Aktuelles

„Wie geht Wählen?“

Jugendbus der „Offenen Kinder- und Jugendarbeit“ besuchte Schulzentrum in Mechernich – Aufklärung, Impulse und U-18-Wahlangebot – Starker Andrang, großes Interesse – Zusammenarbeit von Kirche und Stadt – Stimmauswertung nach der Wahl

Von Henri Grüger

Mechernich – U-18-Wahlen sind nach wie vor Streitthema, egal ob Kommunal-, Land- oder Bundestagswahlen. Doch die „Offene Kinder- und Jugendarbeit“ der „K.o.T. Jo4you“ Mechernich und die Stadt sind sich einig, dass Aufklärung und Impulse zu geben nicht schaden kann – sogar ganz im Gegenteil. So besuchte der Jugendbus der „Offenen Kinder- und Jugendarbeit“ das Mechernicher Schulzentrum und bot vielen interessierten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich zur anstehenden Landtagswahl zu informieren und die eigene Stimme in Wahlurnen abzugeben.

Die Ergebnisse würden dann erst nach der Wahl ausgelost, „um niemanden davor zu beeinflussen“, so Pfarrer und Schirmherr der Aktion Erik Pühringer von der Mechernicher „Gemeinschaft der Gemeinden St. Barbara“ (GdG). Pühringer, Daniel Ottersbach und Andrea Meurer (K.o.T.) führten das Projekt mit Unterstützung von Tim Wynands durch.

„Der Andrang war bisher wirklich riesig, das kann man nicht anders sagen. Informieren können sich die jungen Leute von Gesamtschule und Gymnasium hier gemeinsam, was auch zu noch mehr Austausch und Anregungen führt. Alle arbeiten zusammen, um die Kinder aufzuklären und vielleicht sogar zu eigenen Impulsen zu inspirieren“, erklärte Pühringer.

Das Team, bestehend aus (v. l.) Pfarrer und Aktionsschirmherr Erik Pühringer, Daniel Ottersbach, Andrea Meurer und Tim Wynands (alle K.o.T./GdG St. Barbara Mechernich), will gemeinsam mit der Stadt für mehr politische Aufklärung und kritisches Denken unter den Kindern und Jugendlichen im Stadtgebiet sorgen. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

„Je früher, desto besser!“

„Es haben sich sogar schon ganze Klassen angemeldet, alles auf eigene Initiative der Kinder und Jugendlichen, die ihre Lehrer gefragt haben“, betonte Andrea Meurer und ergänzte: „Deswegen geben wir ihnen extra Broschüren als Argumente mit“

Und Daniel Ottersbach bemerkte: „Wir haben diese Aktion in den letzten Jahren bereits mehrfach erfolgreich anbieten können und so auch viele positive Rückmeldungen bekommen. Sei es von den Kindern oder den Lehrern. Viele davon nutzen die Chance auch für ihren Unterricht“

Meurer stimmte ihm zu: „Oftmals erkennen die Kinder und Jugendlichen uns auch von der »Offenen Kinder- und Jugendarbeit« wieder und fragen direkt nach, was wir machen. Das weckt dann meist gleich Interesse und Begeisterung“

Weniger fundiert seien ihre Meinungen in vielen Fällen dabei nicht unbedingt. Dies sei bei Erwachsenen oftmals genauso. Und trotz mancher „Spaß“-Stimmen stellten sie immer wieder fest, dass sich die Ergebnisse im Großen und Ganzen doch immer wieder sehr ähnlich seien.

Viele Kinder und Jugendlich begeisterten sich für den roten „Jugendwahlbus“ auf dem Schulhof und stellten sich sogar in Schlangen vor den Urnen an. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Im Weiteren betonte Pühringer, wie wichtig es sei, junge Leute altersgerecht an diese Themen heranzuführen: „So und nicht anders läuft Demokratiebildung: Zeigen, wie wichtig Demokratie für unsere Gesellschaft ist. Und je früher wir dies anbieten, desto besser!“

Landesweit gibt es viele Träger von Jugendarbeit, die diese Aktion unterstützen. So werde den Kindern und Jugendlichen eine Stimme gegeben und gleichzeitig könnten bessere Vergleiche zur erwachsenen Wählerschaft gezogen werden – sei es bei Kommunal-, Landtags- oder Bundestagswahl.

Impulse zum selbstständigen Denken

Immer wieder erkenne man die oftmals sehr gute Auffassungsgabe der jungen „Wähler“ und das Angebot fände immer wieder reißenden Absatz. Pühringer: „Es ist gut, dass sie kommen, neugierig sind und auch wirklich wählen wollen. Je früher die Aufklärung, desto reflektierter der Mensch. Hier lernen die Kinder und Jugendlichen, wie Wählen geht. Wir setzen den Impuls, den Rest machen sie selbst. Perfekt dafür ist auch die Möglichkeit, mobil zu sein, sodass sie nicht zu uns kommen müssen“

Kaum ist das Kreuz gesetzt, geht’s mit dem Zettel ab in die Wahlurne. Ausgewertet wird dann erst nach der offiziellen Landtagswahl am 15. Mai. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Ottersbach ergänzte: „Zwar sind Schulen politisch neutral zu halten, doch ist es einfach nicht mehr die Realität. Selbst im Leben junger Menschen spielen diese Themen eine große Rolle. Gut erkennbar, da der Impuls oftmals von den Schülern ausgeht, sich auch im Unterricht mehr damit zu beschäftigen, als es normalerweise getan wird“

Prospekt und weitere Informationen

Für Kommunalwahlen hat das Team bereits mehrfach Wahlen für Unter-16-Jährige angeboten, für Land- und Bundestagswahlen dann für U-18-Jährige.

Im ausgehändigten Prospekt finden sich zehn „steile Thesen“ gegen sowie gute Gründe für das Wahlrecht junger Menschen samt Quellenangaben. Diese könnten die Kinder und Jugendlichen dann verwenden, um andere, beispielsweise ihre Lehrer von der Relevanz dieses Themas zu überzeugen.

Das „Jugend-Wahlteam“ stand bei Fragen du Anregungen zur Verfügung, beriet und sorgte für Ordnung im Wahlgewusel. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Die Kampagne #ichwillwählen geht dabei vom „Landesjugendring NRW“ aus und wird vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Hier der Link zu entsprechenden PDF: https://www.ljr-nrw.de/wp-content/uploads/2020/08/U18-Wahl_10-steile-Thesen-und-10-Gruende-fuer-die-U18-Wahl.pdf

Der „Landesjugendring“ ist eine Arbeitsgemeinschaft von 25 Jugendverbänden in NRW. Wichtigstes Anliegen sei dabei, dass Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrem sozialen Status, ihrer Religion oder Herkunft gehört werden und die Welt um sich herum mitgestalten können.

www.U18nrw.de

pp/Agentur ProfiPress