Aktuelles

ProfiPress

Agentur für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, journalistische und redaktionelle Dienstleistungen.

AllgemeinGemeinde Kall

Die Heinzelmännchen von Scheven

Seit drei Jahren putzt die Grünkolonne das Dorf heraus – Neuer Anhänger als Arbeitserleichterung – Zehn Männer zwischen 56 und 80 Jahre leisten 400 bis 500 Arbeitsstunden pro Jahr

Kall-Scheven – Was einmal als ein monatliches Treffen im Sommer geplant war, um Scheven ein wenig aufzuhübschen, ist mittlerweile zu einem Treffen zweimal im Monat und zwar das ganze Jahr über geworden – und dann auch noch länger, denn statt ursprünglich geplanter drei Stunden dauert ein Termin nun vier Stunden. Den nötigen Fleiß kann man der „Grünkolonne Scheven“ also nicht absprechen – im Gegenteil. „400 bis 500 Arbeitsstunden kommen da jedes Jahr zusammen“, ist sich Schevens Ortsvorsteher Hans Reiff sicher.

Die Grünkolonne Scheven freut sich sehr über die Anschaffung des Anhängers, der den Männern die Arbeit erleichtert. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Besonders jetzt, im Sommer, wo alles sprießt und wächst, gibt es für die zehn Mitglieder der Grünkolonne einiges zu tun. Neben Arbeiten am Pfarrheim, am Dorfsaal und auf dem Friedhof pflegen sie etwa die Hälfte der 33 Beete in Scheven und setzen die 50 Bänke in Scheven, Wallenthal und Dottel instand. „Da ist nie was dran gemacht worden, deshalb haben wir diese Aktion Bänke begonnen“, berichtet Reiff.

Vor rund fünf Jahren hatte Hermann Josef Cremer vom Heidehof die Idee. „Die Idee lag dann in der Schublade. Als ich Ortsvorsteher wurde, haben wir sie wieder ausgegraben“, so Reiff weiter. Im Herbst 2014 gründete sich die Grünkolonne dann offiziell. Seitdem haben sie schon einige große Projekte abgeschlossen.

Natürlich steht die Verschönerung des Ortes im Vordergrund, aber bei den Treffen zweimal im Monat geht es auch gesellig zu, wie Hennes Jubelius (l.) und Hermann Josef Cremer demonstrieren. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Das Schevener Wäldchen in Richtung Kalenberg wurde aufgehübscht. Dabei wurden unter anderem Altholz und umgekippte Bäume entfernt. Das Hahnebömsche, eine jahrhundertealte Eiche, wurde freigestellt. Es war mittlerweile von weiteren Eichen umgeben. Als Ersatz wurden Ginsterbüsche gepflanzt. Auch der Parkplatz unterhalb des Bahnhofs wurde instandgesetzt, an der Klus wurde ein Platz gepflastert. „Das ist ein beliebter Platz für Radfahrer, und zwar nicht nur aus Scheven, deshalb soll da eine Bankgarnitur aufgestellt werden“, erzählt Reiff.

Seit Kurzem haben die zehn ehrenamtlichen Dorfverschönerer auch zweirädrige Unterstützung. Dank einer 1000-Euro-Spende der Drogeriemarktkette „dm“ – Scheven hatte an einer Bürgerbeteiligungsaktion teilgenommen – konnte ein Anhänger angeschafft werden. Weiteres Geld dafür stammt aus einem Dorffest sowie Spenden. Damit wurde auch Werkzeug erworben, darunter auch ein Sitzrasenmäher, ein normaler Rasenmäher, ein Freischneider und eine Kettensäge.

Schnipp-schnapp – und schon hat Hermann Josef Cremer den Busch gestutzt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

„Bislang hatten wir das Werkzeug an mehreren Stellen untergebracht und ich war die ersten anderthalb Stunden nur damit beschäftigt, es abzuholen und dahin zu bringen, wo wir es brauchen“, erzählt Reiff. Das gehört nun aber der Vergangenheit an, denn das meiste Werkzeug findet auf dem Anhänger seinen Platz.

Zur Grünkolonne gehören Kalle Klinkhammer (mit 56 Nesthäkchen und der einzige, der noch berufstätig ist), Karl-Wilhelm Schneider, Raimund Vossen, Hennes Jubelius, Peter Schildgen, Rolf Preuss, Helmut Hoffmann, Engelbert Hahn, Hans Reiff sowie mit 80 als Ältester Hermann Josef Cremer. Auch der Pensionär Arnold Bergheim unterstützt die Grünkolonne immer wieder.

pp/Agentur ProfiPress