City der Zukunft gestalten

Stadt Mechernich leitet europaweite Ausschreibung für ein neues Wohn- und Gewerbegebäude mit Tiefgarage am Markt ein – Auch hiesige Investoren sollen sich bewerben

Mechernich – Die Stadt Mechernich erarbeitet gemeinsam mit dem Planungsbüro „MWM“ aus Aachen ein integriertes Handlungskonzept für die Innenstadt Mechernich. Hieran soll sich die Stadtentwicklung des Kernortes in den nächsten Jahren orientieren. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger konnten ihre Vorstellungen ins bisherige Verfahren einbringen.

Jetzt werden in einer Ausschreibung europaweit Investoren gesucht, die sich in der neuen City engagieren. Was nicht heißt, dass man in die Ferne schweifen muss, um Gutes zu finden, was vielleicht ganz nahe liegt. Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und Erster Beigeordneter Thomas Hambach riefen in einem Gespräch mit dem Mechernicher „Bürgerbrief“ ganz ausdrücklich auch lokale und regionale Unternehmen dazu auf, sich in der Mechernicher Innenstadt als potenzielle Ideengeber und Bauherrn zu bewerben.

„Mit dem Integrierten Handlungskonzept (InHK) plant die Stadt Mechernich explizit die Neuordnung und Neugestaltung der zentralen Innenstadtbereiche Neuer Markt, Bleibergplatz und Gartenplatz zur »Neuen Mitte«“, erläuterte Katja Schmitz vom Team Stadtentwicklung im Mechernicher Rathaus dem „Bürgerbrief“.

Aufwerten und attraktiver machen

Von einer ganzheitlichen Umgestaltung versprechen sich die Verantwortlichen eine Aufwertung und Attraktivierung des Zentrums. Die Aufenthaltsqualität soll zunehmen, der Neue Markt soll als zentraler und repräsentativer Anziehungspunkt wahrgenommen werden. Gleichzeitig will die Stadt den, so wörtlich „Wohn-, Handels- und Dienstleistungsstandort“ stärken.

Die Kommune und auch der Kernort hätten sich in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen positiv entwickelt, so Katja Schmitz: „Zahlreiche Neubaugebiete trugen dazu bei, dass viele Neubürger, insbesondere Familien am Bleiberg ein Zuhause finden konnten. Parallel wurden die schulische und insbesondere auch die vorschulische Infrastruktur stetig ausgebaut.“ Es gibt im Stadtgebiet 23 Kindergärten und nahezu alle Schulformen einschließlich Waldorf-Pädagogik, Gesamtschule und Gymnasium.

Mechernich besitzt Autobahnanschlüsse und zwei Bundesbahnhöfe an der für Elektrifizierung und S-Bahn-Ausbau vorgesehenen Strecke Köln-Trier-Saarbrücken. Das Kreiskrankenhaus sowie zahlreiche diagnostische und therapeutische Einrichtungen, eine Vielzahl von Fach- und niedergelassenen Ärzten machen den Kernort zudem zur „Gesundheitsstadt“.

Deutlich über einhundert Wohnungen sind neu im Geschosswohnungsbau in der Innenstadt entstanden. In der Bevölkerungsprognose des Kreises Euskirchen belegt Mechernich die Spitzenposition. Infrastruktur und Einkaufsmöglichkeiten prosperieren ebenfalls.

Im angezeigten Entwicklungsgebiet soll eine ordnende städtebauliche Entwicklung einsetzen. Das Schlüsselgrundstück ist ein früherer REWE-Getränkemarkt, heute eine Filiale der Textilkette „Takko“. Es soll dort eine Tiefgarage gebaut werden, man will den Platz attraktiver machen und beleben. Katja Schmitz: „Es sollen Stadträume neu definiert und Freiraumqualität geschaffen werden.“

Der städtebauliche Entwurf „Neue Mitte“ für Mechernich. Zeichnung: Stadt/pp/Agentur ProfiPress

Platz besser nutzen als nur zum Parken

So seien zum einen die Vergrößerung und Aufwertung der öffentlichen Freianlagen des Neuen Markts zu einem multifunktional nutzbaren Marktplatz vorgesehen. Zum anderen solle der Bleibergplatz und der Neue Markt mit einer Tiefgarage unterbaut werden. So entstünden neue Nutzungsmöglichkeiten als lediglich Autos zu parken.

Die Tiefgarage soll aus einem größeren öffentlichen und einem kleineren privaten Teil bestehen und mehr als hundert Stellplätze fassen. Dies soll im Zuge eines Wohn-Gewerbe-Neubaus umgesetzt werden: das zentrale Bauprojekt der ganzen Maßnahme!

Nachdem die Bebauungsplanänderung beschlossen und die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen sind, hat die Stadt Mechernich die erwähnte EU-weite Ausschreibung eines Investorenwettbewerbs inklusive Bauleistungen für ein Wohn- und Gewerbehaus mit Tiefgarage eingeleitet.

Katja Schmitz: „Um ein optimiertes Baufeld für das zentrale Bauprojekt zu schaffen sowie den östlich des Bestandsgebäude befindlichen Neuen Markt vergrößern zu können und diesen auch von der Raumwahrnehmung besser an den Bleibergplatz anzuschließen, soll der Neubau städtebaulich anders angeordnet werden.“

Dazu sei zunächst der Abbruch des Bestandsgebäudes (ehemaliger REWE-Getränkemarkt) durch den Investor nötig. Anders als die eingeschossige Bestandsbebauung solle mit dem Neubau eine bis zu dreigeschossige Bebauung mit einer gewerblichen Nutzung (Einzelhandel, Gastronomie) im Erdgeschoss sowie einer Kombination aus Wohnen und Dienstleistungsangeboten in den oberen Etagen entstehen.

„Erst nach Realisierung des Hoch- und Tiefbauvorhabens können dann die öffentlichen Räume qualifiziert und umgestaltet werden, um ein Zentrum mit Aufenthaltsqualität bzw. attraktiven Raumfolgen als Begegnungsort zu entwickeln“, schreibt die Stadtverwaltung. Der öffentliche Raum solle damit zu einer Gestaltungseinheit werden und zusammen mit einem attraktivem Nutzungsmix den neuen urbanen Kern Mechernichs zeichnen.

Bis 12. Juli bewerben

Interessierte Investoren können unter dem folgenden Link https://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:261199-2022:TEXT:DE:HTML&src=0&act=nav die Vergabeunterlagen einsehen und sich bewerben, um dann im weiteren Verfahren bis Ende 2022 ein konkretes Bauprojekt zu erarbeiten. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 12. Juli 2022.

„Wie genau die Umsetzungsabläufe sind, soll im Zuge der Angebotserarbeitung vom potentiellen Investor mit der Stadt erarbeitet werden müssen“, so Katja Schmitz. Vermutlich würden sich die Umgestaltungs- und Aufwertungsmaßnahmen in der Innenstadt mehrere Jahre hinziehen.

Erster Beigeordneter Thomas Hambach: „Denjenigen, der den Zuschlag erhält, erwartet nicht nur die Realisierung eines zentralen Bauprojektes, sondern auch die große Möglichkeit, das zukünftige Stadtbild Mechernichs mitzugestalten und architektonisch weiter aufzuwerten.“

pp/Agentur ProfiPress