Klimagipfel im Kreis Euskirchen

Klimagipfel im Kreis Euskirchen
Die Eifel-Gemeinden Dahlem, Hellenthal, Kall und der Kreis Euskirchen veranstalten Klimaschutzkonferenz – 50 Teilnehmer erarbeiten Themenvorschläge, die in ein Konzept einfließen
Euskirchen – Klimaschutz betrifft alle und fängt vor der eigenen Haustür an: Deshalb hatte der Kreis Euskirchen mit den Eifel-Gemeinden Dahlem, Hellenthal und Kall zu einem Klimagipfel auf lokaler Ebene geladen. Rund 50 Teilnehmer aus Politik, Gewerbe, Verbänden, aber auch den einzelnen Verwaltungen waren der Einladung in das S-Forum der Kreissparkasse in Euskirchen gefolgt.
In seiner Begrüßung bezog sich Landrat Günter Rosenke auf Angaben des Weltklimarats und zeigte damit die Brisanz des Themas auf. So seien die Emissionen von Treibhausgasen alleine im Jahre 2010 rasanter gestiegen als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Rosenke brach die Aufgabe Klimaschutz auf die lokale Ebene hinunter: Neben der demographischen Entwicklung sei die Problematik der Energieversorgung mit umweltfreundlicher Technik ein Dauerbrenner im Kreis Euskirchen. So böte diese Veranstaltung einen wichtigen Baustein, um die zukünftigen Erfordernisse zu konkretisieren.
Neue Ideen sollten bei dem Treffen entwickelt werden, das um die vier Themen “Energieversorgungspotenziale und Potenziale erneuerbarer Energien”, “Umweltfreundliche Mobilität”, “Energetische Gebäudesanierung” und “Energieeffizienz in kleinen und mittleren Unternehmen” kreiste.
Andreas Hübner, Diplomingenieur der Energieberatungsfirma Gertec aus Essen, die im Auftrag der Teilnehmer ein Klimaschutzkonzept für den Kreis erarbeiten soll, bat die Teilnehmer, sich ein passendes Thema zu suchen und dann bunt gemischt zusammenzusetzen. Unkonventionell war dabei die Idee, dass ein vorher bestimmter Schriftführer die erarbeiteten Themenvorschläge einfach auf die Papiertischdecke schreiben konnte. “Die auf den Tischdecken skizzierten Vorschläge werden ausgewertet und fließen in unser Klimaschutzkonzept mit ein”, sagte Hübner. Dieses Konzept soll dann im April 2012 vorgestellt werden.
Ihre ganz persönliche “Lieblingsidee”, so Hübner, konnten die Teilnehmer am Ende der Veranstaltung präsentieren. In punkto Energieversorgung wurden neben der Rekommunalisierung auch die Bürgerbeteiligung angesprochen. Die liege bundesweit absolut im Trend: “Seriöse Anbieter mit einer vernünftigen Grundfinanzierung sind zur Zeit unglaublich erfolgreich”, stellte Hübner fest.
Beim Thema Mobilität wurden Vorschläge zur individuellen Fortbewegung vor allem mit elektrogetriebenen Fahrzeugen gemacht. Zudem wurde eine bessere Vernetzung von Bus- und Bahnverkehr vorgeschlagen. Bei der Verbesserung der Energieeffizienz und der klimaschonenden Gebäudesanierung sahen die Besucher vor allem ein Defizit beim Wissen um die geeigneten Maßnahmen und dem Fehlen eines neutralen Beratungsangebots.
Anfang des Jahres 2011 hatten der Kreis Euskirchen zusammen mit den Gemeinden Hellenthal, Kall und Dahlem das integrierte Klimaschutzkonzept in Auftrag gegeben.
pp/Agentur ProfiPress

Manfred Lang

02.12.2011