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Im Zwei-Lok-Betrieb durch Mechernich

Es rollen wieder Züge durch Mechernich, allerdings haben sie vorläufig noch keine Fahrgäste „geladen“, sondern Gleisschotter und Baumaschinen

Mechernich – Sollte man weinen oder lachen? Montag kurz vor 14 Uhr Stau auf Weier- und Bahnstraße in allen Richtungen. Die Ursache ist klar ersichtlich: Die Bahnschranke ist geschlossen, der Bahnübergang für einen Bauzug gesperrt, der mit langsamer Geschwindigkeit den mit Millionenaufwand modernisierten Mechernicher Bahnhof verlässt und parallel zu Bahnstraße und Stiftsweg Richtung Satzvey stampft.

An das Bild fahrender Züge müssen sich Mechernicher, Satzveyer und Strempter nun allmählich wieder gewöhnen. Es kommt wieder Bewegung auf die seit der Juli-Flut komplett gesperrten Gleise der DB-Eifelstrecke. Es wird restauriert, ausgetauscht und gebaut, ein neues Schotterbett aufgebracht, wohl auch Vorbereitungen für die geplante vorgezogene Elektrifizierung getroffen.

Noch sind die Züge nicht rot, die durch Mechernich rollen, sondern schwarz und sie haben auch noch keine Passagiere geladen, sondern Gleisschotter und Baumaschinen für die Wiederinstandsetzung der von der Juli-Flut unterspülten Eifelstrecke Köln-Trier-Saarbrücken. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Belastung für die Anwohner

Mechernichs Erster Beigeordneter Thomas Hambach sagte dem „Bürgerbrief“ unlängst, der reguläre Bahnbetrieb solle möglicherweise bereits wieder ab April aufgenommen werden. Der Bahnhof Euskirchen ist bereits wieder geraume Zeit erreichbar.

„Bis zum Sommer 2022 geht die Instandsetzung der Hochwasserschäden bis Kall weiter. „Wir werden dann tagsüber im Zweischicht- und teils Dreischichtbetrieb rund um die Uhr arbeiten, damit wir die Strecke möglichst schnell wieder für den Zugverkehr freigeben können“, schreibt die Bahn in einer Pressemitteilung.

Der große Materialbedarf erfordert eine hohe Logistikleistung über die Schiene. Deswegen fahren Umbaufahrzeuge in den Streckengleisen zwischen Euskirchen und Kall. „Im gesamten Bahnhof Kall werden durchgehend entweder Instandsetzungsarbeiten oder Verladetätigkeiten durchgeführt“, so die DB, die davon ausgeht, dass die meisten Menschen erleichtert reagieren, wenn der Wiederaufbau vorangeht. Für die Anwohner sei es aber auch mit Unannehmlichkeiten verbunden, vor allem Lärmbelastung.

pp/Agentur ProfiPress