Mal Pest, mal Covid 19
Krekeler Katholiken halten die Wallfahrtstradition nach Barweiler seit 1726 nahezu ununterbrochen fort
Steinfeld/Krekel – 1726 herrschte die Pest, 2020 Corona: In beiden Jahren pilgerten Krekeler Wallfahrer zu Fuß nach Barweiler in der Nähe des Nürburgrings zur „Muttergottes mit der Lilie“.
Pia Olion wallfahrtete schon als Zwölfjährige, diesmal war sie mit 58 Jahren dabei, „frischer als je zuvor“, wie sie im Gespräch mit der Steinfelder Pfarrredaktion betonte. Die Pfarrsekretärin von Pfarrer Pater Wieslaw Kaczor: „Damals, vor fast 300 Jahren, legten die Krekeler ein Gelübde ab, dass sie jedes Jahr wieder die Strecke laufen würden.“

Anscheinend haben sie das Versprechen bis heute eingehalten – auch wenn es in Kriegszeiten manchmal nur ein einziger Mann gewesen sei, der sich alleine auf den Weg nach Barweiler zur Wallfahrtskirche St. Gertrud begab.
Während der Fußwallfahrt beten die Pilger den Rosenkranz. Waren es im vergangenen Jahr nur eine Handvoll Krekeler, die die 26,6 Kilometer auf sich nahmen, so gingen im Corona-Jahr 2020 immerhin 16 Gläubige auf Prozession durch die Eifel. Einige Kaller schlossen den Krekelern an.

Die jüngste Pilgerin mit 22 Jahren war Fabienne Olion, gefolgt von Michael Klein (31), Dieter Schäfer (65) und Ludwig Müller (75) waren die Ältesten. Morgens um acht Uhr ging es los. Der Weg führte über Blankenheimerdorf, Blankenheim, Ahrhütte, Ahrdorf und Hoffeld, unterwegs wurden zwei Pausen eingelegt. Im Auto mit Tochter Karin Kreimann reiste Hildegard Fink (76), die früheren Fahnenträgerin, von Krekel an.
In der Kirche St. Gertrud begrüßte Ortspfarrer Rainer Justen die Pilger aus der Gemeinde Kall mit den Worten: „Wir sind als Pilger im Leben unterwegs, erleben die Liebe Gottes.“ Pater Wieslaw Kaczor SDS, der Leiter der GdG Heiliger Hermann Josef Kall-Steinfeld, und Frater Philipp Sauter begrüßten die Pilger ebenfalls und feierten am späten Nachmittag mit ihnen Heilige Messe.
pp/Agentur ProfiPress