Schale fällt im Spargel-Karussell

Modernste Technik: Eine von deutschlandweit nur etwa 40 hochprofessionellen Spargelschälmaschinen auf dem Krewelshof Eifel in Obergartzem –– Service für Kunden kostenlos – Spargelboxen demnächst rund um die Uhr am Automaten in Zülpich-Enzen

Mechernich-Obergartzem – Wer die Wahl hat, sich einen Mittelklassewagen oder zum gleichen Preis eine Spargelschälmaschine zu kaufen, wird wohl nicht lange überlegen. Anders sieht das bei Bauer Theo Bieger aus, schließlich rechnet er aus Erfahrung mit bis zu 400 Kilogramm Spargel, die allein am Osterwochenende auf dem Krewelshof Eifel in Obergartzem über die Theke gehen – sei es in die Einkaufstüten der Kunden oder direkt auf den Teller im Hofcafé. In beiden Fällen wird der Spargel jetzt mit einer von deutschlandweit etwa 40 Maschinen geschält – so dass garantiert keine Spargelfädchen mehr zurückbleiben.

Maria Hartmann, Service-Mitarbeiterin auf dem Krewelshof Eifel, legt den Spargel auf das Förderband. Von dort werden die Stangen einzeln in der Schälmaschine fixiert und kommen sauber geschält für die Kunden wieder heraus. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

„Das ist eine ganz andere Qualität“, betont Bauer Theo Bieger, denn er ist überzeugt: „Spargel muss schmecken.“ Schließlich sei der Spargel-Kunde anspruchsvoll und wisse, wo er Qualität bekomme. Dafür fahre er auch gerne bis direkt zum Erzeuger vor Ort. „Und wer einmal zufrieden ist, der kommt gerne wieder.“ Dabei komme es für ein gelungenes Spargelessen auf drei Punkte an: Gute Spargelsorte, saubere Verarbeitung (zu der auch das Schälen zählt) und natürlich das Kochen. So gelingt das köstliche „Spitzen-Erlebnis“.

Qualität vor Ertrag

Bei der Auswahl der Spargelsorte fängt es also an. Für Theo Bieger ist die Entscheidung klar: hohe Qualität vor hohem Ertrag. Bisher wurde der Spargel – das sogenannte „Königsgemüse“ – auf dem Krewelshof auf rund sechs Hektar Fläche angebaut. Nach der Flut sind in diesem Jahr nur noch knapp zwei Hektar übrig. Im Schnitt rechnet man bei der Ernte mit etwa 800 Kilogramm Rohware pro Hektar.

Hochfahren, ansetzen, abschälen – so bearbeiten die scharfen Messer präzise Strich für Strich die Spargelstangen. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Die Temperaturen haben es den Bauern in diesem Jahr allerdings nicht leicht gemacht. Unter vier Lagen Folie konnte der Spargel, trotz der draußen sehr kühlen Temperaturen, bei rund 15 Grad wachsen. Der Spargel ist aber ein anspruchsvolles Gemüse und wünscht sich eine optimale Temperatur von 20 bis 22 Grad. Dann schießt er geradezu aus der Erde und kann geerntet werden.

Strich für Strich kostenlos geschält

Doch bevor der Spargel vom Feld in die Verkaufstheke kommt, braucht es noch einige Arbeitsschritte. Nach dem Spargelstechen wird das „Weiße Gold“ erst einmal gewaschen und dann auf zwei bis drei Grad runtergekühlt, damit die Stangen zart und frisch bleiben. Danach werden sie mit einer Maschine nach Länge und Stärke sortiert, bevor sie sich – in feuchte Tücher gewickelt – in der Kühltheke auf dem Krewelshof den Kunden präsentieren.

Service-Mitarbeiterin Petra Kaspers überreicht den frisch geschälten Spargel an eine Kundin. Auf Wunsch gibt es an der Spargel-Theke auch noch Tipps für die Zubereitung. Foto: Krewelshof/pp/Agentur ProfiPress

Erst wenn der Kunde seine Wahl getroffen hat, wandert der Spargel Stange für Stange über ein Förderband in die neue Spargelschälmaschine. Jede Stange wird einzeln per Luftdruck in einer Halterung fixiert, die dem jeweiligen Durchmesser der Stangen von acht bis 32 Millimeter angepasst werden kann. Während sich die Stangen wie auf einem Karussell einmal rund durch die Maschine bewegen, fahren zwölf scharfe Spargelschäler vertikal an den Stangen entlang und schälen sie Strich für Strich präzise ab. Ein Service, der für die Kunden natürlich kostenlos ist.

Spargel-Box aus dem Automaten

Für Spargelliebhaber, die es nicht zu den Öffnungszeiten täglich von 9 bis 17.30 Uhr in den Hofladen schaffen, hat sich Bauer Theo noch etwas Neues ausgedacht. Der frisch geschälte Spargel kommt in eine Box und wird mit speziell perforierter Folie eingeschweißt. So kann der Spargel nicht nur problemlos im Kühlschrank aufbewahrt, sondern direkt mit der Folie bis auf den Punkt schonend in der Mikrowelle gegart werden.

Viele Arbeitsschritte sind nötig, bevor der Spargel – das sogenannte „Weiße Gold“ – sich in der Verkaufstheke den Kunden präsentiert. Foto: Krewelshof/pp/Agentur ProfiPress

Der Clou: Die fix und fertig verschweißten Spargel-Boxen gibt es demnächst direkt aus dem gekühlten Automaten am Straßenrand in Zülpich-Enzen – zusammen mit einer Auswahl an weiteren Krewelshof-Produkten praktisch „to go“ nach Feierabend. „Für die Zubereitung einfach den geschälten Spargel zum Beispiel in einen Bratentopf legen, den Boden mit Wasser bedecken, etwas Salz, eine Prise Zucker, Butter und etwas Zitronensaft zugeben und 18 bis 25 Minuten köcheln lassen“, verrät Service-Mitarbeiterin Maria Hartmann.

Das Netzwerk der Spargel- und Beerenverbände rät außerdem, ruhig auch mal mutig zu sein und neue Rezepte auszuprobieren. Spargel wird mit Erdbeeren und einer Vinaigrette aus Olivenöl, Balsamico und Honig zu einem fruchtigen Salat, lässt sich aber auch mit Ingwer, Knoblauch, Sojasoße und Sesamsamen als asiatische Beilage zu Fleisch oder Fisch genießen.

Mit einer speziellen perforierten Folie eingeschweißt kann der Spargel nicht nur problemlos im Kühlschrank aufbewahrt, sondern auch direkt in der Mikrowelle auf den Punkt gegart werden. Die Boxen gibt es demnächst auch rund um die Uhr am Automaten in Zülpich-Enzen. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Darüber hinaus gibt es unzählige weitere leckere Rezeptideen, von der Kokos-Curry-Suppe mit Spargeleinlage über panierten oder gebratenen Spargel bis zum Königsgemüse auf dem Flammkuchen oder in der Quiche, zu Spaghetti oder im Risotto. Experimentierfreudigen Köchen sind mit dem vielseitigen Gemüse keine Grenzen gesetzt. Wer das Kochen lieber anderen überlassen möchte, kann natürlich auch im Krewelshofer Hofcafé ein leckeres Spargelgericht genießen. Dort kommt das „Königsgemüse“ mit einem Gefolge aus neuen Kartoffeln, Sauce Bernaise und wahlweise Schnitzel oder Lachsfilet daher. In jedem Fall eine feine Gesellschaft.

pp/Agentur ProfiPress