Neue Baugebiete angestoßen
In Satzvey, Bergheim und Schützendorf soll bald neues Bauland entstehen – Pläne im Ausschuss verabschiedet – Wirtschaftliche Entwicklung kritisch beobachten
Mechernich-Satzvey/-Bergheim/-Schützendorf – Viele Familien kommen dem Traum vom eigenen Grundstück in Mechernich wohl bald ein deutliches Stück näher: 67 neue Grundstücke für Einzel- und Doppelhäuser sowie zwei Grundstücke für Mehrfamilienhäuser sollen sie in Bergheim, Satzvey und Schützendorf entstehen. Denn: Die Warteliste für ein Grundstück in Mechernich ist lang. Und so wurden kürzlich gleich drei Beschlüsse zu Bebauungsplänen im Mechernicher Ausschuss für Planung, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz auf den Weg gebracht.

Der Plan „Am Eichenbusch“ in Bergheim (bis zu 27 neue Grundstücke, Einzel- oder Doppelhäuser) wurde dabei vom Ausschuss mit zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung schnell angenommen.
Interessenten mit einbeziehen
Zu „Am Rothenloch“ in Satzvey (20 Grundstücke, Einzel- oder Doppelhäuser und zwei Grundstücke für Mehrfamilienhäuser) wurde der Bebauungsplan zwar kontrovers diskutiert, mit vier Nein-Stimmen aber schließlich auch angenommen. Einer dieser Punkte war die gegebene Verkehrssituation. Bertram Wassong (SPD/Die Linke) betonte, seine Fraktion würde der Vorlage mit einem „grummeln im Bauch“ zuzustimmen. Denn: Die dann noch weiter steigenden Nutzungszahlen des Bahnübergangs seien „kritisch“ zu betrachten.

Gerd Altmeier (Grüne) betonte hingegen, seine Partei könne aufgrund artenschutzrechtlicher Prüfungen nicht zustimmen. Darin war von einer hohen Zahl überfahrener Amphibien die Rede. Thomas Schiefer (Fachbereichsleiter Stadtplanung) betonte, dass das Problem das Planungsgebiet nicht unmittelbar tangiere. Man sei sich des Problems aber bewusst und wolle sich damit befassen.
Nathalie Konias, ebenso von der Grünen-Fraktion, wies auch auf die Gefahr hin, das Satzveyer Gebiet zu groß anzulegen: „Bei den heutigen Preisen können es sich manche Familien vielleicht bald gar nicht mehr leisten, den Bau fortzusetzen. Was dann bleibt, sind Bauruinen, was wir in dieser Größenordnung sehr gewagt finden.“

Schiefer antwortete, man wolle deswegen Grundstücksinteressenten mit einem detaillierten Fragebogen selbst mit einbeziehen. Tobias Heidemann (CDU-Fraktion) sah darin zwar einen „zu großen“ Aufwand – doch der Stadtplaner betonte, man wolle sich die Mühe gerne machen, um nachhaltige Erkenntnisse daraus ziehen zu können.
Thomas Hambach, Erster Beigeordnete der Stadtverwaltung, sagte zur Verkehrsführung, dass sie ein wichtiger Bestandteil der Planungen sei und man Alternativen für die bestehenden Bahnübergänge finden müsse. Dies sei in Arbeit. Außerdem seien die bisherigen Baugrundstücke alle verkauft, nun müsse man an den Maßnahmen zügig die richtigen, weiteren Schritte erkennen. „Die Planungen zu stoppen, ist jetzt definitiv der falsche Weg“, so Hambach. Man ist sich allerdings der fluktuierenden, wirtschaftlichen Umstände bewusst und behielt sich vor, unter gegebenen Umständen die Bauplanungen in der späteren Realisierung auf die Nachfrage anzupassen.
Großer Zuwachs für Schützendorf
Der Bebauungsplan „Im Schoß“ in Schützendorf (20 Grundstücke für Einfamilienhäuser) wurde mit drei Nein-Stimmen ebenfalls angenommen. Aloysius Volkmer (Fraktion Grüne) meldete sich dazu zu Wort: „Das Baugebiet bedeutet eine Steigerung von 20 bis 25 Prozent der Einwohner.“ Er wies darauf hin, dass eine entsprechende Planung für die Wasserführung dabei unerlässlich sei. Thomas Schiefer gab ihm Recht: „Die Erschließung muss dabei unbedingt ordnungsgemäß erfolgen und die Wasserführung sichergestellt werden.“

Auch zur Ausrichtung von Dächern für Photovoltaikanlagen war man sich uneinig. Der Ausschussvorsitzende Michael Averbeck betonte aber schlussendlich, dass die Diskussion „noch keine Rolle“ spiele, da es sich in den Plänen noch um reine Skizzierungen handle.
pp/Agentur ProfiPress