreten, bieten wir hier die Sicherheit, dass man problemlos zu uns zurückkehren kann und wir auch weiterhin unterstützen.“ Sozusagen der „Joker“ für junge Eltern. Einige hätten dabei schon ihre Dankbarkeit und dass sie deswegen keine Angst hätten, auch in der zweiten Schwangerschaft nach einem „Schreibaby“, ihnen gegenüber deutlich gemacht.

Zeitnahe Termine von einer bis zu zwei Stunden, meist innerhalb von drei Tagen nach dem Anruf, sollen zusätzlich entlasten. Iven: „Manche Fälle kann man ganz einfach nicht warten lassen, da zählt jeder Tag.“

„Dankbar für gute und wichtige Unterstützung“

Viele weitere und verschiedene Angebote wie einen offenen Austausch für Schwangere, „Hypnobirthing“, „Erste Hilfe am Kind“ und vieles mehr können dort wahrgenommen werden bis hin zur speziellen Rückbildungsgymnastik für Eltern, die ihr Kind früh verloren haben. Alle Angebote findet man auf www.henrys-weilerswist.de.

Maryam Schlösser vom Euskirchener Familienbüro betonte: „Mit der Unterstützung durch das Förderprogramm »Aufholen nach Corona« können wir als Abteilung für Jugend und Familie des Kreises Euskirchen die Schreibabyambulanz fördern.“ „Aufholen nach Corona“ bietet deutschlandweit Möglichkeiten für Kinder, Jugendliche und ihre Familien sich zu begegnen, gemeinsam Neues zu entdecken und ihre Welt nach der Pandemie zu erleben. Dazu bringt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine Vielzahl an unterschiedlichen Kooperationspartnern zusammen. Junge Eltern und ihre Kinder sollen intensiver unterstützt und entlastet werden, damit die Familien trotz Pandemie als erster „Bildungsort“ gestärkt und so eine Basis für gute Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder geschaffen wird.

Miriam Nachtkamp und ihren Kolleginnen in Weilerswist ist bewusst, wie wichtig eine gute Bindung zum Kind für sein späteres Leben ist. Archivbild: Andre Zelck/DRK Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress

„Gerade für junge Familien, die Schwangerschaft und Geburt unter Corona-Einschränkungen erleben mussten, ist das besonders wichtig. Denn es gab viele zusätzliche stressverursachende Faktoren: Partner durften teilweise nicht bei der Geburt dabei sein, oft konnten Familienmitglieder und Freunde weniger unterstützen, als sie es sonst tun würden, es lastet ein hoher finanzieller Druck auf vielen Familien und sie haben speziell in der Schwangerschaft und mit Säugling Angst vor Ansteckungen“, so Schlösser schließlich.

Und Heike Iven und Miriam Nachtkamp waren sich im Namen der DRK-Familienbildung einig: „Wir sind sehr froh über die gute und wichtige Kooperation mit dem Kreis Euskirchen sowie dem Land und sehr dankbar, dass so Familien, die wirklich Hilfe brauchen, niedrigschwellig und kostenlos genau das bekommen, was sie benötigen!“

Als Dozentinnen bei „Henrys Eltern-Kind-Kompetenzzentrum“ agieren Miriam Nachtkamp (Kinderkrankenschwester, Körperorientierte Krisenbegleiterin rund um Schwangerschaft und Geburt, Leiterin der Schreiambulanz mit dem Schwerpunkt Schlaf- und Regulationsstörungen bei Babys und Kleinkindern und mehr), Larissa Beesé (Hebamme, Geburtsvorbereitung und Nachsorge und mehr), Svenja Peters (Hebamme, Schwangerschaftsvorsorge und mehr), Tatjana Schmidt (Geprüfte Präventions- und Gesundheitsberaterin, Entspannungstrainerin für Kinder und Erwachsene und mehr), Heike Hövelmann (Heil- und Entspannungspädagogin und zertifizierte Kursleiterin für Babymassage, Schwangerschaftsgymnastik und vieles mehr) sowie Tanja Maschkowski (zertifizierte Musikgartenfachkraft für Kinder von vier Monaten bis zu fünf Jahren).

pp/Agentur ProfiPress