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Projekterfolg auf der Burg

Präsidentin Angelica Netz und ihr Nachfolger Manfred Poth des Mechernich-Euskirchener „Rotary Clubs Euskirchen-Burgfey“ besuchten gesponsertes Projekt des DRK in Vogelsang – „Erste Hilfe fürs Klima“ für Jugendliche aus Flutgebieten ein voller Erfolg – Rolf Zimmermann und Maria Steffen vom Rotkreuz-Kreisverband führten herum, sorgten für Austausch mit teilnehmenden Jugendlichen und zeigten sich sowohl begeistert als auch dankbar – Zusammenarbeit soll weitergeführt werden

Schleiden-Vogelsang/Mechernich – Am vergangenen Wochenende besuchten die Präsidentin des „Rotary Clubs Euskirchen-Burgfey“ (RC) Angelica Netz und Manfred Poth, Mitglied und Nachfolger von Netz im nächsten Jahr, das Projekt „Erste Hilfe fürs Klima“ des Rotkreuz-Kreisverbandes in Vogelsang. Der Mechernich-Euskirchener Club, einer von zwei im Kreis, hatte im Vorfeld mit Spenden und Ideen für die Realisation gesorgt, nun wollte man sich einen Eindruck vom eigens für Jugendliche aus den Flutgebieten entwickelten Projekt machen – und war hellauf begeistert.

(V. l.) Angelica Netz, Präsidentin des Mechernich-Euskirchener „Rotary Club Euskirchen-Burgfey“, besuchte mit ihrem Nachfolger Manfred Poth ein durch ihren Club möglich gemachtes Projekt des Rotkreuz-Kreisverbandes in Vogelsang. Dabei trafen sie Schülerinnen und Schüler des Schleidener Clara-Fey-Gymnasiums und tauschten sich mit ihnen und einer der Projektleiterinnen, Maria Steffen (vorne rechts) und Rolf Zimmermann, dem Vorsitzenden des Schleidener Ortsverbandes, aus. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Rolf Zimmermann, Vorsitzender des DRK Ortsverbandes Schleiden und Rotkreuz-Museumschef in Vogelsang und Maria Steffen, ebenfalls aus dem Vorstand, begleiteten ihren Besuch. Hier tauschten sich Besucher und Rotkreuzler auch mit den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern vom Clara-Fey-Gymnasium in Schleiden aus. Maria Steffen bemerkte im Vorfeld: „Leider konnten von den ursprünglich 21 angemeldeten Schülerinnen und Schülern nur 14 erschienen, da auch hier Corona seine Finger im Spiel hat. Am nächsten Wochenende sollen es dann 16 sein, wenn hoffentlich alles klappt.“

Rolf Zimmermann fügte hinzu: „Diesen Impuls, den uns die »Rotarier« hier möglich gemacht haben, in die Tat umzusetzen, wollen wir auch in den nächsten Jahren weiterführen. »Erste Hilfe fürs Klima« begeistert schon jetzt sowohl die Jugendlichen als auch unser Team, von denen sich die Meisten hier ehrenamtlich engagieren und ist ein voller Erfolg.

Klima, Erste Hilfe und Teamwork

Maria Steffen erklärte die Umsetzung genauer: „Für das Programm nutzen wir alle Ressourcen die wir haben. Mit Angeboten wie einem »Escape Room«, bei dem die Teilnehmer selbst zu Flüchtlingen werden, einem »Friedenspfad«, auf dem die Bedeutung des Wortes besondere Beachtung und Austausch findet und vielen weiteren Angeboten aus unserer »Erlebnispädagogik«, können sich die Jugendlichen stressfrei austauschen – und dabei auch viel über Teamwork, andere Teilnehmer und natürlich sich selbst lernen und reflektieren. Viele der Angebote wurden von Jugendlichen aus aller Welt, in verschiedenen »Peace Camps« der vergangenen Jahre, entworfen und umgesetzt. So werden die Impulse immer weitergegeben und entfalten sich immer weiter. Das gibt viele neue Ansätze und ist einfach besonders zu erleben!“.

„Erlebnispädagogik“ spielt beim Projekt „Erste Hilfe fürs Klima“ eine große Rolle. Die Jugendlichen können die verschiedenen Angebote, die Meisten in den „Peace Camps“ der letzten Jahre entstanden, gemeinsam erleben – wie hier auf „The Bridge“ (Die Brücke), wo Teamwork gefragt ist. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Statt findet das Ganze für die einzelnen Gruppen über drei Wochenenden. Neben Angeboten zur Eingewöhnung, einem Erste-Hilfe-Kurs, einem Besuch im Rotkreuz-Museum Vogelsang und weiteren Aktivitäten lernen die Jugendlichen hier, sich mit den Themen Klima auf besondere Weisen auseinanderzusetzen.

Im sogenannten Fluchthaus lernen die Jugendlichen, was Flucht wirklich bedeutet und müssen gemeinsam Rätsel in einem entsprechenden Escape Room lösen. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Steffen ergänzte: „So haben die Jugendlichen den Erste-Hilfe-Kurs übrigens auch schon gemacht, wenn´s an den Führerschein geht und wir bleiben dem Projektnamen treu.“ Weitere Angebote, so zum Beispiel laufen über Stationen wie „The Bridge“, bei dem Teamwork gefragt ist um durchzukommen und mehr. Diese probierte Rotary-Präsidentin Angelica Netz auch gleich einmal persönlich in Begleitung von Maria Steffen aus und war begeistert.

