Holzhackschnitzel als Zwischenlösung

Sanierung der bleibelasteten Spielplatzböden in der Stadt Mechernich geht weiter

Mechernich – Die Stadtverwaltung Mechernich saniert ihre Spielplätze wegen der in der Region natürlich vorhandenen Bleibelastung. Da, wo nicht ausreichend schnell schwermetallhaltiger Mutterboden ausgetauscht werden konnte, bedeckte der städtische Bauhof die Spielplatzflächen mit Holzhackschnitzeln.

Wie der städtische Grünflächeningenieur Christof Marx dem „Bürgerbrief“ mitteilt, wurden zunächst die Böden der am höchsten mit Blei belasteten Spielplätze ausgetauscht und zwar in dieser Reihenfolge: „Im Mühlengarten“ in Obergartzem, der Spielplatz über dem Schoßbach in Lückerath, der Spielplatz Friedrich-Wilhelm-Straße in Mechernich, Pützgasse, Ecke „Auf dem Acker““ in Kommern, „Auf dem Wacholder“ in Mechernich und „Grünackerweg“ in Vollem.

Sensible Bereiche, auf denen Kinder mit bleibelastetem Erdreich in Berührung kommen könnten, wurden großflächig mit Holzhackschnitzeln abgedeckt, wie hier auf dem Rotkreuz-Spielplatz an der Grundschule Mechernich. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Andere, wie der Rotkreuz-Spielplatz an der Grundschule Mechernich oder auch die Seilrutschbahn im Mühlenpark, streute der Bauhof mit Holzhackschnitzeln ab, um einen direkten Kontakt der spielenden Kinder mit dem schwermetallbelasteten Erdreich zu verhindern. So verfährt auch die Nachbargemeinde Kall, die ebenfalls von der geo-genen Belastung am Bleiberg betroffen ist.

42 von 63 Spielplätzen betroffen

Laut einem vor zwei Jahren in Auftrag gegebenen Gutachten besteht bei 42 von 63 untersuchten Spielplätzen in der Stadt Mechernich so genannter „Handlungsbedarf“. Die Gutachter, so berichtet der Journalist Thorsten Wirtz (Rheinische Redaktionsgemeinschaft), habe im Jahr 2020 „einen zeitlichen Fahrplan für die notwendigen Sanierungsmaßnahmen vorgegeben, gleichzeitig aber auch Entwarnung gegeben: Akuter Maßnahmenbedarf wie etwa eine unverzügliche Schließung der betroffenen Kinderspielplätze bestehe nicht.“

Weil die Arbeiten zunächst geplant und ausgeschrieben werden mussten, kam es zu einer zeitlichen Verzögerung, denn ursprünglich sollten die Sanierungen laut Gutachten bereits im Sommer 2022 komplett abgeschlossen sein, räumte der Mechernicher Grünflächeningenieur Christof Marx im Telefoninterview mit Thorsten Wirtz ein. Nach aktuellem Stand sei damit jetzt erst Mitte 2023 zu rechnen.

Als einen der ersten ließ der städtische Mechernicher Grünflächeningenieur Christof Marx den extrem schwermetallhaltigen Boden auf dem Kinderspielplatz über dem Schoßbach in Lückerath austauschen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Zwischenzeitlich seien bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres die Böden der Spielplätze mit Holzhackschnitzeln abgedeckt worden, heißt es weiter im Zeitungsbericht: „Diese Zwischenlösung soll auf Antrag der FDP-Fraktion nun in den Bereichen wiederholt werden, wo dies notwendig sei: Die abgespielten und offen liegenden Bodenoberflächen, zum Beispiel vor Rutschen oder unter Schaukeln, sollen demnach erneut mit einer bis zu zehn Zentimeter starken Hackschnitzel-Schicht abgedeckt werden.“

Auf den mit Gras bewachsenen Flächen der betroffenen Spielplätze sei ein Auftrag von Holzhackschnitzeln nicht sinnvoll und auch nicht notwendig, so die Stadtverwaltung. Der Bauhof habe bereits den Auftrag erhalten, die offenliegenden d.h. abgespielten Oberbodenfläche (z.B. vor dem Rutschen-Auslauf und unter abgespielten Schaukelbereichen, etc.) nochmals mit Hackschnitzeln zehn Zentimeter stark abzudecken, so Marx.

Weitere Komplettsanierungen

Folgende Spielplätze, die sich zum Teil in Privateigentum befinden, würden in absehbarer Zeit noch von der Stadt komplett saniert, so der Grünflächeningenieur: Mechernich-Glehn am Sportheim, Mechernich am „Pastor -Harff Weg“, Vussem im „Rosenweg“, Alte Schule Bleibuir, Hostel, Roggendorf und Kindergarten Kommern-Süd.

Christof Marx: „Die Planungen der zu sanierenden elf Kindergarten- und 20 öffentlichen Kinderspielplätze ist weitestgehend abgeschlossen, so dass kurzfristig mit der Ausschreibung gerechnet werden kann.“ Der zeitliche Verzug sei auf Corona zurückzuführen, der Zeitenplöan sei insofern zu ambitioniert gewesen: „Es wurden nicht die mit Förderungen und damit zu berücksichtigenden Zeitverluste einkalkuliert.“

pp/Agentur ProfiPress