Pastis und Chansons zum Geburtstag
Freundeskreis Mechernich-Nyons besteht seit 30 Jahren – 120 Gäste feierten im Kommerner Burghof die deutsch-französische Verbundenheit – Zehn Gründungsmitglieder geehrt
Mechernich – Die Gläser gefüllt mit Pastis, im Hintergrund erklingen französische Chansons von Troubadour Günter Hochgürtel – so gestaltete sich im Burghof Kommern die Jubiläumsfeier des Freundeskreises Mechernich–Nyons. Das provenzalische Getränk und die stimmungsvollen Lieder brachten ein Stück Südfrankreich in die Eifel. 120 Gäste, darunter 25 aus der Partnerstadt Nyons, blickten gemeinsam auf 30 Jahre Vereinsgeschichte und 60 Jahre gelebte Städtepartnerschaft zurück.

Wilfrid Hamacher, seit 1999 Vorsitzender des Freundeskreises, erinnerte in seiner Ansprache an die Anfänge dieser besonderen Verbindung. Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1962, als der Mechernicher Studienrat Wolfgang Müller als Austauschlehrer in Valence wirkte. Tief bewegt von den Schilderungen französischer Kolleginnen und Kollegen über die Gräueltaten der SS während des Zweiten Weltkriegs, setzte er sich unermüdlich für Versöhnung und Annäherung ein – lange bevor 1963 der Élysée-Vertrag unterzeichnet wurde.

Mit viel Beharrlichkeit gelang es Müller, Persönlichkeiten in beiden Städten zu gewinnen. Ein erstes sichtbares Zeichen des Vertrauens war 1965 der Besuch einer Jugendgruppe aus Nyons in Mechernich. Offiziell besiegelt wurde die Städtepartnerschaft schließlich an Ostern 1967 durch die damaligen Bürgermeister Pierre Julien (Nyons) und Peter Giesen (Mechernich).

Freundeskreis brachte neuen Schwung
„Über die Jahrzehnte gab es lebendige Phasen mit vielen Begegnungen, aber auch Zeiten, in denen der Austausch fast nur noch auf offiziellen Anlässen stattfand“, so Hamacher. Die Gründung des Freundeskreises im Jahr 1995 brachte neuen Schwung. Erster Vorsitzender war damals Winfried Schöller (1995–1997), gefolgt von Karl Heul (1997–1999). „Seit 1999 habe ich die Ehre, diesem fantastischen Verein vorzustehen“, sagte Hamacher. „Ohne das unermüdliche Engagement dieser Menschen und der vielen Vereinsmitglieder auf beiden Seiten gäbe es heute nicht das lebendige und bereichernde Band, das wir hier feiern.“

Sein besonderer Dank galt den Stadtverwaltungen für die fortwährende Unterstützung, „ohne die unsere Freundschaft nicht auf so stabilem Fundament gedeihen könnte“. Ebenso dankte Hamacher allen ehemaligen und aktuellen Vorstandskolleginnen und -kollegen, „die in 26 Jahren mit großem Einsatz und Leidenschaft zum Gelingen unseres Freundeskreises beigetragen haben“. Er hob seinen langjährigen Stellvertreter Andreas Sack hervor, der ihn von Beginn an begleitet hat, den kürzlich ausgeschiedenen und aus gesundheitlichen Gründen leider nicht anwesenden ehemaligen Stellvertreter Gerhard Lenz sowie die langjährige Schatzmeisterin Karoline Schommer.
Mit herzlichen Worten begrüßte auch Ralf Claßen die Gäste. „30 Jahre Freundeskreis Mechernich–Nyons – das ist eine großartige Leistung, die Zeit und viel ehrenamtliches Engagement erfordert“, betonte er. Die Partnerschaft bestehe sogar schon 60 Jahre, davon 30 Jahre im Rahmen des Freundeskreises. „Basis des Erfolgs war immer die hervorragende Zusammenarbeit, die tolle Arbeit und der stetige Einsatz vieler Menschen.“

Besonders hob Claßen die Gastfreundschaft in Nyons hervor: „Es gibt nichts Schöneres, als gute Freunde zu haben.“ Sein Dank galt auch den offiziellen Delegationen aus beiden Städten.
„Möge die Freundschaft weiter wachsen“
Ein besonderer Moment des Abends war die Ehrung der zehn anwesenden Gründungsmitglieder des Freundeskreises: Manfred Bädorf, Rudolf Balg, Wilfrid Hamacher, Elke Kirchberg, Egbert Kramp, Horst Litzbarski, Johann Mießeler, Andreas Sack, Karoline Schommer und Heinz Schwindt.
„Möge diese Freundschaft zwischen Mechernich und Nyons weiter wachsen. Mögen neue Generationen und ein zukünftiger Vorstand diese Verbindung mit Leben erfüllen und möge die Bande, die uns verbinden stärker sein als je zuvor – als Symbol für Frieden, Verständnis und gemeinsam Miteinander in einer oft bewegten Welt“, so Wilfried Hamacher in seiner Rede. und kommende Generationen ebenso begeistern wie uns“, schloss Hamacher. In diesem Sinne lud er alle ein, mit Freude und Zuversicht in die Zukunft zu blicken und gemeinsam an dieser an dieser wunderbaren Geschichte zu arbeiten. Hamacher: „Ich lade euch ein, die deutschfranzösische Freundschaft lebendig zu halten und heute ein wunderschönes Fest zu feiern.“ Eine Einladung, die die rund 120 Gäste nur allzu gerne annahmen und im Laufe des Abends mit Leben erfüllten.
pp/Agentur ProfiPress