Sparkasse Firmenich macht dicht

Sparkasse Firmenich macht dicht
Nach der bereits geschlossenen Zweigniederlassung der Volksbank Euskirchen eG schließt jetzt auch die Kreissparkasse Euskirchen ihre Filiale im Doppelort Firmenich/Obergartzem, dem nach Mechernich und Kommern drittwichtigsten Wohn- und Wirtschaftsort im Stadtgebiet Mechernich
Mechernich – Nach der Volksbank Euskirchen gab jetzt auch die Kreissparkasse Euskirchen bekannt, dass sie ihre Zweigstelle in dem zur Stadt Mechernich gehörenden bedeutenden Doppelort Firmenich/Obergartzem schließen wird.
Damit verliert der nach Mechernich selbst und Kommern drittwichtigste Siedlungsschwerpunkt im Stadtgebiet fast auf einen Schlag beide am Ort traditionell ansässige Banken durch Schließungsaktionen der Volksbank Euskirchen und der Kreissparkasse Euskirchen.
Wie die Medien im Kreisgebiet groß berichten, gab die Kreissparkasse Euskirchen nicht nur die Aufgabe ihrer Niederlassung im Mechernicher Stadtteil Firmenich/Obergartzem bekannt, sondern sie zieht sich 2012 mit insgesamt zehn zu schließenden Kreissparkassen-Zweigstellen auch aus vielen anderen Orten des Kreises Euskirchen zurück.
Kreissparkasse schließt ein
Drittel ihrer Zweigstellen
Von den der Presse vom Kreisparkassen-Vorstand bekanntgegebenen Niederlassungs-Schließungen betroffen sind die Standorte in Lommersum, Stotzheim, Kirchheim, Großbüllesheim, Firmenich, Arloff, Dreiborn, Zingsheim, Marmagen und Schmidtheim. In drei weiteren Filialen soll es künftig statt Kreissparkassen-Personal nur noch Automaten geben. Auch ihre mobile Geschäftsstelle, die zuletzt nur noch Dollendorf freitagnachmittags anfuhr, will die Kreissparkasse Euskirchen aus dem Verkehr ziehen.
Die Kreissparkassen-Vorstände Udo Becker und Hartmut Cremer gaben damit die Schließung eines vollen Drittels ihrer bislang 30 Geschäftsstellen bekannt. In den Filialen in Dahlem, Nettersheim und im Sparkassenzentrum in Euskirchen will die Kreissparkasse Euskirchen in Zukunft nur noch mit Selbstbedienungs-Automaten vertreten sein.
Der Aufsichtsrat habe diese Entscheidung am Montag mit “breiter Mehrheit” getroffen, berichtete der neue Kreissparkassen-Vorstandsvorsitzende Becker den Zeitungs- und Lokalradio-Vertretern. Ausschlaggebend seien keine betriebswirtschaftlichen Gründe gewesen, beteuertem die Kreissparkassenvertreter in dem Pressegespräch. Der Grund sei vielmehr, dass immer mehr Menschen (bundesweit angeblich knapp 75 Prozent) ihre Bankgeschäfte von zu Hause im Internet abwickeln, also nicht mehr auf fachkundige Leute in Zweigstellen vor Ort angewiesen seien.
Erst verschwindet das Personal,
dann auch die Automaten
Ähnlich hatte die Volksbank Euskirchen eG auch nach Schließung ihrer Mechernicher Geschäftsstellen in Bleibuir und Firmenich/Obergartzem argumentiert. In Firmenich seien zuletzt nur noch durchschnittlich neun Finanztransaktionen am Tag abgewickelt worden, in Bleibuir sogar nur sieben. Aus dem Zentralort im “Wilden Westen” der Stadt Mechernich, der früher Sitz der selbständigen Raiffeisenbank Bleiberg eG war, hat die Volksbank Euskirchen eG inzwischen sogar ihren Geldautomaten abtransportieren lassen.
In der Pressekonferenz, die die Kreissparkasse Euskirchen anlässlich der Aufgabe von zehn ihrer 30 Geschäftsstellen im Kreisgebiet gab, hieß es, in jeder der zehn zu schließenden Niederlassungen würden im Durchschnitt etwa 700 Privat-Girokonten geführt, aber nur ein verschwindend geringer Bruchteil der Kunden nehme die Beratung vor Ort in Anspruch.
Die meisten suchten den Kontakt zu den Bankberatern da, wo sie arbeiten, ihren Hausarzt haben oder ihre Einkäufe tätigen. Deshalb sollen auch die KSK-Zweigstellen in Euskirchen-Weststadt, Kommern und Flamersheim zu “Beratungszentren” aufgewertet werden.
pp/Agentur ProfiPress

Manfred Lang

20.12.2011