„Helfen und Abwechslung bieten“

Manfred Poth, einer der Projektinitiatoren, Mitglied der „Rotarier Euskirchen-Burgfey“ und deren zukünftiger Präsident, war begeistert von der Führung und dem großen Erfolg des Projektes und erklärte: „Wir wollten mit unserem Club einfach helfen, besonders hier in den Flutgebieten. Wir haben uns die Frage gestellt, wie wir unsere Ressourcen optimal nutzen können und haben uns für die Unterstützung dieses Projektes entschieden.“

Insgesamt hatte der Club 20.000 Euro gespendet: „Dabei stand den geschädigten Menschen zu helfen, Abwechslung zu bieten und der ja auch durch die Flut wieder einmal sehr präsenten Klimaschutzthematik aufmerksam zu machen, im Vordergrund. Auch wenn es noch nicht alle verstanden haben, zeigte es beispielsweise die Hochwasserkatastrophe im letzten Jahr deutlich: Es ist immerhin schon fast fünf nach zwölf in Sachen Klimaschutz!“, so Poth.

Angelica Netz ließ es sich nicht nehmen einige der Stationen, wie hier „The Bridge“, selbst auszutesten und arbeitete dabei mit Maria Steffen im Team – unter den wachsamen Augen von Rolf Zimmermann (l.) und Manfred Poth (r.) Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

„Hier werden den Jugendlichen zwanglos Themen wie Friedensarbeit und Menschenrechte nähergebracht, wie es bisher einmalig ist“, betonte auch Angelica Netz, Präsidentin des Clubs, während ihres Besuches. Sie ergänzte: „Was ich gesehen habe, begeistert mich sehr. Wir sind uns sicher, das Projekt an der Seite des DRK weiter unterstützen. Rolf Zimmermann ergänzte: „Sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe, für die wir wirklich sehr dankbar sind.“

Anschließend führte der Museumsleiter die Besucher persönlich mit Maria Steffen durch das anliegende Museum, eine der umfangreichsten Rotkreuz-Ausstellungen der Welt.

„Wir kommen nichtmehr hinterher“

Insgesamt fünf flutbetroffene Schulen aus dem Kreis, von denen die Mechernicher Schulen zum Glück verschont blieben, nehmen in diesem Jahr an dem Projekt teil. Im Oktober soll dann noch einmal ein Wochenende mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Aktion stattfinden.

Die Schülerinnen und Schüler seien laut Rolf Zimmermann und Maria Steffen spürbar interessiert, könnten sich gemeinsam austauschen und müssten keine Leistungen erbringen: „Wir haben festgestellt, dass die Teilnehmerzahl, oder die jener, die teilnehmen wollen, stetig steigt. Da kommen wir bald nichtmehr hinterher!“, so Zimmermann und ergänzte: „Es kommt eben in den Schulen an und wird gerne benutzt!“

Nach dem gemeinsamen Austausch ließ man es sich auch nicht nehmen, eines der umfangreichsten Rotkreuz-Museen der Welt, vom Museumschef Rolf Zimmermann und Maria Steffen persönlich geführt, in Augenschein zu nehmen. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Steffen, die sich bereits seit vielen Jahren ehrenamtlich für das Rote Kreuz engagiert und schon sieben Jahre im Vorstand des Schleidener Rotkreuz-Ortsverbandes tätig ist, wurde eigens für das Projekt eine Stelle ermöglicht.

Historie und Aussichten

Im Vorfeld hatten rund 40 „Rotary Clubs“ aus ganz Deutschland Spenden gesammelt und der Kreis Euskirchener Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus dem Euskirchen-Burgfeyer und dem Euskirchener „Rotary Club“, nach der Flutkatstrophe im vergangenen Jahr zukommen lassen. Dabei seien stolze 1,4 Millionen Euro zusammengekommen. So konnte man laut Netz auch für neue Sportflächen in Bad Münstereifel sowie Sportgeräte und Instrumente an von der Flut betroffenen Schulen und weitere Projektanstöße sorgen. Besondere Hilfe kam dabei auch von den RC Norderstedt und Westerstede, die sich schnell vernetzt und geholfen haben.

Die verschiedenen Westen in diesem Raum kommen aus verschiedenen Ländern, mitgebracht von Rotkreuz-Mitgliedern auf der ganzen Welt. Dies und mehr erklärte Rolf Zimmermann (2. v. l.) den „Rotary“-Gästen im Museum des Roten Kreuzes in Vogelsang. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

„Die Bereitschaft zu Helfen war nach der Katastrophe allgemein sehr groß, das hat man einfach gespürt. So konnten wir sogar rund 700 Tausend Euro an betroffene Privathaushalte in Flutgebieten verteilen“, bemerkte Angelica Netz stolz.

Ihr Nachfolger im nächsten Jahr werde dann Manfred Poth. Jeder Präsident oder Präsidentin wählt im Vorfeld ein Motto, das ihn bewegt und wo man helfen kann, das dann gemeinsam abgesprochen wird. Bei Netz war es Umwelt und Klima, bei Poth solle es dann ebenso um Klima, aber auch – leider jahresaktuell wie zum Beispiel in Sachen Ukrainekrieg – um Friedensarbeit gehen. Poth: „Dafür ist der Standort Vogelsang und die beherzte Friedens- und Aufklärungsarbeit des Roten Kreuzes hier einfach perfekt!“

pp/Agentur ProfiPress